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PlayStation wird digital-only ab 2028

Das Ende einer Ära: PlayStation Spiele gibt es ab 2028 nur noch digital zu erwerben. Nachdem sich Rockstar Games dazu entschieden hat, GTA VI zwar in einer Box, jedoch ohne CD zu veröffentlichen und wir gestern bereits von Xbox und der Disc-to-Digital Ankündigung berichtet haben, zieht Playstation direkt einen noch größeren Schlussstrich: Laut gestriger Blog-Ankündigung soll die Produktion von physischen Discs für neue Spiele ab dem Jahr 2028 eingestellt werden.

Langfristige Verfügbarkeit älterer Spiele

Ein spannender Zusatz ist hierzu, die fast gleichzeitige Verkündung, dass der Playstation Store für Playstation 3 und Playstation Vita zeitnah schließen werden. Die ersten Regionen, Mexiko, Honduras und Nicaragua, sind ab August 2026 betroffen, gefolgt von weiteren Ländern in Lateinamerika und dem nahen Osten ab Ende 2026. Im Juli 2027 sollen dann alle weiteren Länder folgen. Somit werden immer mehr Weichen für die Zukunft gestellt, während die ältere Generation schrittweise ausrangiert wird.

Wirtschaft vs. Verbraucher:innen

Aus wirtschaftlicher Sicht ist das ganze gut nachvollziehbar: weniger Produktionskosten, höhere Margen für die Publisher durch den Wegfall des Mittelmanns und eine bessere Planbarkeit durch direkte Vertriebskanäle und die Möglichkeit, Preise dynamischer zu gestalten.

Für den Verbraucher bedeutet diese Ankündigung jedoch erneut ein Stück weniger Kontrolle über die Ware die mit dem eigenen Geld gekauft wurde. Es soll immer mehr der Fakt einer Lizenz schmackhafter gemacht werden, der tatsächliche Besitz ist so gut wie nicht mehr gegeben oder kann jederzeit plötzlich wegfallen. Das zeigt sich auch an anderen Beispielen im digitalen Raum, siehe hierzu techkrams.de vom 30.06. mit den News, dass über 500 Filme aus der Sony-Bibliothek entfernt werden. Ebenfalls wird langfristig der Second-Hand-Markt dadurch geschwächt, dass physische Exemplare seltener werden. Gerade für Spieler:innen die Spiele nicht zum Vollpreis bei Release kaufen wollten, war dies immer auch eine Möglichkeit AAA-Spiele zu einem späteren Zeitpunkt günstiger gebraucht zu erwerben.

Was dies für die Playstation 6 bedeuten könnte

Auch wenn es bisher noch kein offizielles Erscheinungsdatum für die PlayStation 6 gibt, spricht ziemlich viel dafür, dass diese nicht mehr in einer Variante mit Disc-Laufwerk zum Verkauf angeboten wird. Auch wenn man außer PlayStation Spielen noch andere Datenträger über die PlayStation auslesen kann, wäre dies nur konsequent ohne den Sinn durch ein offizielles Medium, auch gleich auf die extra Hardware-Anforderung zu verzichten.

Wie ist dieser Trend zu bewerten?

Ich persönlich bin froh noch in einer Zeit aufgewachsen zu sein, in der man Spiele innerhalb des Freundeskreis tauschen konnte, so dass jeder von der Spielebibliothek des anderen profitiert hat. Klar, hat man das ein oder andere Spiel auch vergessen wieder zurück zu geben (sorry dafür an der Stelle), aber genau solche Kleinigkeiten machen es immer wieder besonders, die Verpackung dann irgendwann nochmal in der Hand zu halten. Es gibt auch unzählige Erinnerungen an Lan-Partys in denen jeder ein paar Spiele von sich mitgebracht hat und diese einfach abwechselnd eingelegt wurden und man so ein Best-Of der gemeinsam Spiele genießen konnte.

Ich finde es sehr schade daran zu denken, dass die zukünftigen Generationen sowas mit dem aussterben des physischen Mediums nicht mehr erleben werden. Es ist wirklich ein bedenklicher Trend, wenn man für Dinge bezahlt, die einem am Ende nicht wirklich gehören. Gerade deshalb sollte man solche Ankündigungen der großen Namen auf dem Markt nicht einfach nur abtun. Je mehr Inhalte nur noch als digitale Lizenz verkauft werden, umso mehr wird Verbraucher:innen die Unabhängigkeit von den Herstellern und einzelnen Anbietern genommen. Deshalb an dieser Stelle mal ein großes Lob an Stores wie GOG.com. Das ist keine Werbung, aber hier wird noch Wert darauf gelegt, die Konsument:innen so unabhängig wie möglich zu machen. Installationsdateien können heruntergeladen und somit auch offline verfügbar gemacht werden, was noch wirkliche Kontrolle über den eigenen Kauf bedeutet. Und genau das sollte der Maßstab sein: der Dienstleister dient den Verbraucher:innen und nicht umgekehrt.

Vielleicht ist aber genau dass die eigentliche Frage die man zu dieser Entwicklung stellen sollte: will die Mehrheit überhaupt noch Eigentum an ihrem digitalen Besitz oder gibt es inzwischen so einen Überfluss an Angeboten, dass die meisten denken „irgendwas wird’s schon immer geben“?


Mehr zum Thema Playstation bei techkrams.de findet ihr hier.

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Denny Lo Giudice

Hi, ich bin der Neue! 90-er Kind, gebürtig aus dem Saarland, seit 2021 im Rhein-Neckar-Kreis heimisch. Ich würde mich seit Kindesalter als "sportlichen Nerd" bezeichnen. Ich war entweder in der Sporthalle unterwegs oder vor sämtlichen Bildschirmen zu finden, angefangen mit dem OG Game Boy.

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