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Prime Video startet eine neue KI-gestützte Lip-Sync-Technik, die ein altes Synchronisationsproblem angehen soll: Stimmen und Mundbewegungen passen bei fremdsprachigen Fassungen oft nur ungefähr zusammen. Künftig verändert Amazon deshalb die Lippenbewegungen der Schauspieler passend zur synchronisierten Tonspur. Zum Einsatz kommen dabei KI- und VFX-Technologien – die eigentlichen Synchronstimmen bleiben menschlich.
Den Anfang macht ausgerechnet der deutsche Prime-Video-Erfolg „Maxton Hall“. Für die erste und zweite Staffel steht die angepasste englische Synchronfassung ab sofort weltweit bereit. Auch die dritte und finale Staffel soll die Technik direkt zum Start am 9. Dezember 2026 unterstützen.
KI verändert das Bild, nicht die Sprecher
Das Prinzip ist schnell erklärt: Bei einer klassischen Synchronisation wird die Übersetzung möglichst gut an die vorhandenen Lippenbewegungen angepasst. Perfekt funktioniert das naturgemäß nicht immer – schließlich wurden die Szenen ursprünglich in einer anderen Sprache gespielt. Prime Video dreht den Spieß nun teilweise um. Die menschlich eingesprochene Synchronfassung bleibt erhalten, KI und visuelle Effekte passen anschließend die Mundbewegungen der Schauspieler an den neuen Dialog an. Dadurch sollen störende Unterschiede zwischen Ton und Bild deutlich weniger auffallen.
Amazon betont dabei, dass die Umsetzung unter kreativer Kontrolle erfolgt und die ursprüngliche künstlerische Vision erhalten bleiben soll. Die Technik soll also nicht einfach automatisch über beliebige Filme und Serien gebügelt werden.
Weitere Filme und Serien sollen folgen
„Maxton Hall“ dient zunächst als Vorzeigeprojekt, Prime Video will die Technik künftig aber auf weitere Titel ausweiten. Welche Filme und Serien als Nächstes an die Reihe kommen, hat Amazon noch nicht verraten. Gerade internationale Produktionen könnten davon profitieren. Prime Video bietet viele Serien und Filme in zahlreichen Sprachfassungen an – und je weiter sich Satzbau und Wortlänge vom Original unterscheiden, desto deutlicher fällt klassische Synchronisation gelegentlich auf. Ob die digital veränderten Lippenbewegungen wirklich natürlicher wirken oder am Ende doch ein kleines Tal der Unheimlichkeit aufmachen, dürfte sich erst im Alltag zeigen.
Immerhin lässt Amazon die Sprecher bislang in Ruhe. Die KI darf hier nur an den Lippen herumfummeln.
via Caschys Blog
