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Redmi Headphones Neo: Viel Wumms für wenig Geld

Im Kurztest machen die Redmi Headphones Neo überraschend schnell klar, wohin die Reise geht: möglichst viele Funktionen, möglichst wenig Geld, möglichst wenig Drama. Ganz ohne Schwächen klappt das nicht, aber für einen günstigen Over-Ear mit ANC, starkem Akku und brauchbarem Klang ist das Paket erstaunlich rund.

Die Redmi Headphones Neo sind genau diese Sorte Kopfhörer, bei der man erst einmal misstrauisch wird. Over-Ear, ANC, Transparenzmodus, Bluetooth 5.4, App-Anbindung, USB-C-Audio, bis zu 72 Stunden Laufzeit und 40-mm-Treiber. Für einen Kopfhörer aus dem günstigen Segment klingt das fast schon nach der üblichen Datenblatt-Akrobatik. Also nach viel vorne drauf, wenig hinten raus.

Ganz so billig fühlt sich das Paket aber nicht an. Das Design ist schlicht, die Ohrmuscheln sitzen bequem und das Gewicht bleibt mit rund 263 Gramm angenehm im Rahmen. Luxus darf man nicht erwarten. Die Polster wirken okay, aber nicht nach Ewigkeit. Austauschbar sind sie offenbar nicht. Auch ein Transportcase oder Ladekabel sucht man im Karton vergeblich. Xiaomi spart also, aber wenigstens nicht an den komplett falschen Stellen.

Klang mit viel Druck

Klanglich gehen die Redmi Headphones Neo klar auf Alltag statt Analyse. Der Bass ist kräftig, Stimmen bleiben verständlich, Podcasts und Videos funktionieren sauber. Bei Pop, Elektro und allem, was ein wenig Wumms verträgt, macht der Kopfhörer mehr Spaß, als man in dieser Preisklasse erwarten würde. Wer aber jedes Instrument einzeln sezieren will, wird hier nicht glücklich. Feindynamik, Räumlichkeit und saubere Trennung komplexer Stücke bleiben begrenzt. Ist halt kein Studiowerkzeug, sondern ein günstiger Alltagsprügel fürs Ohr. Und dafür macht er seinen Job ziemlich ordentlich.

Die Xiaomi Earbuds App hilft beim Nachwürzen. Es gibt Presets und einen EQ, dazu lassen sich Funktionen anpassen. Nicht alles ist frei belegbar, einige Bedienlogik bleibt etwas stur. Aber immerhin bekommt man mehr Kontrolle als bei vielen anderen günstigen Bluetooth-Kopfhörern, die einfach klingen, wie sie klingen. Friss oder stirb, nur mit Ohrmuscheln.

ANC ohne Wunder, aber mit Nutzen

Das ANC ist eher moderate und kommt nicht an Sony oder Bose heran. Gleichmäßige Geräusche wie Lüfter, Bahnrauschen oder Bürobrummen werden hörbar reduziert. Stimmen, klappernde Tastaturen oder plötzliches Gepolter kommen weiter durch. Das ist in dieser Klasse normal. Es ist auf jeden Fall im Alltag brauchbar.

Der Transparenzmodus ist dagegen eher zweckmäßig. Man hört die Umgebung, aber nicht besonders natürlich. Verkehr und Stimmen wirken etwas dumpf. Für kurze Gespräche oder Orientierung reicht es, für ein richtig offenes Tragegefühl nicht ganz. Trotzdem: In dieser Preisklasse überhaupt ANC, Transparenzmodus und brauchbare passive Abschirmung zu bekommen, ist schon nicht schlecht.

Akku als dicker Pluspunkt

Die Laufzeit ist das stärkste Argument. Xiaomi gibt bis zu 72 Stunden an, allerdings ohne ANC und unter Laborbedingungen. Mit aktivierter Geräuschunterdrückung wird es weniger, klar. Trotzdem dürfte man bei normaler Nutzung locker durch mehrere Tage kommen, eher durch eine ganze Woche. Zehn Minuten Laden sollen zudem für bis zu fünf Stunden Wiedergabe reichen. Genau solche Dinge merkt man im Alltag mehr als irgendein Hi-Res-Logo, das später keiner mehr anschaut.

Bluetooth 5.4, Multipoint und Google Fast Pair runden das Paket ab. Dazu kommt die Nutzung per USB-C-Audio, was für einen günstigen Over-Ear tatsächlich ein netter Bonus ist. Für iPhone-Nutzer ist das je nach Anschluss-Setup weniger sexy, für Android und Notebook aber praktisch.

Kurzfazit

Die Redmi Headphones Neo sind keine Premium-Kopfhörer das sollte jedem klar sein, aber ein verdammt rundes Budget-Paket. Kräftiger Klang, brauchbares ANC, starke Laufzeit und solide App-Funktionen treffen auf klare Sparstellen bei Zubehör, Polstern und Feinauflösung. Für Alltag, Büro, Bahn, Sofa und Streaming sind sie sehr leicht zu empfehlen. Für Sport, audiophile Ansprüche oder maximale Geräuschunterdrückung eher nicht.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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