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Regt euch ab! – Google weiß was ihr wann in diesem Internet gekauft habt

Für mich irgendwie nicht überraschend, aber schon ein wenig scary. Google speichert alle eure Einkäufe für die ihr eure Gmail Adresse oder wohl auch einen Google Dienst verwendet habt.

Wenn ihr es mir nicht glaubt, schaut selbst

...ich weiß was du letzten Sommer gekauft hast....

Doch nicht nur was ihr gekauft habt, sondern auch bei wem und das ganze auch noch nach einzelnen Positionen inkl. Verkäufer und Bestellnummer.

Woher die Daten kommen, das wir euch nach einem Klick auch gleich gezeigt: aus den Bestätigungsmails die in euer Gmail-Konto kamen.

Ob dabei auch Daten aus Google-Pay Zahlungen zu finden sind, bin ich mir nicht sicher – ich habe zumindest keine auf die Schnelle gefunden – denkbar wäre es aber.

Kein Grund zur Panik, es ist zu erklären

Soweit, sogut zunächst mal kein großer Aufreger, da ich die Daten ja eh in meinem Gmail Account habe, auch kann ich aktuell nicht nachvollziehen ob die Daten noch vorhanden sind, wenn ich die entsprechende Mail lösche.

Google nutzt die Daten ja bereits auf anderen Wegen um mir z.B. zu zeigen wann ein Paket kommt oder auch wenn ich eine Reise gebucht habe um die Daten automatisch in meinen Kalender einzutragen (was aber nur manchmal funktioniert). Wenn man nun sensibel auf soetwas regiert, kann man sich gleich die wildesten Theorien zusammenreimen ich denke aber eine Panik ist hier zunächst nicht wirklich angebracht so lange diese Daten nicht weiterverwendet bzw. weiterverkauft werden – wer will, kann sich nun aber auch seinen Aluhut aufsetzen, sie Mistgabel aus dem Gartenschuppen holen und mit angezündeter Fackel durchs Dorf rennen. Schreit dabei “Google ist böse”!

Big-Data my ass – Sie finden euch trotzdem

Im Ernst…wenn ihr diese Daten einem (kostenlosen) Service zur Verfügung stellt, warum sollte nicht mit diesen Daten Arbeiten? Klar “Privatspähre” etc. aber bleiben wir mal mit der Kirche im Dorf. Daten zu kombinieren und zu sammeln, damit ist Google groß geworden, was habt ihr erwartet? Das ganze nennt sich dann “Big-Data” und wird erst dann richtig gefährlich, wenn Google diese Information z.B. mit anderen Informationen kreuzt die nicht wirklich transparent für euch sind. Ihr kauft z.B. etwas bei Firma XYZ und bekommz damm vermehrt Werbung von eben dieser Firma angezeigt. Dann wird es scary und dieses Spiel kann man noch beliebig weiterspinnen….seit X Bestellungen lasst ihr an eine neue Adresse liefern? Ihr müsst umgezogen sein. Kinderspielzeug bestellt? Ah, da sind Kinder im Haus…etc..etc… Das alles beruht auf sogenannte “strukturierte Daten” wie man diese systemisch ausliest, Kategorisiert, in eine Datenbank haut und verarbeitet lernt man im ersten Lehrjahr als Fachinformatiker, wenn der Ausbildungsbetrieb was taugt. Sobad die Daten dann entsprechend gespeichert sind geht der Spaß erst richtig los…DSGVO hin oder her. Auch anonymisierte Daten sidn Gold wert.

Ein Beispiel:

Eine Firma steckt für jeden Sale eine Stecknadel auf die Stelle einer Karte wo er verkauft wurde, nur anhand der PLZ der Bestellung….nach einer gewissen Zeit sieht die Firma nun wo auf der Landkarte sie nur wenige oder keine Verkäufe gemacht hat und erhöht dort ihren Werbedruck….wenn man nun noch farbige Nadeln verwendet um z.B. zwischen Frauen und Männern zu unterscheiden kann man wieder etwas eingrenzen…..je mehr “freie” Parameter man hinzufügt umso genauer wird die Zielgruppe und irgendwann haben sie euch, auch wenn ihr keine Spuren im Inernet hinterlasst. Selbst die abwesenheit von Daten hilft den Marketing-Menschen euch zu finden. Also wie ihr es macht, ist es falsch.

Alter Wein in digitalen Schläuchen

All das wird seit Jahrzehnten bereits gemacht, nicht nur online – jede Verkäuferin bei eurem Stammetzger kennt euch und weiss ob ihr lieber die Trüffel-Salami oder die Schinkenwurst wollt, dazu tratscht man noch ob du eine “Braten in der Röhre” hast weil du ein Bäuchlein angesetzt hast…alles halb so wild nur nun halt “digital” und transparenter für jeden.

Also weitermachen wie immer, auch dies Sau durchs Dorf lassen und sich keinen großen Kopf machen, ich kann euch sagen in diesem Internet gibt es noch viel größere Schweinereien die mit euren Daten passieren – ich selbst habe da schon einige umgesetzt.

Ein Tipp für die Aluhut-Träger

Ein kleiner Tipp noch: Ihr könnt diese Daten auch löschen, alles gut. Wenn ihr nicht möchtet, dass diese Daten in die Hände von Google fallen nutzt einen anderen Dienst für diese Art von Mails oder lasst das ganze über eure eigene Domain laufen. Eure Daten, eure Verantwortung wo ihr sie ablegt – Ihr lasst schließlich auch nicht euren Geldbeutel offen rumliegen.

Jetzt dürft ihr kurz rummaulen und dann machen wir wieder ganz normal weiter, okay?

Kurzes Meinungsbild

Beunruhigt euch das?

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Torsten

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

One Comment

  1. Nur dass sie eben eine länger gelesene Mydealz Artikelseite aus dem synchronisierten Google Chrome Verlauf noch nicht mit dem Supermarkt-Besuch aus den Funkzellenabfragen, dem Google Maps Standortverlauf, der Gyroskop-Datenauswertung, der Mikrofon-Datenauswertung (statt Okay-Google eben übliche Supermarktgeräusche bekommen und der letztendlichen Google Pay Zahlung verbinden können…

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