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Ein Saugroboter reicht nicht? iRobot denkt beim Roomba Duo gleich eine Nummer größer – beziehungsweise kleiner. Das auf der IFA 2026 vorgestellte System besteht aus zwei miteinander arbeitenden Robotern. Der große Roomba übernimmt die grobe Arbeit und kann einen zweiten, besonders flachen Roboter auf seinem Rücken transportieren und dort absetzen, wo er selbst nicht hinkommt. Klingt ein bisschen nach Mutterschiff und Landefähre, nur eben mit Wischmopp statt Phaser.
Der Roomba Duo ist zunächst ein Konzeptmodell. Einen Verkaufsstart oder Preis gibt es nicht. iRobot zeigt das System vom 4. bis 8. September auf der IFA 2026 in Berlin.
Ein Roomba trägt den anderen spazieren
Herzstück des Systems ist der ungewöhnlich große Hauptroboter. Auf seiner Oberseite sitzt ein mechanischer Arm, der einen zweiten Roomba transportieren kann. Erkennt das System einen Bereich, den der große Roboter aufgrund seiner Abmessungen nicht erreicht, setzt er seinen kleinen Kollegen dort ab. Beide Geräte verwenden dieselbe Karte des Hauses und stimmen ihre Aufgaben über die Roomba Home App miteinander ab. Der Hauptroboter kümmert sich um offene Flächen, während sein kleiner Begleiter unter Betten, Sofas oder niedrige Schränke fährt.
Beim auf der IFA gezeigten Begleitroboter handelt es sich technisch um den bereits erhältlichen Roomba Plus 575 Combo. Der misst lediglich 8,35 Zentimeter in der Höhe und rund 29,8 Zentimeter in der Breite. Seine PerfectEdge-Wischfläche kann sich um bis zu 31 Millimeter seitlich ausfahren. Schwellen bis 3,5 Zentimeter soll der kleine Roomba ebenfalls überwinden können.
Der große Roomba schrubbt mit ordentlich Druck
Interessanter ist allerdings der neu entwickelte Hauptroboter. Durch sein zylindrisches Gehäuse bekommt iRobot deutlich mehr Technik unter als bei einem klassischen flachen Saugroboter. Eine 60 Millimeter große PowerSpin Max-Wischwalze soll mit 46 Newton beziehungsweise ungefähr 4,7 Kilogramm Druck auf den Boden arbeiten. Vor hartnäckigen Flecken erzeugt ein integriertes Heizelement kontrollierten Dampf, um eingetrockneten Schmutz zu lösen. Anschließend nimmt die kontinuierlich gereinigte Walze den Schmutz auf. Hinter der Walze trocknet warme Luft den Boden wieder ab.
Auch beim Saugen soll der große Roomba entsprechend kräftig zupacken. Eine konkrete Saugleistung in Pascal nennt iRobot beim Duo allerdings bislang nicht.
Zur Orientierung: Der gerade vorgestellte Roomba Max 875 Combo auf Techkrams kommt auf 35.000 Pa und nutzt ebenfalls eine PowerSpin-Max-Walze sowie ThermaMist zur Behandlung hartnäckiger Flecken.
LiDAR, Kameras und gemeinsames Dock
Beide Roboter verfügen über ClearView Pro Dual-Line LiDAR und PrecisionVision AI zur Navigation und Hinderniserkennung. Der große Duo bekommt zusätzlich höher platzierte KI-Kameras. Sie sollen einen besseren Überblick über Räume und Möbel ermöglichen und gleichzeitig größere Verschmutzungen erkennen. Ordentlich dimensioniert sind auch seine Räder: Mit 17 Zentimetern Durchmesser und eigenen Radnabenmotoren sieht das Ganze eher nach kleinem Mars-Rover als nach klassischem Roomba aus.
Nach der Reinigung landen beide Geräte an einem gemeinsamen AutoWash-Dock. Dort werden Staub abgesaugt sowie Frisch- und Schmutzwasser verwaltet. Außerdem übernimmt die Station das Reinigen und Trocknen der Wischsysteme.
Spannendes Konzept – kaufen könnt ihr es aber nicht
Der Roomba Duo ist vermutlich eine der ungewöhnlicheren Saugroboter-Ideen der letzten Jahre. Statt einen einzelnen Roboter mit immer mehr Mechanik vollzustopfen, verteilt iRobot unterschiedliche Aufgaben auf zwei spezialisierte Geräte. Gerade der Transportmechanismus ist dabei spannend: Der flache Roboter muss nicht dauerhaft auf maximale Reichweite und Akkukapazität ausgelegt werden, wenn ihn sein großer Kollege einfach zum Einsatzort kutschiert.
Ob daraus jemals ein Serienprodukt wird, steht allerdings in den Sternen. iRobot bezeichnet den Duo ausdrücklich als Konzeptmodell und nennt derzeit keine Verkaufspläne. Wer also schon den Platz für zwei Roombas und deren Mutterschiff freiräumt, kann den Zollstock erst einmal wieder einpacken.
