
Samsung Unpacked: Viel Marketing, wenig Mut – und ein Update, das man locker aussitzen kann
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Nach dem Unpacked-Event hab ich mir Fold8, Fold8 Ultra, Flip8, Watch9 und Watch Ultra2 nochmal in Ruhe angeschaut. Und ganz ehrlich: Da ist einiges an solider Ingenieursarbeit drin, keine Frage. Aber „Innovation“ ist ein großes Wort für das, was Samsung da präsentiert hat. Größtenteils wurde an Stellschrauben gedreht, die schon beim Vorgänger da waren – und dafür verlangt Samsung teils deutlich mehr Geld. Zeit für ein bisschen offene Worte.
Die große Neuerung, die eigentlich keine ist
Fangen wir beim Fold8 Ultra an, dem eigentlichen Nachfolger des Fold7. Dünner, minimal leichter, neuer Chip, HDR im 200-MP-Modus – das ist alles nett, aber keines dieser Details rechtfertigt für sich genommen einen Neukauf. Das reguläre Fold8 immerhin bringt mit dem neuen Bildschirmformat und der Titanschutz-Technologie tatsächlich etwas frisches Format-Denken mit, verliert dafür aber die Telelinse komplett – ein Downgrade, das Samsung ziemlich elegant zwischen den Zeilen versteckt. Beim Flip8 sieht’s noch dünner aus: gleicher Akku, fast identische Kamera, ein bisschen leichter, dazu ein aufgehübschtes FlexWindow mit mehr KI-Zugriff. Das ist eine Software-Erweiterung, kein Hardware-Sprung.
Bei den Uhren wiederholt sich das Muster. Die Watch Ultra2 bekommt einen größeren Akku und ein helleres Display – schön, aber erwartbar für eine zweite Generation. Die Watch9 unterscheidet sich vom Vorgänger vor allem durch neue Farboptionen und den neuen Chip. Niemand würde hier von einem Quantensprung sprechen.
Der Preis ist das eigentliche Ärgernis
Was mich persönlich mehr stört als die fehlende Innovation: die Preisentwicklung. Beim Fold8 Ultra zahlt man in der Topausstattung 280 Euro mehr als beim Fold7 im Vorjahr, beim Fold8 sind es je nach Speicherstufe 100 bis 180 Euro, beim Flip8 ebenfalls bis zu 180 Euro. Die „Speicherkrise“ wird dabei fleißig als Begründung durchgereicht – und ja, RAM- und NAND-Preise sind tatsächlich gestiegen. Aber ein Konzern in Samsungs Größenordnung, der selbst einer der größten Speicherchip-Hersteller der Welt ist, hätte hier durchaus Spielraum gehabt, die Mehrkosten nicht eins zu eins an die Kundschaft weiterzureichen.
Dazu kommt die inzwischen schon fast reflexhafte Rabattschlacht zur Vorbestellung: Eintauschbonus, Warenkorb-Rabatt, PayPal-Code, Google-AI-Pro-Zugabe. Klingt großzügig, ist aber in erster Linie eine geschickte Methode, den ohnehin schon hohen UVP-Preis psychologisch wieder attraktiver aussehen zu lassen. Am Ende zahlt ihr trotzdem mehr als letztes Jahr für vergleichbare Hardware.
Wer die Vorgänger hat, darf getrost skippen
Und damit zur eigentlich spannenden Frage: Solltet ihr aufrüsten, wenn ihr Fold7, Flip7 oder Watch8 besitzt? Meine ehrliche Einschätzung: Nein, nicht zwingend. Wer mit dem Fold7 oder Flip7 zufrieden ist, verliert durch ein Jahr Wartezeit nichts Entscheidendes – die Kamera-Hardware ist beim Fold7 sogar in Teilen besser ausgestattet als beim regulären Fold8, und der Leistungssprung vom letztjährigen Snapdragon zum aktuellen Modell fällt im Alltag kaum auf. Bei den Uhren gilt das genauso: Wer mit der Watch8 oder Watch Ultra glücklich ist, verpasst mit dem Sitzenbleiben vor allem eins – höhere Anschaffungskosten.
Sinnvoller ist ein Umstieg eigentlich nur, wenn euer aktuelles Gerät zwei oder mehr Generationen alt ist, der Akku spürbar nachlässt, oder ihr auf ein konkretes neues Feature scharf seid, das euren Alltag wirklich verändert – etwa die deutlich verbesserte Grok-artige Agentic-AI-Integration oder das neue Fold8-Bildschirmformat, falls euch das bisherige, fast quadratische Innendisplay der Fold-Reihe schon immer gestört hat.
Wer sich umschauen will, hat Alternativen
Wer sowieso gerade neu einsteigt und nicht zwangsläufig bei Samsung bleiben muss, sollte sich ruhig umschauen. Das Google Pixel 10 Pro Fold punktet vor allem mit cleaner Computational Photography und einem sehr aufgeräumten Software-Erlebnis. Wer maximale Schlankheit und ein auffälliges Design will, findet im Honor Magic V5 beziehungsweise dem frisch gelaunchten Magic V6 ein technisch beeindruckendes Gerät mit riesigem Akku bei erstaunlich geringer Dicke – wenn auch mit eingeschränkter Verfügbarkeit außerhalb Europas und Chinas. Für Multitasking-Fans lohnt weiterhin ein Blick auf das OnePlus Open 2 mit seiner Open-Canvas-Oberfläche. Und wer richtig auftragen will: Der Huawei Mate XT Ultra ist als echtes Tri-Fold-Gerät der Exot unter den Foldables, aber auch preislich in einer ganz eigenen Liga.
Keins dieser Geräte ist grundsätzlich „besser“ als Samsungs neue Modelle – aber sie zeigen, dass es in der Foldable-Welt durchaus unterschiedliche, teils mutigere Design-Philosophien gibt als das, was Samsung heuer präsentiert hat.
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- Das bisher dünnste, leichteste Samsung Smartphone aus der Fold-Reihe mit großen Displays innen und außen, Widerstandsfähiges KI Handy dank robustem Rahmen aus Armor Aluminum, Armor Flex-Scharnier und einem Bildschirm mit Corning Gorilla Glass...
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