
Scrap 1: Dieser 3D-Drucker will Metalldruck deutlich günstiger machen
Metall-3D-Druck ist normalerweise eine Liga für Industrie, Forschung oder sehr gut ausgestattete Werkstätten. Genau hier will Scrap Labs mit dem Scrap 1 ansetzen. Das neue System ist ein kompakter LPBF-Metalldrucker für den Werkbank-Einsatz und soll funktionale Metallteile direkt per Laser aus Pulver fertigen – ohne Binder, ohne nachgelagertes Sintern und zu einem Preis, der deutlich unter klassischen Industriesystemen liegt.
Kein Filament, kein Trick: Der Scrap 1 druckt echtes Metall
Der Scrap 1 arbeitet nicht wie ein klassischer FDM-Drucker mit Kunststoff-Filament. Stattdessen setzt Scrap Labs auf Laser Powder Bed Fusion (LPBF). Dabei verschmilzt ein Laser mit mehr als 200 Watt Leistung Metallpulver schichtweise zu einem Bauteil. Laut Hersteller sind damit unter anderem 316L-Edelstahl, Werkzeugstahl, Kupfer, Nickellegierungen und weitere Metalle vorgesehen. Scrap Labs bewirbt das System dabei ausdrücklich als Plattform für „real metal printing“ und nennt über 99 Prozent Dichte für gedruckte Teile als Zielwert.
Genau das macht den Drucker spannend. Viele günstiger klingende Metalllösungen arbeiten mit gebundenem Material, das später noch entbindert und gesintert werden muss. Beim Scrap 1 soll der Metallteil dagegen direkt im Druckprozess entstehen. Das ist technisch deutlich ambitionierter und näher an dem, was man sonst aus der professionellen Additivfertigung kennt. Diese Einordnung ergibt sich aus der von Scrap Labs beschriebenen LPBF-Architektur ohne Binder- oder Sinter-Schritt.
Kompakt, aber klar auf kleine Bauteile ausgelegt
Beim Bauraum bleibt der Scrap 1 allerdings realistisch. Laut den bisher veröffentlichten Daten liegt das Bauvolumen bei 100 x 100 x 100 mm. Dünnere Teile sollen diagonal auch bis etwa 140 mm möglich sein. Der fokussierte Laser-Spot wird mit 0,135 mm angegeben, die Schichtdicke liegt je nach Quelle bzw. Betriebsziel bei rund 20 bis 100 Mikrometern, häufig wird auch 30 Mikrometer genannt. Das Gerät selbst misst rund 43 x 50 x 57 cm und wiegt etwa 30 kg.
Damit ist klar, worauf das System zielt: nicht auf große Serienbauteile, sondern auf kleinere, belastbare Komponenten, Prototypen, Werkstattteile oder Spezialanwendungen. Für Maker, Labore oder kleine Entwicklungsabteilungen könnte genau das reichen – vor allem dann, wenn es um komplexe Geometrien geht, die man konventionell nur schwer oder teuer fertigen kann.
Der Preis ist der eigentliche Aufhänger
Der spannendste Punkt ist am Ende nicht nur die Technik, sondern der Preis. Scrap Labs nennt für frühe Founder Kits ab 9.600 US-Dollar, regulär sollen die Kits später auf 14.990 US-Dollar steigen. Ein fertig montiertes und getestetes System startet laut Hersteller und Berichten aus der 3D-Druck-Branche bei 17.990 US-Dollar. Die ersten Auslieferungen werden aktuell für Anfang 2027 geplant.
Offenes System statt Black Box
Spannend ist auch die Software- und Plattformseite. Der Scrap 1 soll laut den bisherigen Angaben mit ScrapSlicer, PrusaSlicer und OrcaSlicer zusammenarbeiten. Scrap Labs betont zudem eine offenere, servicefreundliche Architektur, die Nutzer nicht komplett in eine geschlossene Box sperren soll. Das könnte für Bastler, Forschungseinrichtungen und kleine Fertiger fast genauso wichtig sein wie der Preis selbst.
Noch ist das vor allem ein sehr spannender Vorstoß
Aktuell steht der Scrap 1 noch vor dem eigentlichen Marktstart. Scrap Labs will das System im April 2026 erstmals öffentlich auf dem Rocky Mountain RepRap Festival zeigen, während die eigene Roadmap einen breiteren Produktionsstart erst für 2027 vorsieht. Es ist also eher noch zurückhaltende Vorfreude angebracht, erstmal schauen was das Teil wirklich kann.
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