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Sonnenfinsternis am 12. August 2026: Wann sie in Deutschland zu sehen ist und wie ihr sie sicher fotografiert

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Am Mittwoch, dem 12. August 2026, lohnt sich in Deutschland der Blick Richtung Westhorizont. Der Mond schiebt sich am Abend vor die Sonne und sorgt für eine ungewöhnlich starke partielle Sonnenfinsternis. Eine totale Finsternis gibt es hierzulande zwar nicht, je nach Standort werden aber rund 84 bis etwas mehr als 90 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Besonders gute Karten hat der Südwesten Deutschlands. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erwartet entlang einer Linie von Freiburg bis Konstanz eine Bedeckung von bis zu rund 90 Prozent.

Los geht es je nach Standort zwischen etwa 19:11 und 19:24 Uhr MESZ, das Maximum wird ungefähr zwischen 20:05 und 20:17 Uhr erreicht. Besonders wichtig ist diesmal allerdings nicht nur der Standort, sondern auch ein möglichst freier Blick nach West bis West-Nordwest. Die Sonne steht während des Maximums bereits extrem tief und geht in weiten Teilen Deutschlands unter, bevor die partielle Finsternis vollständig beendet ist.

Wo ist die Sonnenfinsternis in Deutschland am besten zu sehen?

Den höchsten Bedeckungsgrad gibt es im Südwesten Deutschlands. In Freiburg werden etwas mehr als 90 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Baden-Württemberg und der westliche Teil Bayerns gehören damit zu den interessantesten Regionen für die Beobachtung. Allerdings steht die Sonne hier beim Maximum nur knapp über dem Horizont. Ein Hügel, ein Aussichtspunkt oder eine freie Fläche ohne Gebäude, Berge oder Bäume Richtung Westen ist deshalb deutlich wichtiger als ein besonders leistungsfähiges Teleskop.

Einige Beispiele zeigen, wie stark sich die Zeiten innerhalb Deutschlands unterscheiden. In Berlin beginnt die Finsternis gegen 19:15 Uhr und erreicht gegen 20:08 Uhr ihr Maximum. In Frankfurt am Main geht es ungefähr um 19:19 Uhr los, das Maximum folgt um 20:13 Uhr. In München beginnt die Bedeckung gegen 19:23 Uhr und erreicht um etwa 20:16 Uhr ihren Höhepunkt. Bereits gegen 20:32 Uhr verschwindet die Sonne dort hinter dem Horizont.

Im Norden beginnt das Schauspiel etwas früher. In Flensburg berührt der Mond bereits gegen 19:11 Uhr die Sonnenscheibe, das Maximum wird dort gegen 20:06 Uhr erreicht. Erst kurz vor 21 Uhr endet die partielle Phase.

Total wird die Sonnenfinsternis in Deutschland nicht

Wer eine komplett schwarze Sonne mit sichtbarer Korona erleben möchte, muss Deutschland verlassen. Der schmale Bereich der Totalität zieht unter anderem über Grönland, Island und Nordspanien sowie einen kleinen Teil Portugals. In Island und Spanien dauert die totale Phase je nach Standort ungefähr ein bis zwei Minuten. Die NASA weist zudem darauf hin, dass die Sonne in Spanien teilweise bereits kurz vor Sonnenuntergang vollständig verdeckt wird.

In Deutschland bleibt dagegen während des gesamten Ereignisses immer ein Teil der Sonnenoberfläche sichtbar. Genau das ist beim Thema Sicherheit entscheidend: Zu keinem Zeitpunkt darf hier ohne geeigneten Schutz direkt in die Sonne geschaut werden.

Sonnenfinsternis fotografieren: Der Filter gehört vor das Objektiv

Bild von Hans auf Pixabay

Wer die Sonnenfinsternis mit Kamera oder Smartphone fotografieren möchte, sollte nicht einfach die Kamera auf die Sonne richten. Besonders bei Systemkameras und Teleobjektiven wird das Sonnenlicht stark gebündelt. Dadurch können Bauteile im Objektiv, Verschluss und insbesondere der Bildsensor beschädigt werden.

Vor ein Kameraobjektiv gehört deshalb ein spezieller Sonnenfilter, der ausdrücklich für die Sonnenbeobachtung beziehungsweise Sonnenfotografie geeignet ist. Der Filter muss vor der Frontlinse sitzen. Ein normaler ND-Filter ist dafür nicht automatisch geeignet. Auch mehrere übereinander geschraubte ND-Filter sind kein zuverlässiger Ersatz.

Beim klassischen optischen Sucher gilt zusätzlich: Nicht hindurchsehen, solange kein geeigneter Sonnenfilter sicher vor dem Objektiv sitzt. Allround-PC empfiehlt für die Ausrichtung grundsätzlich das Display beziehungsweise den elektronischen Sucher.

Eine Sonnenfinsternisbrille schützt eure Augen – aber nicht automatisch die Kamera

Für die direkte Beobachtung benötigt ihr eine zertifizierte Sonnenfinsternisbrille nach ISO 12312-2. Normale Sonnenbrillen sind dafür vollkommen ungeeignet – unabhängig davon, wie dunkel sie erscheinen. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz und die NASA weisen ausdrücklich auf die Gefahr dauerhafter Augenschäden hin.

Wichtig ist außerdem ein häufiger Denkfehler: Eine Sonnenfinsternisbrille vor den Augen macht den Blick durch ein Fernglas, Teleskop oder ein starkes Kameraobjektiv nicht sicher. Optische Systeme bündeln das Sonnenlicht. Deshalb benötigt das jeweilige Gerät einen dafür vorgesehenen Filter vor der Optik.

Und was ist mit dem Smartphone?

Auch beim Smartphone sollte man vorsichtig sein. Für kurze Weitwinkelaufnahmen ist das Risiko geringer als bei einem langen Teleobjektiv, trotzdem sollte insbesondere bei längerer Ausrichtung auf die Sonne ein geeigneter Filter verwendet werden. Noch wichtiger wird das bei Smartphones mit starken Telekameras oder zusätzlicher Teleoptik.

Für interessante Bilder muss die Sonne außerdem nicht zwingend formatfüllend im Bild stehen. Gerade weil die Finsternis kurz vor Sonnenuntergang stattfindet, bieten sich Aufnahmen mit Landschaft, Gebäuden oder Silhouetten im Vordergrund an. Ein Stativ und eine manuell reduzierte Belichtung helfen dabei, die schmale Sonnensichel sauber herauszuarbeiten.

Der Standort dürfte wichtiger sein als die Kamera

Wer am 12. August fotografieren möchte, sollte sich bereits vorher einen passenden Standort suchen. Die Sonne steht zum Maximum in Deutschland teilweise nur noch wenige Grad über dem Horizont. Ein Gebäude, eine Baumreihe oder ein kleiner Hügel in der falschen Richtung kann das Schauspiel damit komplett verdecken.

Ideal ist eine erhöhte Position mit freier Sicht nach West beziehungsweise West-Nordwest. Und natürlich spielt das Wetter mit. Selbst die beste Kamera und der teuerste Sonnenfilter helfen wenig, wenn kurz vor 20 Uhr eine geschlossene Wolkendecke am Horizont hängt.

Nach der Sonnenfinsternis geht es direkt mit den Perseiden weiter

Wer ohnehin draußen ist, sollte anschließend nicht sofort zusammenpacken. In derselben Nacht erreicht auch der Perseiden-Meteorstrom seinen Höhepunkt. Die Stiftung Planetarium Berlin rechnet unter guten Bedingungen mit zahlreichen sichtbaren Sternschnuppen. Damit könnten Sonnenfinsternis und Perseiden am 12. August für eine ziemlich lange Nacht sorgen.

Die nächste Sonnenfinsternis ist aus Deutschland bereits am 2. August 2027 sichtbar, allerdings mit deutlich geringerer Bedeckung. Auf eine totale Sonnenfinsternis in Deutschland müssen wir dagegen wesentlich länger warten: Erst am 3. September 2081 verläuft die Totalitätszone wieder über einen Teil Deutschlands.

Quellen

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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