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Zum Steam Frame ist offenbar deutlich mehr Material nach außen gerutscht als geplant. Ein knapp 30 Minuten langes Video des Linus-Tech-Tips-Ablegers ShortCircuit war kurzzeitig öffentlich auf YouTube verfügbar und wurde anschließend wieder auf privat gestellt. Eine Kopie ist inzwischen im Internet Archive gelandet.
Spannender als die Umstände ist ohnehin das Headset selbst. Denn das Video liefert einen der bisher ausführlichsten Eindrücke von Valves neuer VR-Hardware.
Steam Frame wirkt erstaunlich kompakt
Auf den ersten Blick fällt auf, dass Valve offenbar viel Wert auf ein schlankes und ausgewogenes Design gelegt hat. Das Headset wirkt deutlich weniger klobig als viele klassische PC-VR-Lösungen. Besonders die Gewichtsverteilung scheint gelungen. Im geleakten Video wird mehrfach hervorgehoben, dass sich das Steam Frame trotz der verbauten Technik angenehm tragen lässt. Gerade bei längeren VR-Sessions ist das ein wichtiger Punkt. Technisch beeindruckende Hardware hilft wenig, wenn man nach einer halben Stunde nur noch den Druck auf Stirn und Nacken spürt.
Kabelloses PC-VR als große Stärke
Einer der spannendsten Punkte ist das kabellose Streaming vom PC. Valve setzt dafür auf einen eigenen Funkadapter.
Im Video macht die Verbindung einen starken Eindruck. Die Verzögerung soll kaum wahrnehmbar sein, gleichzeitig bleibt die Bildqualität offenbar stabil. Das könnte zu einem der wichtigsten Argumente für das Steam Frame werden. Wer einmal kabellos VR gespielt hat, will nur ungern wieder an ein Kabel zurück.
Die Displays überzeugen nicht immer
Ganz ohne Schwächen präsentiert sich das Steam Frame aber nicht. Die verbauten LCD-Panels liefern offenbar ein scharfes Bild, bei Bewegungen kann jedoch sogenanntes Color Fringing auftreten. Dabei entstehen an kontrastreichen Kanten leichte Farbsäume. Das ist kein Totalausfall, zeigt aber, dass Valve hier offenbar nicht ausschließlich auf maximale Bildqualität setzt. Auch beim Passthrough gibt es Luft nach oben. Die Kameras arbeiten monochrom, die Umgebung wird also nur in Schwarz-Weiß dargestellt. Zusätzlich sollen Übergänge zwischen den einzelnen Kamerabildern teilweise sichtbar sein.
Für kurze Orientierungsphasen reicht das vermutlich aus. Für hochwertige Mixed-Reality-Anwendungen wirkt die Lösung dagegen weniger überzeugend.
Controller mit bekannten Valve-Ideen
Auch die Controller sind im Leak ausführlich zu sehen. Valve setzt grundsätzlich auf ein klassisches Layout mit Analogsticks, Triggern und ABXY-Tasten. Gerade die Tasten sollen allerdings nicht besonders hochwertig wirken und werden im Video entsprechend kritisch kommentiert. Interessanter wird es beim optionalen Zubehör. Ein „Ergonomics Accessories Kit“ soll unter anderem Handschlaufen enthalten, die stark an die Valve-Index-Controller erinnern.
Die Controller selbst werden mit austauschbaren AA-Batterien betrieben. Laut den Angaben im Leak sollen damit bis zu 40 Stunden Laufzeit möglich sein.
Valve setzt offenbar auf Alltagstauglichkeit
Insgesamt vermittelt das geleakte Video den Eindruck, dass Valve beim Steam Frame weniger einen kompromisslosen Nachfolger der Valve Index baut. Stattdessen scheint das Headset stärker auf Komfort, kabellose Nutzung und einen möglichst einfachen Einstieg ausgelegt zu sein.
Das würde auch strategisch Sinn ergeben. Der VR-Markt hat sich stark verändert, und Geräte wie die Meta Quest haben gezeigt, dass Komfort und niedrige Einstiegshürden oft wichtiger sind als maximale technische Daten. Genau in diese Richtung scheint auch Valve zu gehen.
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Video dürfte zu früh online gegangen sein
Dass wir all diese Details überhaupt schon sehen können, war offenbar nicht geplant. Das ShortCircuit-Video mit dem Titel „Our First 30 Minutes with the Steam Frame“ ging am 12. September kurzzeitig online und wurde anschließend wieder auf privat gestellt. Eine Kopie tauchte wenig später im Internet Archive auf.
Preis und Release bleiben offen
Zwei wichtige Informationen fehlen weiterhin: der Preis und ein konkreter Veröffentlichungstermin.Gerade der Preis dürfte entscheiden, wie spannend das Steam Frame am Ende wirklich wird. Valve muss günstig genug bleiben, um nicht erneut nur Enthusiasten anzusprechen. Sollte das Unternehmen eine starke kabellose PC-VR-Lösung mit gutem Komfort und konkurrenzfähigem Preis anbieten, könnte das Steam Frame eines der interessantesten VR-Produkte seit Jahren werden.
Valve muss eigentlich nur noch offiziell den Vorhang öffnen.

