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Ein Bahnhof, der niemals fertig wird, ein Tunnel ohne Ende und eine Lautsprecherstimme, die zunächst nur über die nächste Zugverbindung informiert: S21 greift die Idee von modernen Genreklassikern wie Exit 8 und The Stanley Parable auf und mischt sie mit der beklemmenden Atmosphäre der Backrooms. Das Ergebnis ist ein herrlich absurdes Satire-Spiel rund um ein Bauprojekt, bei dem sich schnell die Frage stellt, ob es jemals einen Ausgang geben wird.
In S21 bewegt man sich allein durch einen unfertigen Tunnel. Irgendwo vor einem soll der Bahnhof liegen, doch wann dieser erreicht wird, bleibt zunächst unklar. Gleise sind teilweise noch in Planung, Beleuchtung gibt es nur stellenweise und selbst ein Ausgang scheint noch keine eindeutige Zuständigkeit zu haben. Dazu kommen so alltägliche Dinge wie Mülleimer, die in diesem Umfeld plötzlich erstaunlich wichtig wirken.
Das Spiel nimmt damit die typische Struktur eines Walking Simulators und macht aus dem Weg zum Ziel selbst das zentrale Spielelement. Statt Gegnern, Zombies oder anderen typischen Horrorfiguren sorgt vor allem die Umgebung für Unbehagen. Die ständige Unsicherheit darüber, ob sich überhaupt etwas verändert oder man lediglich im nächsten Abschnitt derselben Baustelle landet, soll dabei ein wesentlicher Teil der Spielerfahrung sein.
Zwischen The Stanley Parable, Exit 8 und Backrooms
S21 setzt weniger auf bekannten digitalen Horror als auf eine Mischung aus absurdem Humor, Atmosphäre und psychologischem Unbehagen. Die Lautsprecherstimme begleitet die Reise durch den Tunnel, wirkt zunächst förmlich und sachlich und wird im weiteren Verlauf zunehmend persönlicher. Dabei verspricht das Spiel ausdrücklich, dass diese Stimme immer die Wahrheit sagt. Auch das eigene mobile Endgerät spielt eine Rolle. Darauf lässt sich unter anderem eine hypothetische Ankunftszeit ablesen – also wie in der Realität. Wie viel diese Anzeige tatsächlich über den eigenen Fortschritt verrät, gehört zu den Dingen, die man während des Spiels selbst herausfinden muss.
Das Bauprojekt ist Teil des Spiels
Besonders passend zur Satire ist, dass S21 selbst als unfertiges Bauprojekt auftritt. Laut Beschreibung ist das Spiel eine Baustelle – und ob man jemals einen Bahnsteig erreicht, bleibt bewusst offen. Die Inszenierung macht daraus einen Teil des Konzepts und spielt mit der Erwartung, dass in einem Videospiel irgendwann zwangsläufig ein Ziel erreicht werden muss.
Der Name S21 ist dabei natürlich eine Anspielung auf das reale Stuttgarter Bahnprojekt. Das Spiel weist ausdrücklich darauf hin, dass Ähnlichkeiten mit realen Bauprojekten rein zufällig seien. Die satirische Idee ist trotzdem schwer zu übersehen und dürfte gerade in Stuttgart für einen zusätzlichen Wiedererkennungswert sorgen. Hinter S21 steht das Stuttgarter Studio Hanging Gardens Interactive. Das Team ist bereits für das Musik-Rätsel-Adventure Sonority bekannt, geht mit S21 allerdings in eine deutlich andere Richtung. Statt Rätseln und musikalischen Mechaniken steht diesmal die Erkundung eines überteuren in unseren Leben niemals fertig werdenden Bahnprojekts im Mittelpunkt.
Demo kostenlos auf Steam verfügbar
Wann die Vollversion von S21 erscheint, ist derzeit leider noch nicht bekannt. Eine kostenlose Demo ist bereits auf Steam verfügbar – die Demo läuft aktuell allerdings ausschließlich unter Windows. Die Entwickler:innen rechnen für einen Durchlauf mit etwa zwei bis drei Stunden. Wie lange dieser tatsächlich dauert, hängt offenbar nicht nur vom eigenen Tempo ab – schließlich kann sich ein Aufenthalt in einem endlosen Tunnel deutlich länger anfühlen als vorgesehen.
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