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In einer Call-Konferenz zum Quartalsergebnis vom 07. August gab der Take-Two Interactive CEO Strauss Zelnick als Antwort auf seine Meinung zu den steigenden Hardwarepreisen eine überraschende Aussage. Laut Kotaku antwortete der Geschäftsführer, dass die steigenden Preise nicht gut fürs Geschäft wären, er allerdings stark an Streaming als Zukunft für Gaming glaubt und somit auch Maschinen mit wenig Leistung in Zukunft zu Gaming-Maschinen werden können.
Dies wäre mit Sicherheit ein praktikable Lösung als Reaktion auf Preise die sich normalverdienende Gamer:innen ohnehin schon kaum noch leisten können, aber ist dies in der Realität wirklich möglich oder steckt hier vielleicht eine Mischung aus kürzlich gewonnener Einblicke in den Fortschritt der Technik durch Netflix und somit Hoffnung auf ein Businessmodel, von welchem Take-Two selbst zusätzlich profitieren würde dahinter?
Netflix und GTA 6
Wie bereits vor kurzem von uns berichtet, wird es demnächst erste tiefere Einblicke in GTA 6 geben und dies ausgerechnet über den Streaminganbieter Netflix. Dieser ist in dem Kontext aber nicht nur als Streaminganbieter zu sehen, denn hier wird seit 2021, zunächst noch mit herunterladbaren Mobilspielen, nach und nach mehr auf Gaming via Streaming, also Cloud Gaming als Zusatzangebot für die Abonnenten gesetzt. Mittlerweile hat man etwa 90 mobile und Cloud Spiele im Angebot, welche direkt vom Fernseher aus, mit dem Smartphone als Controller dienend, gestreamt werden können.
Mit dem kürzlich angekündigten historischen Exklusiv-Event von Netflix und dem Tochterkonzern von Take-Two Interactive, nämlich Rockstar Games, könnte man sich hier in Position bringen wollen in Zukunft deutlich größere Namen und Spiele an Land zu ziehen.
Aktueller technischer Stand Cloud Gaming
Laut Zelnick soll Cloud Gaming also in den kommerziellen Modus übergehen. Er spekuliert laut dem Earnings Call auf einen Zeitraum innerhalb der nächsten 3 Jahre, bis zu dem mit einem technischen Stand gerechnet werden könnte, der sehr niedrige Latenz ermöglicht . Als Zusatzbedingung nennt er aber auch in einem Interview mit IGN, dass diese Form von Gaming für den Konzern nur relevant werden würde, wenn auch Spiele wie das kommende Flaggschiff GTA 6 mit ähnlicher Reaktionszeit und Genauigkeit wie bei Konsolen unterstützt werden könnten.
Wie ist hier allerdings der aktuelle technische Stand? Mit einer der relevantesten Faktoren ist die bereits von Zelnick erwähnte „Latenz“. Das ist grob ausgedrückt die Zeit zwischen dem Druck eines Knopfes, der Verarbeitung der gewünschten Aktion und letztendlich dann der entsprechenden Registrierung der Aktion im Spiel. Die Latenzzeiten werden in der Regel in Millisekunden berechnet bzw. angegeben. Der Einfachheit halber werden wir hier nur die Latenzzeiten nennen die vom Cloud Service dazu kommen. Dies sind meistens die Zahlen mit denen die Anbieter selbst auch werben, also auch am besten recherchiert werden können. Hier muss noch jeweils Hardwarelatenz und Netzwerklatenz und ähnliches hinzugerechnet werden um auf die Gesamtlatenzzeit oder auch „Ende-zu-Ende-Latenz“ zu kommen. Vorab dazu eine kurze Referenzwerttabelle:
| Wert | Einordung | Mögliche passende Genre |
|---|---|---|
| unter 20 ms | Perfekt, quasi kaum unterscheidbar von lokalem Gaming | alle |
| 20 – 40 ms | Sehr gut, noch geeignet für kompetitives Gaming | Kompetitive Spiele / Rhythmus Spiele |
| 40 – 60 ms | Erster spürbare Verzögerung, noch für Einzelspieler Spiele geeignet | First Person Shooter / Action Spielel |
| 60 – 100 ms | Deutliche Verzögerung, nur noch für langsame Spiele geeignet | Rundenbasierte / Strategie Spiele |
Quellen: https://explainx.ai/blog/geforce-now-cloud-gaming-complete-guide-2026 und https://www.pubnub.com/guides/whats-so-important-about-low-latency/
Schauen wir uns nun also mal etwas auf dem derzeitigen Markt um:
Die größten Anbieter sind hier NVIDIA GeForce Now, Xbox Cloud Gaming, Amazon Luna und die Cloud Gaming Möglichkeit über Playstation Plus Premium. Mit dazu gezählt werden kann aber eben auch im weiteren Sinne ein Anbieter wie Netflix, der zumindest ein kleines Angebot dazu aufstellt.
Ganz weit vorne ist hier NVIDIA GeForce Now mit einer Zeit von im Schnitt 32 ms, bei einer Auflösung von 1080p . In der gleichen Quelle gibt es Angaben von Xbox Cloud Gaming mit etwa 45 ms und Amazon Luna landet hier bei etwa 48 ms. Lediglich für Playstation Plus Premium sind hier nur Gesamtlatenzzeiten von 137 ms angegeben. Zieht man von dieser Zahl geschätzt etwa 40-50 ms ab, was die ausgelassenen Latenzen von Hardware, Netzwerk, Videoenkodierung und sonstigem berücksichtigt, würden wir auf eine Zahl von 87-97 ms kommen, nur vom Cloud Service selbst.
Da es bei Netflix nirgendwo Testzahlen und offizielle Angaben gibt, dieser Anbieter aber mit das jüngste Angebot, bzw. auch vermutlich Hardwareseitig das schwächste Angebot stellt, kann man hier von noch höheren Zahlen als bei Playstation Plus Premium ausgehen.
Nach sehr niedriger Latenz klingt das bisher nicht unbedingt. Und hier ist noch kein Gaming in höherer Auflösung berücksichtigt, geschweige denn ein Spiel das technisch wieder ganz andere Maßstäbe setzen wird, wie man bei GTA 6 davon ausgehen kann.
Fazit
Abschließend kann man also sagen, dass laut aktuellem Stand, vorsichtig formuliert, die Aussage von Take-Two Interactive CEO Strauss Zelnick durchaus gewagt ist. Auch wenn mehr und mehr Analysten aufgrund der durch KI immer mehr steigenden Hardwarepreise alternative Formen der Entwicklung des Gamingmarktes für realistisch halten, ist Cloud Gaming technisch noch weit weg davon wirklich für große AAA-Titel relevant zu werden. Und auch wenn Zelnick im oben zitierten Interview mit IGN bereits gesagt hat, dass er durchaus auch komplett falsch liegen könnte, lässt sich diese Aussage auf jeden Fall mit Interesse verfolgen, aber definitiv wie bereits erwähnt aktuell noch in die Schublade „schau mer mal“ ablegen.
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Disclaimer: für die Recherchen zu diesem Artikel wurde KI verwendet.
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