
Ultrahuman legt beim Glukose-Tracking nach. Mit M2 Live startet eine neue Plattform, die kontinuierliche Glukosedaten günstiger und einfacher zugänglich machen soll. Der Dienst ist zunächst für die USA angekündigt und setzt dort auf den Lingo-Sensor von Abbott. Der große Punkt: Es soll keine ärztliche Verschreibung nötig sein. Damit rückt Ultrahuman das Thema Blutzucker-Tracking weiter aus der medizinischen Nische in Richtung Fitness und Selbstoptimierung. Genau da, wo inzwischen ohnehin jede Zahl irgendwann zur Kurve wird.
M2 Live soll Glukosedaten direkt in die Ultrahuman-App bringen. Dort werden sie nicht nur angezeigt, sondern mit den bekannten Ultrahuman-Auswertungen kombiniert. Ziel ist weniger die klassische Diabetes-Überwachung, sondern ein besseres Verständnis dafür, wie Essen, Bewegung, Schlaf und Stress den eigenen Glukoseverlauf beeinflussen.
Günstiger als M1 Live
Bisher war Ultrahumans Glukose-Tracking eher ein teures Vergnügen. Mit M2 Live soll der Einstieg günstiger werden. In den USA nennt Ultrahuman Sensoren ab 99 US-Dollar pro Monat im Abo. Zusätzlich ist von einer Option ohne laufendes Abo die Rede, bei der ein einzelner Sensor 129 US-Dollar kosten soll. Das macht die Sache nicht billig, aber zumindest weniger absurd teuer als viele bisherige CGM-Angebote im Fitnessbereich.
Spannend ist auch, dass M2 Live nicht zwingend ein weiteres Ultrahuman-Gerät voraussetzen soll. Wer allerdings einen Ultrahuman Ring nutzt, bekommt zusätzliche Auswertungen, weil Glukosedaten dann mit Schlaf, Herzfrequenzvariabilität, Stress und weiteren Werten kombiniert werden können. Genau hier liegt der eigentliche Reiz: Nicht nur sehen, dass der Zucker nach dem Essen steigt, sondern besser verstehen, in welchem Zustand der Körper gerade darauf reagiert.
Lifestyle-Tracking, keine Diagnose
So verlockend solche Kurven sind: M2 Live ist kein Ersatz für medizinische Betreuung. Glukosedaten können hilfreich sein, um Muster zu erkennen. Sie ersetzen aber keine Diagnose, keine Therapie und schon gar nicht den Arztbesuch, wenn echte gesundheitliche Fragen im Raum stehen. Gerade im Selbstoptimierungsbereich wird aus einem Messwert schnell eine kleine Religion. Und da wird es dann gerne komisch.
Für Sportler, Biohacker und Menschen, die wissen wollen, wie stark bestimmte Mahlzeiten oder Trainingszeiten auf den eigenen Stoffwechsel wirken, kann M2 Live trotzdem interessant sein. Kontinuierliche Glukosemessung zeigt oft Dinge, die man ohne Sensor nicht bemerkt: welche Lebensmittel stark ausschlagen, wie Schlafmangel reinfunkt oder warum der vermeintlich harmlose Snack plötzlich die App in Wallung bringt.
Europa bleibt noch offen
Zum Start bezieht sich M2 Live auf den US-Markt. Ob und wann das Angebot in Deutschland oder Europa offiziell in gleicher Form verfügbar wird, ist noch offen.
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