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WWE 2K22 im TEST – Anständiger Rangel-Beitrag

Rückkehr ohne desolates Technikchaos?

Wrestlingfans im Taumel ihrer Gefühle: Nach fast dreijähriger Pause veröffentlicht 2K Games wieder schlagkräftiges Spektakel rund um die WWE. Studio Visual Concepts wiederholt seine Technikblamage des Vorgänger nicht sondern serviert ein meist fehlerunfälliges Kampfspiel mit schicker Grafik. Zumal die Kampagne mit Haudegen Rey Mysterio keine schlechte Idee ist – unsere Review zu „WWE 2K22“.

Es war definitiv wahrlich kein freudiger Grund für die Pause der einstmals sehr populären Wrestling-Reihe von 2K. Es glischte und buggte bis selbst die kompromisslosesten Spieler den Controller bzw. das Spiel entnervt in die jeweilige Ecke ihrer Wohnung pfefferten. Galt am Schluss etwa nur der leicht verdiente Taler als eine halbwegs spaßige Spielerfahrung? Nachdem sämtliche testende Redakteure nach ungefähr 10 Nervenzusammenbrüchen sich für eine Pause der 2K-Reihe aussprachen – kam sie überraschenderweise auch. Erst im Spätsommer 2021 kündigte der Publisher frisches Futter für die ausgelaugte Spielerschaft an, natürlich nicht ohne deutliche Verbesserungen im Gameplay samt Technik zu versprechen. Für unseren Test nahmen wir uns genügend Zeit, spielten jeden Modus zigmal durch, erfreuten uns am typischen Irrsinn der Shows und können beruhigt sagen: Ja! Dieser Jahrgang darf wieder zurecht seine offizielle Lizenz tragen.

WWE 2K22 darf man als brachiales Wrestling-Feuerwerk bezeichnen, das regelmäßig aufflammende „RAW“-Logo zur Überbrückung kleinster Ladezeiten gibt einem recht. Wie eigentlich jedes Sportspiel ist das erste Match als netter Apetizer gedacht. Was herb auffällt: Neulinge erhalten so gut wie keine Unterstützung. Die Entwickler:innen platzierten im Optionsmenü zwar ein Controller-Layout – dennoch setzt wird unterschwellig auf Learning by Doing gesetzt. Schlag mit Quadrat und feindliche Griffe mit Dreieck abwehren. Mit jedem weiteren Match im reichhaltigen „Showcase“-Modi, welches u.a. aus 1 V 1, Royal Rumble oder Cage-Fights, in denen es aufgrund eines metallenen Gitter am Ring kein Entkommen gibt. Darauf eröffnet sich die Charakter-Auswahl mit jedem aktiven sowie früheren WWE-Mitglied. Genauso wie bei echten Kämpfen dürfen übrigens nur Geschlechter voneinander getrennt in die Halle. Eingeordnet von „Super Heavyweight“ über „Techniken“ bis hin zu „Striker“ finden sich Newcomer sowie altbekannte Recken wie etwa John Cena oder Roman Reigns wieder. Entfällt bei kleineren Modi leider die typisch übertriebenen Einlauf-Animation dürfen sich Fans ab „Judgement Day“ darauf freuen. Nüchtern betrachtet gilt unserem Gegner solange mit Griffen, Würfen sowie Schlägen zu bearbeiten, dass er, abgesegnet vom Schiedsrichter volle drei Sekunden von uns gedrückt am Boden bleibt.

Je nach Modi ist dies mal mit mehr oder weniger Regeln verbunden. Geht es, zum euphorischen Jubel des Publikums, außerhalb des Rings zur Sache ist das jedoch nur höchstens 10 Sekunden erlaubt, sonst endet das Match als Unentschieden. Profi-Daumenwrestler spulen wahrscheinlich problemlos ein Feuerwerk aus strategischen Mechaniken ab, um ihren sportlichen Gegner auf die Bretter zu schicken. Neulinge behelfen sich mit Schlägen sowie simplen Aktionen per Seile. Die Atmospähre stimmt jedenfalls, die Optik ist dank wirklich verbessertem Motion-Capturing Aufnahmen sowie stärkere Hardware der Next-Gen kaum von realen Szenen zu unterscheiden. Veranschaulicht wird es innerhalb der Solo-Kampagne gut, welche sich voll und ganz um die Wrestlingstar Rey Mysterio dreht. Als dokumentarisches Interview verpackt durchleben wir nochmal die Höhepunkte seiner Karriere. Durchgehend als „Greatest Mask of All Time“ im Ring vermischt Visual Concepts Ingame-Grafik mit realen Clips des Matches, das erteilt der sonst eher passiven Showcase-Kampagnen der letzten Jahre einen ordentlichen Sprung in Sachen Immersion. Sauer stößt nur die magere Spielzeit von knapp fünf Stunden auf – dann habt ihr alle Kämpfe gesehen.

MyRise ersetzt das frühere „MyCareer“ der WWE 2K-Reihe. Obligatorisch beginnen wir als aufstrebender Wrestler, der sich (hoffentlich) zum Top-Champion mausert. Sprachlich ungelenk wirken die lockeren Zwischensequenzen, die anhand ihrer trashigen Note zu sehr in Lächerlich abzielt. Im Editor steht uns frei einen kampfstarken Wrestler zu bearbeiten. Männlich wie weiblich. Amüsant darf die Auswahl der jeweiligen Kategorie erachtet werden – entweder als knallharter Schläger oder schicker Filmstar danach im Ring zu stehen, sollte anhand der Schwächen respektive Stärken wohl überlegt sein. Im Sportscenter darf man Gespräche führen sowie sich mit anderen Newcomern im Ring messen. Spielerisch eher rudimentär.

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Grafisch wie technisch haben sich die Entwickler:innen, im Vergleich zum Vorgänger, wieder stärker ins Zeug gelegt. Die Präsentation wirkt insgesamt einfach stimmiger sobald die Figuren im Ring nicht ineinander verkeilen, falsche Animationen abgespielt werden oder kein unkontrollierbares Chaos herrscht. Obwohl trotz aufgebohrter Optik es manchmal zu hässlichen matschigen Texturen kommt. Schade ist die offensichtliche Mutlosigkeit des Teams an einem ernsthaften Neuanfang zu arbeiten. Das Interface könne nämlich genauso gut von „Smackdown VS. RAW 2008“ auf der PlayStation 2 sein. Wrestlingfans bekommen aber nach langer Auszeit wieder einen vernünftiges Prügelspiel ohne allzu große Abzüge der technischen Belange.

Entwickler: Visual Concepts | Preis: 69,99 Euro | Für PlayStation 4|5, Xbox One|Series und PC | USK: ab 16

WWE 2K22 (PlayStation 5)

Spielspaß - 77%
Gameplay - 76%
Grafik - 69%
Technik - 66%

72%

Passabel

Wrestlingfans dürfen jauchzen! WWE 2K22 kehrt als technisch ordentliches Prügelfest zurück - nur der nötige große Serien-Neustart fällt leider aus.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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