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Mit dem xTool X1 versucht xTool ziemlich viele bislang getrennte Laser-Welten in eine einzige Maschine zu quetschen. Die neue Desktop-Plattform kombiniert einen 55-Watt-CO₂-Laser mit einem schnellen Galvo-System und lässt sich zusätzlich um Faser-, MOPA- und UV-Lasermodule erweitern. Ende September soll zunächst die Reservierungsphase starten, der Verkaufsstart in Deutschland ist für Ende Oktober 2026 geplant. Sein Europadebüt feiert der X1 auf der IFA 2026 in Berlin, wo xTool die Maschine in Halle 20 am Stand 127 zeigen will.
Gantry und Galvo arbeiten zusammen
Das spannendste Element des X1 hört auf den Namen Hybrid Motion. xTool kombiniert dabei ein klassisches Gantry-System, wie man es von größeren Desktop-Lasern kennt, mit einem Galvo-Kopf. Dadurch soll der X1 sowohl größere Flächen bearbeiten als auch sehr schnelle Gravuren durchführen können. Zur Grundausstattung gehören ein 55-Watt-CO₂-Laser sowie ein in den Galvo-Kopf integrierter 20-Watt-Diodenlaser. Das sogenannte Flying-Galvo-System soll laut Hersteller Geschwindigkeiten von bis zu 6.000 mm/s über den gesamten Arbeitsbereich ermöglichen.
Damit zielt xTool ziemlich offensichtlich auf Anwender, die bisher beispielsweise einen CO₂-Laser fürs Schneiden und zusätzlich einen schnellen Galvo-Laser für Gravuren herumstehen hatten. Gerade in kleineren Werkstätten ist weniger Hardware auf dem Tisch grundsätzlich keine schlechte Idee.
Laser Swap erweitert den X1 um weitere Laserarten
Noch interessanter wird der X1 durch Laser Swap. Über das modulare System sollen verschiedene Laserquellen denselben Galvo-Kopf beziehungsweise Strahlengang verwenden können.
Neben CO₂- und Diodenlaser nennt xTool aktuell drei zusätzliche Module:
| Lasermodul | Leistung |
|---|---|
| CO₂-Laser | 55 Watt |
| Diodenlaser | 20 Watt |
| Faserlaser | 30 Watt |
| MOPA-Laser | 60 Watt |
| UV-Laser | 5 Watt |
Damit könnte eine einzelne Maschine ziemlich unterschiedliche Materialien und Anwendungen abdecken. Ein Faser- beziehungsweise MOPA-Laser eignet sich beispielsweise deutlich besser für viele Metallanwendungen, während ein UV-Laser bei Glas, Kunststoffen und sehr feinen Gravuren seine Stärken ausspielen kann. Die Erweiterungsmodule sind dabei optional.
Druckgussrahmen statt Schraubenorgie
Damit sich bei den schnellen Bewegungen nicht irgendwann alles gepflegt auseinanderwackelt, setzt xTool auf einen UniCast Frame. Statt vieler Einzelteile besteht die tragende Konstruktion aus lediglich drei großen Druckgussteilen. Das soll Fertigungstoleranzen reduzieren und vor allem langfristig für eine stabile Ausrichtung der beiden Strahlengänge sorgen. Wie viel davon im realen Betrieb tatsächlich einen Unterschied macht, muss sich natürlich erst noch zeigen. Gerade bei einem System mit mehreren Laserquellen und sehr hohen Galvo-Geschwindigkeiten dürfte eine dauerhaft saubere Kalibrierung aber ziemlich wichtig werden.
xTool rückt stärker in Richtung kleiner Produktion
Der X1 wurde zunächst beim ersten SME Summit von xTool in den USA vorgestellt. Schon die Ausrichtung der Veranstaltung zeigt, wohin die Reise geht: Neben klassischen Makern nimmt xTool zunehmend kleine Unternehmen, Etsy-Shops und andere Anbieter personalisierter Produkte ins Visier.
Das passt auch zur bisherigen Entwicklung des Portfolios. Geräte wie F1 Ultra, F2 Ultra oder P3 bewegen sich längst nicht mehr ausschließlich im klassischen Hobbybereich. Der X1 treibt das Konzept nun weiter und versucht, mehrere bislang getrennte Gerätekategorien auf einer Plattform zusammenzuführen.
Ob das am Ende wirklich die Laser-Eierlegende-Wollmilchsau wird oder vor allem eine ziemlich teure modulare Werkbank, dürfte stark vom Preis abhängen. Genau den hält xTool derzeit allerdings noch unter Verschluss.
Reservierungen für den xTool X1 sollen Ende September 2026 beginnen. Der Verkaufsstart in Deutschland ist laut xTool für Ende Oktober 2026 vorgesehen.
Einen deutschen Verkaufspreis beziehungsweise eine UVP gibt es aktuell noch nicht.
