3D-DruckNews

Forscher wollen 3D-gedruckte Waffen über Filament identifizieren

Ein Forschungsteam arbeitet an einer Methode, mit der sich 3D-gedruckte Waffen über das verwendete Filament zurückverfolgen lassen. Möglich machen soll das eine Art chemischer Fingerabdruck, der beim Druckmaterial selbst entsteht.

Die Idee: Wenn sich Filament anhand seiner chemischen Zusammensetzung identifizieren lässt, könnten Ermittler künftig möglicherweise nachvollziehen, welches Material beim Druck eines bestimmten Objekts verwendet wurde.

Chemischer Fingerabdruck im Filament

Das Konzept basiert auf der Analyse der chemischen Zusammensetzung von 3D-Druck-Filamenten. Dabei untersuchen Wissenschaftler kleine Unterschiede in den Materialbestandteilen, etwa bei PLA- oder ABS-Filamenten.

Diese Unterschiede entstehen unter anderem durch:

  • verschiedene Additive

  • Farbstoffe

  • Produktionsprozesse der Hersteller

Selbst wenn zwei Filamente äußerlich identisch erscheinen, können sich in der chemischen Struktur kleine Unterschiede finden lassen. Diese könnten als identifizierbare Signatur eines Materials dienen.

Forscher hoffen, dass sich damit künftig nachvollziehen lässt, welche Filamentmarke für einen bestimmten 3D-Druck verwendet wurde.

Herausforderung: White-Label-Filament

Ein großes Problem für diese Methode ist die Struktur des Filament-Marktes. Viele bekannte Marken stellen ihr Filament nicht selbst her, sondern beziehen es von großen Kunststoffproduzenten.

Diese Produkte werden anschließend unter verschiedenen Marken verkauft – ein sogenanntes White-Label-Modell.

Das bedeutet: Zwei unterschiedliche Marken könnten in Wirklichkeit identisches Filament aus derselben Produktionslinie verkaufen.

Für Ermittler würde das die Rückverfolgung deutlich erschweren, weil sich das Material dann nur auf den Hersteller – nicht aber auf eine konkrete Marke – zurückführen lässt.

Diskussion um sogenannte „Ghost Guns“

Die Forschung steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Verbreitung sogenannter „Ghost Guns“ – selbst hergestellter Waffen ohne Seriennummern.

3D-Druck spielt in dieser Debatte eine Rolle, weil einzelne Waffenteile theoretisch mit handelsüblichen Druckern produziert werden können.

Die Wissenschaftler hoffen, dass chemische Analysen von Filamenten künftig eine zusätzliche forensische Methode zur Untersuchung solcher Objekte liefern könnten.

Forschung steht noch am Anfang

Die Methode befindet sich allerdings noch in einem frühen Forschungsstadium. Ob sich Filamente tatsächlich zuverlässig einer bestimmten Quelle zuordnen lassen, ist noch nicht endgültig geklärt.

Außerdem müssten dafür umfangreiche Datenbanken entstehen, die die chemischen Profile verschiedener Filamente und Hersteller enthalten.

Trotz dieser offenen Fragen zeigt die Forschung, dass Materialanalyse im 3D-Druck zunehmend auch eine Rolle in der digitalen Forensik spielt.

Quellen

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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