Ryan Gosling als Raumfahrer wider Willen in „Der Astronaut – Project Hail Mary“ – zur Seite steht ihm Sandra Hüller, die nach großen europäischen Erfolgen (Zone of Interest) nun ihre erste amerikanische Produktion drehte. Zusammen spielen beide in einer warmherzigen Science-Fiction Komödie von Christopher Miller und Phil Lord (The LEGO Movie). Man schafft eine erstaunliche Symbiose aus modernen Weltraum-Klassikern wie „Interstellar“ und vermischt sie viel herzlicher Emotionlität rund um die Geschichte zur Rettung der Erde. Unsere Filmkritik zu „Der Astronaut – Project Hail Mary“.
Die Augen feucht von vergossenen Tränen und dennoch zufrieden mit dem letztlich Ausgang der Geschichte. „Der Astronaut“, welcher im Original nur mit „Project Hail Mary“ betitelt und auf einer Buchvorlage mit gleichem Namen des US-amerikanischen Autors Andy Weir basiert, ist tatsächlich kein alltäglicher Film. Dies nahm das dahinterliegende Filmstudio Sony Pictures gleich zum Anlass Kritiken über eine Woche vor Start zuzulassen und nicht erst kurz davor, wie es üblicherweise ist. Die über 100 Millionen-Dollar Produktion, welche zusammen mit Amazon MGM realisiert wurde, nimmt uns in eine nicht allzu ferne Zukunft. Die Sonne stirbt sukzessive. Schuld daran sind mikroskopkleine Alien-Zellen namens „Astrophage„, diese bedecken die Oberfläche der Sonne und könnte die Menschheit an den Rand des Aussterbens führen.
Dies erfährt auch der, als Lehrer arbeitende, Molekularbiologe Grace Ryland (Ryan Gosling) als er an Bord eines Raumschiffs im Tau-Ceti Sternensystem erwacht, ohne jede Erinnerung, und sich erst Schriff für Schritt an die vergangene Zeit erinnert. Während er sich langsam an das erste Zusammentreffen mit der ESA-Mitarbeiterin Eva Stratt (Sandra Hüller) zurückerinnert und ebenfalls nicht weiß, warum die übrigen zwei Bordmitglieder tot sind – wird ihm der Grund für seine Mission bewusst. Und, dass er nicht ganz alleine auf seinem Trip zur Lösung sein wird. Mehr möchten wir euch nicht über die Handlung erzählen – das ist nämlich der große Spaß an „Der Astronaut“ ähnlich wie die Hauptfigur kaum Ahnung von der gegenwärtigen Lage zu haben. Im Gegensatz zu den vorherigen Filmprojekten von Lord und Miller ist „Der Astronaut“ auf eine erste Handlung ausgelegt. Dennoch darf der spitzbübische Charme von Ryan Gosling und der flotte, aus „The LEGO Movie“-bekannte, Humor nicht fehlen, was den teils sehr dramatischen Handlungsstücken etwas Leichtigkeit gibt.
Was besonders an „Der Astronaut“ geschätzt werden sollte – Weir schafft es anspruchsvolle Themen wie Astrophysik mainstreamtauglich zu machen, sodass wir über manche Versatzstücke wie binomische Formeln etwas länger nachdenken müssen, aber das detailreichbeschriebene Drehbuch von Drew Goddard (Der Marsianer – Rettet Mark Watney) lockerleicht daherkommt. Ähnlich wie Matt Damon, allein gelassen auf dem Mars, zieht sich Gosling als „Grace“ mit naturwissenschaftlichen Berechnungen aus dem Kackehaufen. Gut gelöst ist die Erzählung, die immer wieder zwischen Raumschiff und Vergangenheit wechselt. Wie kamen die „Astrophagen“ auf die Erde? Warum gilt Grace als letzte Rettung? Präsentiert uns Sandra Hüller mit ihrer „Sign of the Time„-Karaoke Darbietung den stärksten emotionalen Moment seit langem? Auf all jene Fragen finden sich früher oder später Antworten.
Musikalisch setzt Komponist Daniel Pemberton auf wunderbar offen sphärische Klänge unterstützt mit Chören, die Goslings Blick ins Leere bestens unterstützen. Die Geschichte besitzt ungemein viel Herz, lässt uns wirklich mit den Figuren mitfiebern und audiovisusell lässt sich dieser Sci-Fi Trip der besonderen Art am besten in einem Dolby Cinema respektive einem Lichtspielhaus mit gutem „Dolby Atmos“-System erleben – da bebt der Boden vor Begeisterung gleich mit.
Project Hail Mary. USA 2026. Verleih: Sony Pictures. Regie: Phil Lord & Chris Miller. Mit Ryan Gosling, Sandra Hüller, James Ortiz. Genre: Science-Fiction. 157 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren.
Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.
Disclaimer: Vielen Dank an den Traumpalast Esslingen für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Der Astronaut – Project Hail Mary“ gibt es hier.
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