
BYD macht in China wieder das, was BYD gerade ziemlich gern macht: ein großes Elektroauto mit ziemlich absurden Zahlen auf die Straße stellen. Der neue Great Tang, in China als 大唐EV geführt, ist ein siebensitziges Elektro-SUV für die Dynasty-Baureihe und soll dort als großes Familien- und Langstreckenmodell antreten.
Großes SUV mit sieben Sitzen
Der Great Tang ist als Siebensitzer mit 2+2+3-Konfiguration ausgelegt. Vorne zwei Plätze, in der zweiten Reihe zwei Einzelsitze und hinten noch einmal drei Sitze. BYD zielt damit klar auf Familien, Vielfahrer und alle, die eigentlich einen Van brauchen, aber lieber ein großes SUV fahren wollen. Innen fährt BYD ordentlich auf. Genannt werden unter anderem Nappa-Ledersitze, Luftfederung, ein großer Frunk mit 252 Litern, bis zu 1.838 Liter Kofferraumvolumen, 47 Ablagen, ein 220-Volt-Anschluss, 6 kW Vehicle-to-Load und ein Kühl-/Wärmefach im Innenraum. Klingt ein bisschen nach rollendem Wohnzimmer mit Batterie. Und genau das ist wohl auch die Idee.
Bis zu 950 km Reichweite
Die auffälligste Zahl ist die Reichweite. BYD nennt für den Great Tang bis zu 950 Kilometer rein elektrische Reichweite. Das ist allerdings ein chinesischer Wert und sollte nicht einfach mit WLTP verwechselt werden. Für Europa müsste BYD eigene Werte ausweisen, falls das Modell überhaupt hierherkommt.
Beim Laden zieht BYD ebenfalls die dicke Strippe. Der Great Tang nutzt eine 1.000-Volt-Architektur und BYDs zweite Generation der Blade Battery. Laut Hersteller soll das Auto an passenden Flash-Charging-Säulen in fünf Minuten ordentlich nachladen und in neun Minuten praktisch voll sein. Genau da wird es spannend, denn solche Zahlen sind im Alltag nur dann etwas wert, wenn auch die passende Ladeinfrastruktur steht. BYD plant in China bis Ende 2026 insgesamt 20.000 Flash-Charging-Stationen.
Viel Technik, viel Show
Auch beim Fahrwerk und den Assistenzsystemen spart BYD nicht. Der Great Tang bekommt eine Zweikammer-Luftfederung, eine vorausschauende Fahrwerksregelung und Hinterachslenkung mit bis zu sieben Grad. Der Wendekreis soll dadurch auf 5,2 Meter sinken. Für ein großes SUV ist das eine Ansage, wenn es in engen Städten nicht wie ein Containerschiff wenden soll. Dazu kommen LiDAR, 4D-Millimeterwellenradar und BYDs Assistenzsystem „God’s Eye“. Innen gibt es unter anderem ein 50-Zoll-AR-HUD, einen 12,3-Zoll-Bildschirm für den Beifahrer, einen 17,3-Zoll-3K-Screen im Fond und bis zu 27 Lautsprecher. Man kann also auch sehr bequem im Stau stehen. Immerhin mit Sound.
Preislich ziemlich aggressiv
In China startet der BYD Great Tang bei 239.900 Yuan und reicht bis 309.900 Yuan. Umgerechnet sind das grob 30.900 bis 39.900 Euro, je nach Wechselkurs. Für ein großes E-SUV mit sieben Sitzen, 1.000-Volt-Technik, viel Ausstattung und dieser Reichweite ist das wieder so ein Preis, bei dem europäische Hersteller kurz ins Lenkrad beißen dürften.
Ob der Great Tang nach Europa kommt, ist offen. Aktuell führt BYD hierzulande beziehungsweise auf der Seite weiterhin den bekannten BYD Tang als siebensitziges Elektro-SUV. Der kommt nach WLTP auf bis zu 530 Kilometer Reichweite. Der Great Tang wäre also nicht einfach ein kleines Update, sondern eine deutlich größere Ansage. Und genau deshalb wäre es fast schade, wenn dieses Ding in China bleibt.
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