
Wer Steam-Guthaben bisher noch ganz klassisch im Supermarkt, an der Tankstelle oder im Elektronikmarkt gekauft hat, muss sich langsam umgewöhnen. Valve lässt die physischen Steam-Geschenkkarten im Einzelhandel auslaufen. Neue Karten werden nicht mehr an Händler ausgeliefert, vorhandene Bestände dürfen aber noch verkauft werden. Das bedeutet: Die Karten verschwinden nicht über Nacht aus den Regalen, aber der Nachschub bleibt aus. Laut Valve sollen die Restbestände voraussichtlich bis Ende 2026 aufgebraucht sein. Danach ist Schluss mit der kleinen Plastikkarte für den Einkaufswagen-Moment zwischen Chips, Energy-Drink und Chantré.
Bereits gekaufte Karten bleiben gültig
Wichtig für alle, die noch eine Steam-Karte in der Schublade liegen haben: Bereits gekaufte physische Geschenkkarten können weiterhin eingelöst werden. Wer noch Guthaben herumliegen hat, muss nicht panisch um 3 Uhr nachts den Warenkorb mit Indie-Spielen und 90-Prozent-Rabatten vollballern. Der Schritt betrifft nur den Verkauf neuer physischer Karten im stationären Handel. Digitale Steam-Geschenkkarten bleiben weiterhin verfügbar. Wer also Guthaben verschenken möchte, muss künftig stärker über Steam selbst oder digitale Kaufwege gehen.
Betrug mit Gutschein-Codes als Hauptgrund
Der Grund für das Ende der physischen Karten ist wenig überraschend, aber trotzdem bitter: Betrug. Gutschein-Codes sind seit Jahren ein beliebtes Werkzeug für Scammer. Opfer werden unter Druck gesetzt, Karten zu kaufen und anschließend den Code weiterzugeben. Danach ist das Geld praktisch weg. Valve hatte in den vergangenen Jahren bereits versucht, mit Warnhinweisen, Einschränkungen und Maßnahmen gegen auffällige Aktivitäten gegenzusteuern. Offenbar hat das aber nicht gereicht. Die Maschen wurden angepasst, also zieht Valve nun die radikale Konsequenz: Kein neues Futter mehr für das Regal.
Praktisch, aber eben auch anfällig
Für viele war die Steam-Geschenkkarte ein ziemlich praktisches Ding. Kein Bankkonto, keine Kreditkarte, kein PayPal, einfach Guthaben kaufen und fertig. Gerade für jüngere Spieler, Geschenke innerhalb der Familie oder Menschen, die Online-Zahlungen vermeiden wollen, war das eine einfache Lösung.
Genau diese Niedrigschwelligkeit machte die Karten aber auch anfällig. Wer den Code besitzt, besitzt das Guthaben. Und wenn Betrüger jemanden dazu bringen, diesen Code weiterzugeben, hilft am Ende oft nur noch Schadensbegrenzung. Schön war die Plastikkarten-Ära also schon, aber sauber war sie offenbar nicht mehr zu halten.
Digital bleibt Steam natürlich voll da
Für Steam selbst ändert sich am eigentlichen Guthaben-System wenig. Guthaben bleibt Guthaben, nur der Weg dahin wird digitaler. Der klassische Griff zur Karte an der Kasse stirbt dagegen langsam aus. Wieder ein kleines Stück Gaming-Alltag, das verschwindet. Nicht spektakulär, nicht laut, aber irgendwie doch schade. Und ja, natürlich werden irgendwo Leute die letzten ungeöffneten Steam-Geschenkkarten sammeln, als wären es seltene Pokémon-Karten. Willkommen im Internet, hier wird selbst ein ausgedientes Guthabenkärtchen irgendwann Sammlerware.
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