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Vergesst die harmonischen Schultage mit Peter Parker! In „Spider-Man: Brand New Day“ bekommt selbst der freundliche Spinnenmann aus der Nachbarschaft große Probleme mit seinen übernatürlichen Fähigkeiten. Gleichzeitig kämpft er mit den Folgen aus „No Way Home“ und den Auswirkungen auf sein persönliches Umfeld, während die Superschurken von New York ihm keine Atempause gönnen. Die entscheidende Frage bleibt: Funktioniert der deutlich düsterere Spider-Man-Film? Unsere Kritik verrät es euch.
Es kommt, wie es kommen musste: Peter Parker (Tom Holland) wurde vergessen. Nicht etwa nach einem Sommerurlaub am Flughafen, sondern im übertragenen Sinne – seine Existenz wurde aus den Erinnerungen der Menschen gelöscht. Um das Multiversums-Chaos aus „Spider-Man: No Way Home“ zu beenden, wirkte Doctor Strange einen mächtigen Zauber, der die Welt vor den Folgen der Ereignisse bewahren sollte. Der Nachteil: Niemand erinnert sich mehr an Peter Parker. Nach dem Tod von Tante May (Marisa Tomei) ist Peter deshalb mehr denn je auf sich allein gestellt. Er widmet seine Zeit nun vollständig dem Schutz von New York und bekämpft Verbrecher, während er über soziale Netzwerke verfolgt, wie sein ehemaliger Freund Ned und seine frühere Liebe MJ (Zendaya) ihr Leben ohne ihn weiterführen. Währenddessen lebt Peter zunehmend isoliert und muss sich zusätzlich mit Veränderungen seiner Spinnenkräfte auseinandersetzen, die ihn vor neue Herausforderungen stellen.
Wer mit den bisherigen, eher bunten und jugendlichen „Spider-Man“-Abenteuern wenig anfangen konnte, dürfte mit dem deutlich raueren Ton von „Brand New Day“ mehr anfangen können. Der Film erzählt ein bodenständigeres Großstadt-Abenteuer ohne den großen Ballast der übergeordneten Marvel-Handlungsstränge rund um die Avengers oder andere Bedrohungen des Universums. Das tut dem Film spürbar gut. Gleichzeitig stehen erwachsenere Figuren im Mittelpunkt. Parker arbeitet enger mit der New Yorker Polizei zusammen und entwickelt seinen Anzug weiter – eine Erinnerung an seine frühere Zusammenarbeit mit Tony Stark. Besonders die erste Stunde der rund zweieinhalb Stunden langen Laufzeit wirkt überraschend dramatisch. Regisseur Destin Daniel Cretton („Shang-Chi“) präsentiert einen übernatürlichen Coming-of-Age-Film mit düsterer Grundstimmung und klassischem Hollywood-Gewand. Dass die Geschichte insgesamt nicht zu schwer wirkt, liegt am weiterhin vorhandenen Marvel-Humor, der immer wieder für Auflockerung sorgt. Das gilt auch für die Action: Während „Far From Home“ noch wie eine permanente Achterbahnfahrt mit großen Spektakeln wirkte, nimmt sich „Brand New Day“ mehr Zeit für Figuren und Handlung.
Besonders der Einsatz von „Punisher“ (Jon Bernthal) erweist sich als passende Entscheidung. Die schroff-sarkastische Art von Frank Castle trifft auf den deutlich hoffnungsvolleren Spider-Man und sorgt so für eine interessante Dynamik zwischen den beiden Figuren. Inhaltlich geht der Film zudem einen ungewöhnlichen Weg und lässt Parker mit Veränderungen seiner eigenen Spinnenkräfte kämpfen. So erinnert die neue Entwicklung seiner Fähigkeiten an Elemente aus der früheren Tobey-Maguire-Ära. Über den zentralen Gegenspieler, dessen Motive und Fähigkeiten – bleibt aus Spoilergründen nur wenig zu sagen.
Mit „Spider-Man: Brand New Day“ verfolgt Sony gemeinsam mit Marvel einen deutlich erwachseneren Ansatz, der in Teilen an die erfolgreichen Spiele von Insomniac Games erinnert. Die unbeschwerten Zeiten sind vorbei und Peter Parker muss sich allein durch eine zunehmend gefährliche Welt bewegen. Der düstere Look und das ruhigere Erzähltempo geben den Figuren mehr Raum, ihre Konflikte und Motivationen nachvollziehbar zu entwickeln. Lediglich bei den möglichen Hinweisen auf kommende Marvel-Ereignisse rund um „Doomsday“ dürfte die Post-Credit-Szene bei den Fans für unterschiedliche Reaktionen sorgen.
Spider-Man: Brand New Day. USA 2026. Verleih: Marvel. Regie: Destin Daniel Cretton. Mit Tom Holland, Zendaya, Sadie Sink. Genre: Action. 145 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren.
Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.
Disclaimer: Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Spider-Man: Brand New Day“ gibt es hier.
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