
| 0 | 0 |
Mit dem Anycubic Kobra X bringt Anycubic einen FDM-3D-Drucker auf den Markt, der vor allem ein Problem angeht, das viele Nutzer vom Mehrfarbdruck kennen: viel Hardware neben dem Drucker, viel Materialverlust und ein Setup, das für Einsteiger schnell nervig wird. Beim Kobra X sitzt das Farb- und Materialmanagement nicht in einer separaten Box, sondern direkt im Druckkopf. Anycubic nennt das ganze ACE GEN 2. Das System unterstützt ab Werk 4 Farben und soll sich laut Hersteller auf bis zu 19 Farben ausbauen lassen.
Genau das macht den Drucker spannend. Der Kobra X ist kein klassischer Bedslinger mehr. Anycubic gibt ein Bauvolumen von 260 × 260 × 260 mm an, eine empfohlene Druckgeschwindigkeit von 300 mm/s und maximal 600 mm/s. Die maximale Düsentemperatur liegt bei 300 °C, das Heizbett erreicht 110 °C. Unterstützt werden lunter anderem PLA, PETG, TPU, PVA, PLA-CF, PETG-CF und ASA.
Was den Anycubic Kobra X besonders macht
Der wichtigste Unterschied zu vielen anderen Mehrfarb-Systemen steckt im Aufbau. Während andere Hersteller mit externen Materialstationen arbeiten, verlegt Anycubic beim Kobra X wesentliche Teile des Farbwechsels in den Druckkopf. Laut Anycubic verkürzt ACE GEN 2 die für den Materialwechsel nötige Filamentbewegung deutlich und reduziert so Wechselzeiten und Abfall. Es ist von einer Ersparnis von 81,25 Prozent die Rede; Anycubic gibt 40 bis 50 Prozent weniger Materialverschwendung an.
Technik: klassischer Bedslinger, aber deutlich moderner
Trotz seiner neuen Multicolor-Technik bleibt der Anycubic Kobra X im Kern ein offener Bedslinger-Drucker. Das bedeutet: Das Druckbett bewegt sich in einer Achse, der Druckkopf in den anderen. Das ist nichts NUes, günstige in der Herstellung und für viele Nutzer einfacher zu warten als komplexere CoreXY-Systeme. Der Nachteil ist bekannt: Hohe Geschwindigkeiten auf einem bewegten Bett sind immer eine Herausforderung für Vibrationen und Qualität.
Unterstützte Materialien: mehr als nur PLA-Spielkram
Interessant ist der Kobra X nicht nur wegen der Farben, sondern auch wegen der Materialkombinationen. Anycubic spricht von Mischdruck aus weichen und harten Materialien. Beispielsweise sollen Kombinationen aus PLA + TPU + PVA kein Problem sein Viele andere Mehrfarb-Systeme werden bei flexiblen Materialien schnell zickig.
Offiziell unterstützt werden auf der Produktseite PLA, PETG, TPU, PVA, PLA-CF, PETG-CF und ASA. Die Düse besteht gehärtetem Stahl, was bei abrasiven Filamenten wie CF-Mischungen sinnvoll ist. Standardmäßig ist eine 0,4-mm-Düse verbaut.
Für einen offenen Drucker bleibt ASA zwar grundsätzlich möglich, in der Praxis aber natürlich sensibler als in einem geschlossenen System. Für typische Maker-Anwendungen, Deko, funktionale Teile aus PLA oder PETG und experimentellen Multi-Material-Druck ist der Kobra X aber auf jeden Fall eine Option.
Wie groß ist der Anycubic Kobra X wirklich?
Auf dem Papier ist das Gerät mit seinem 260-mm-Bauraum ordentlich dimensioniert. Laut Anycubic betragen die eigentlichen Maschinenmaße 441,5 × 448,8 × 451,3 mm. Mit Spulenhalterung und dem nötigen Bewegungsraum des Betts wächst der Platzbedarf aber auf bis zu 450 × 540 × 680 mm an.
Einordnung: Für wen ist der Anycubic Kobra X gedacht?
Der Kobra X richtet sich vor allem an zwei Gruppen. Erstens an Einsteiger, die direkt mit Mehrfarbdruck loslegen wollen. Zweitens an Nutzer, denen externe Farbmodule zu sperrig oder zu teuer sind.
Technische Daten: Anycubic Kobra X Specsheet
| Merkmal | Anycubic Kobra X |
|---|---|
| Druckverfahren | FDM |
| Bauvolumen | 260 × 260 × 260 mm |
| Maschinenmaße | 441,5 × 448,8 × 451,3 mm |
| Max. Aufstellmaß | 450 × 540 × 680 mm |
| Druckgeschwindigkeit empfohlen | 300 mm/s |
| Druckgeschwindigkeit maximal | 600 mm/s |
| Beschleunigung empfohlen | 10.000 mm/s² |
| Beschleunigung maximal | 20.000 mm/s² |
| Multicolor-System | ACE GEN 2 integriert |
| Farben ab Werk | 4 |
| Max. Farben laut Hersteller | bis zu 19 |
| Nozzle-Temperatur | bis 300 °C |
| Heizbett-Temperatur | bis 110 °C |
| Standarddüse | 0,4 mm |
| Weitere Düsen | 0,25 / 0,6 / 0,8 mm |
| Düsenmaterial | Gehärteter Stahl |
| Unterstützte Filamente | PLA, PETG, TPU, PVA, PLA-CF, PETG-CF, ASA |
| Besondere Funktionen | AI Detection, automatische erste Schicht, Remote Printing, LAN-/Cloud-Anbindung |
| Wiederanlauf nach Stromausfall | Ja |
| Filament-Erkennung | Ja |
Preis und Marktstart
Zum Start wurde der Anycubic Kobra X von Anycubic teils mit Aktions- und Vorbestellerpreisen vermarktet. Zum Start kostet der Drucker für Vorbesteller 269 Euro der später steigen soll, aber vermutlich durch weitere Aktionen auch später ncoh unter 300 Euro liegen wird.
Fazit: Der Anycubic Kobra X ist spannend, weil er ein echtes Nerv-Thema angreift
Der Anycubic Kobra X ist nicht deshalb interessant, weil er einfach nur noch ein schnellerer 3D-Drucker ist. Spannend ist er, weil Anycubic ein bekanntes Problem angeht: Den Platz den so ein Drucker braucht.
Mit 4 Farben direkt ab Werk, der Option auf bis zu 19 Farben, 300 °C Hotend, gehärteter Stahldüse, 260-mm-Bauraum und modernen Netzwerkfunktionen bringt der Kobra X auf dem Papier verdammt viel mit. Wer also überlegt in den Druck mit mehreren Farben / Materialen einzusteigen, sollte sich den Anycubic Kobra X auf jeden Fall einmal genauer anschauen.

