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Bambu Lab X2D startet mit Dual-Extrusion

Bambu Lab hat den X2D offiziell vorgestellt. Der neue 3D-Drucker folgt auf die X1-Reihe und bringt erstmals ein Dual-Extrusionssystem in dieses kompaktere Format. Damit rückt eine Funktion in die X-Serie, die bisher vor allem mit der größeren H2D-Klasse verbunden war.

Dual-Extrusion wird zum Kern des neuen Modells

Der wichtigste Schritt beim X2D ist das neue Zwei-Düsen-System. Bambu Lab arbeitet hier mit einem mechanischen Düsenwechsel.

Den Düsenwechsel löst Bambu Lab nicht über einen zusätzlichen Motor im Toolhead, sondern über eine mechanische Konstruktion aus Zahnrädern und Auslösehebeln. So soll dieses System in Haltbarkeitstests mehr als eine Million Wechsel ohne erkennbare Verschleißprobleme geschafft haben. Bei der Technik setzt der Drucker auf zwei unterschiedliche Extruder-Konzepte: Links sitzt ein klassischer Direct-Drive-Extruder mit sehr kurzem Filamentpfad, rechts arbeitet ein Bowden-Extruder, dessen Motor an der Rückseite des Geräts sitzt und das Material über einen PTFE-Schlauch zum Druckkopf führt.

Im praktischen Einsatz übernimmt die Hauptdüse den eigentlichen Modelldruck, während die zweite Düse Stützstrukturen aus einem anderen Material erzeugt, die sich nach dem Druck leichter entfernen lassen. Das soll Materialwechsel sauberer und schneller machen und vor allem beim Drucken mit Stützmaterial, flexiblen Filamenten oder Materialkombinationen Vorteile bringen. Gleichzeitig bleibt der Drucker deutlich kompakter als ein H2D.

Gerade für Maker, die saubere Supports, technische Materialien oder gemischte Druckaufträge wollen, könnte der X2D damit eine interessante Lücke schließen. Der Drucker positioniert zwischen P2S und H2D. Er soll mehr können als die günstigeren Single-Extruder-Modelle, ohne direkt in die größere und teurere H-Klasse abzudriften.

Kompakte Bauform, aber klar auf Leistung ausgelegt

Beim Bauraum bleibt Bambu Lab offenbar beim bekannten 256 x 256 x 256 Millimeter-Format. Das ist kein Sprung bei der Größe, aber für viele Anwender der praxisnahe Sweet Spot. Spannender ist, was im Inneren passiert: Die Druckraumheizung soll bis 65 Grad Celsius eaufwärem. Zusammen mit gehärteter 0,4-mm-Düse und Temperaturen bis 300 Grad Celsius soll der X2D damit nicht nur PLA und PETG, sondern auch ABS, ASA, PC, Nylon und TPU ordentlich bedienen.

Zur Ausstattung gehören ein dreistufiges Filtersystem mit G3-Vorfilter, H12-HEPA-Filter und Aktivkohle auf Kokosschalenbasis sowie insgesamt 31 Sensoren, die unter anderem Filamentlauf, Temperaturen und sicherheitsrelevante Funktionen überwachen. Dazu kommt eine KI-gestützte Kamera, die Fremdkörper erkennen und typische Druckfehler frühzeitig erfassen soll.

Beim Geräuschpegel nennt Bambu Lab einen Wert von unter 50 dB. Optional bietet der Hersteller zudem einen Vision Encoder an, der eine Bewegungspräzision im Bereich von 50 Mikrometern erreichen soll. Ergänzt wird das Ganze durch ein Dynamic-Flow-Calibration-System, das vor jedem Druck automatisch mögliche Abweichungen ausgleicht, etwa durch Düsenverschleiß oder zu feuchtes Filament.

Dazu kommen die typischen Komfortfunktionen, die man in dieser Klasse inzwischen erwartet: automatische Nivellierung, Filament-Runout-Sensor, Wi-Fi, Bluetooth, USB und ein 5-Zoll-Touchscreen.

Für wen der X2D interessant ist

Der X2D ist meiner Meinung nach ein Drucker für Nutzer, die aus einem P1S, P2S oder X1 Carbon herausgewachsen sind, aber nicht gleich in Richtung H2D wechseln wollen. Besonders spannend ist das Gerät für alle, die oft mit Stützmaterial arbeiten, flexible Filamente einsetzen oder bei Funktionsbauteilen weniger Kompromisse machen möchten. Das neue Düsenkonzept könnte hier in der Praxis mehr bringen als reine Maximalgeschwindigkeit oder ein noch größerer Bauraum. Diese Einordnung deckt sich auch mit ersten Tests und Branchenberichten.

Preis und Marktstart

Der Marktstart ist auf den 14. April 2026 datiert. Der Bambu Lab X2D ist ab sofort zum Preis von 629 Euro zur Verfügung. Er ist zudem als Combo mit der AMS2 Pro für 849 Euro erhältlich.

Technische Daten des Bambu Lab X2D

Merkmal Bambu Lab X2D
Druckverfahren FDM / geschlossener CoreXY-Drucker
Extrusionssystem Dual-Extrusion / Zwei-Düsen-System
Bauraum 256 x 256 x 256 mm
Düse ab Werk 0,4 mm
Düsenmaterial gehärteter Stahl
Max. Düsentemperatur bis 300 °C
Aktive Kammerheizung bis 65 °C
Unterstützte Materialien PLA, TPU, ABS, PC, dazu je nach Setup auch ASA, Nylon und CF-Materialien
Druckbett beheiztes PEI-Federstahlbett
Nivellierung vollautomatisch
Filamentsensor ja
Konnektivität USB, Wi-Fi, Bluetooth
Display 5-Zoll-Touchscreen
Gehäusemaße 392 x 406 x 478 mm
Gewicht 16,25 kg

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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