Clive Barker’s Hellraiser: Revival provoziert auf gamescom 2026 mit Gewalt und Fetisch
Veröffentlichung in Deutschland derzeit sehr unsicher
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Hellraiser ist ein Name, der seit Jahrzehnten für kompromisslosen Horror steht. Die von Clive Barker geschaffene Welt rund um einen mysteriösen Würfel, sadistische Zenobiten und eine Dimension jenseits von Schmerz und Erlösung hat das Genre geprägt wie nur wenige andere Vorlagen. Mit Clive Barker’s Hellraiser: Revival wagt sich nun ein First-Person-Survival-Horror-Spiel an genau diese DNA – und schon nach der rund einstündigen Demo auf der gamescom wird klar: Hier geht es absolut nicht darum, das Ganze zu entschärfen.
Meine ersten Gedanken nach Ende der Hands-on Demo: Krank. Psycho. Abartig. Trotzdem will es unbedingt weiterspielen! Bereits in der Einladung zu unserem Anspieltermin warnten die Entwickler:innen von Saber Interactive vor expliziten Inhalten. Wirkt zunächst wie typische Vorsicht, entpuppt sich aber schnell als ernst gemeinte Ansage. Der Einstieg in die Demo ist noch vergleichsweise ruhig: Wir finden uns in einem stilvoll eingerichteten Club wieder, gesteuert aus der Ego-Perspektive. Unsere Hauptfigur Aiden Lynch hält in der linken Hand den ikonischen Würfel, während rechts eine Schusswaffe bereit ist. Die Umgebung ist geprägt von dunklen Farben, viel rotem Samt und einem Unterton, der andeutet, in welche Richtung sich das Erlebnis entwickeln wird.
Bioshock mit SM-Fetisch
Die Begegnungen mit den Feinden in offenen SM-Outfits vor Ort sind provokant, teilweise unangenehm offen formuliert und unterstreichen die düstere Grundstimmung. Wenn es dann zu den ersten Kämpfen kommt, zeigt das Spiel seine eigentliche Seite: Treffer hinterlassen sichtbare Spuren, Gegner reagieren heftig – Effekte sind bewusst überzeichnet. Das Ganze erinnert im Movement überraschend stark an Klassiker wie Bioshock, mit einem Mix aus Schusswaffen und situativen Fähigkeiten. Neben den Gefechten setzt Hellraiser: Revival auf kleinere Umgebungsrätsel. Diese sind weder banal noch übermäßig komplex, sondern fügen sich sinnvoll in den Spielfluss ein. Immer wieder sammeln wir Gegenstände wie Geld ein, finden Schlüsselobjekte um weiterzukommen. Der Fokus bleibt dabei klar auf Atmosphäre und Fortschritt – nicht auf unnötigem Rätsel-Overkill.
Der eigentliche Bruch erfolgt, sobald das Spiel uns in die bekannte Hellraiser-Dimension reinwirft. Hier übernehmen der ikonische Pinhead und andere Figuren aus der Vorlage die Bühne. Die Welt verändert sich drastisch: Elemente verschieben sich und die Umgebung folgt keinen klassischen physikalischen Regeln mehr. Game Director Emil Esov und sein Team nutzen diese kreative Freiheit sichtbar, um mit Erwartungen zu spielen und den Spieler immer wieder aus der ohnehin brüchigen Komfortzone zu zerren.
Parallel dazu möchte uns das Spiel, eine persönliche, emotionale Geschichte erzählen. Aiden Lynch und seine Freundin Sunny stehen im Mittelpunkt, deren Vergangenheit sich in Rückblenden Stück für Stück erschließt. Es geht um Absturz, Sexualität und Entscheidungen, die Konsequenzen haben. Diese Momente sind brachialer inszeniert als gedacht und setzen einen Kontrast zu den körperlich brutalen Abschnitten, ohne dabei den roten Faden zu verlieren.
Neue Pfade per Würfel
Gegen Ende der Demo wechselt das Spiel erneut den Ton und führt uns in ein Labyrinth aus scheinbar identischen Gängen. Hier fühlt man sich unweigerlich an das veröffentlichte P.T. von Hideo Kojima erinnert. Die Orientierung fällt schwer, Schleifen wiederholen sich die Spannung entsteht weniger durch direkte Bedrohung als durch das Gefühl, festzustecken. Der stets sichtbare Würfel in unserem Inventar spielt dabei eine zentrale Rolle: Plattformen lassen sich drehen, Wege verändern sich mit neuen Pfaden erst durch gezielten Einsatz dieser Mechanik. Auffällig ist dabei, dass Aiden nicht springen kann – ein bewusster Designentscheid, der die Bewegung einschränkt und die Rätsel stärker in den Vordergrund rückt.
Was besonders hängen bleibt, ist die Konsequenz, mit der Hellraiser: Revival seine Vorlage ernst nimmt. Das Spiel versucht nicht sich anzupassen. Stattdessen richtet es sich klar an Spieler, die genau diese härtere Gangart von Horror suchen. Diese klare Haltung hat allerdings auch ihre Konsequenz: Zum Zeitpunkt der gamescom-Demo liegt noch keine Altersfreigabe der USK vor. Angesichts der Inhalte ist das wenig überraschend, könnte aber mit Blick auf den geplanten Release im Oktober noch zu einem Thema werden. Falls ihr es unbedingt zocken wollt, scheint der Umweg über Österreich eine Möglichkeit zu sein.
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Das Studio zeigt sich davon unbeeindruckt. Laut Game Director Emil Esov geht es dem Team nicht darum, Kompromisse einzugehen, um niedrigere Altersfreigaben zu erreichen. Vielmehr versteht man das Spiel als künstlerischen Ausdruck, der genau so umgesetzt werden soll, wie es die Vorlage verlangt. Nach der Demo bekamen wir einen Eindruck davon, der sich nicht so leicht einordnen lässt. Clive Barker’s Hellraiser: Revival ist unbequem und stellenweise schwer auszuhalten – aber genau deshalb interessant. Kein generisches Horror-Spiel, sondern ein Projekt mit gezielter Vision – sowie Bereitschaft, diese ohne Rücksicht umzusetzen. Ob das alles am Ende auch aufgeht, zeigt sich zum baldigen Release.
Clive Barker’s Hellraiser: Revival erscheint am 8. Oktober 2026 für PC, PlayStation 5 sowie Xbox Series X|S.
Clive Barker’s Hellraiser: Revival | Plattform: PC, PS5, Xbox Series X|S | Release: 08. Oktober 2026 | Entwickler: Saber Interactive.
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