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Dexter: Resurrection Staffel 2, Folge 2 – „Abgestürzt“ – Recap & Review

So stimmen unsere Leser ab:

Nachdem euch Techkrams letzte Woche den ausführlichen Recap zur Staffel 2 – Premierenfolge von Dexter: Resurrection geliefert hat, widmen wir uns heute Staffel 2, Folge 2, mit dem Titel „Abgestürzt“. Gerade weil die Premiere stellenweise etwas flott abgehandelt wurde, war ich gespannt, ob wir langsam etwas mehr in der Story ankommen und etwas runterschalten.

Warnung: im Folgenden wird mit Spoilern über die zweite Folge der Staffel 2 zu Dexter: Resurrection gesprochen!

RECAP

Die Folge nimmt sich zunächst die Fäden vor, die „Riskantes Spiel“ offengelassen hat. Allen voran die Frage, wie eine Midlife Crisis für einen Serienmörder überhaupt aussieht. Dexter glaubt eine Anmeldung im Fitnessstudio und ein Podcast könnte hier helfen.

Harrison startet unterdessen seinen ersten Tag als Polizist. Hier wartet bereits eine erste spannende Dynamik. Nachdem die Detectives Oliva und  Wallace gesehen haben, dass ihr ehemaliger Mordverdächtiger (Harrison, siehe Staffel 1), sich nun im Morddezernat bewirbt, wurde dies zwar zunächst als eher skurril betrachtet, man möchte ihm letztendlich aber anscheinend aufgrund seiner hervorragenden Ergebnisse aus der Ausbildung trotz der Vorgeschichte eine Chance geben.

Jack Alcott als Harrison Morgan in Dexter: Resurrection, episode 2, season 2
© Paramount+

Wiedersehen macht Freude

Ebenfalls wird das Geheimnis um die mysteriöse Polizistin von Harrison’s One-Night-Stand gelüftet. Es handelt sich um Fiona Mixon, gespielt von Nona Parker Johnson, die sich als Tochter nicht zufällig einen Namen mit dem Captain des Morddezernats teilt. Und auch wenn sie zunächst beim Antreffen von Harrison auf der Wache so gar nicht in der Stimmung ist, über die vergangene Nacht zu reden, werde ich das Gefühl nicht los, dass das noch Ärger geben könnte.

Am Tag vor Schichtbeginn gibt es allerdings, zur Feier des Tages noch eine versprochene Verabredung mit Dexter zum Frühstück. Dass ausgerechnet dieses Treffen eine Überraschung parat hält, war bereits aus dem Trailer erkennbar. Charlie, gespielt von Uma Thurman, gibt ihr Comeback, mit der Ankündigung „wir haben unerledigte Geschäfte zu besprechen“, erwähnt ihm selben Atemzug allerdings auch, dass sie keine bösen Absichten hat. Im Gegenteil: Sie möchte Dexter ein Angebot machen, um die übrigen Serienmörder aus Prater’s Club zu stellen. Problematisch daran: der New York Ripper ist inzwischen in aktive Polizeiermittlungen verwickelt, aus denen sich Dexter definitiv raushalten möchte. Von den Killern aus dem Club sind zu diesem Zeitpunkt noch Der Jaw-Splitter und Der Sleepy-Eyed Stranger übrig.

Dexter lehnt das Angebot zunächst ab – schließlich arbeitet er, wie er selbst gerne betont, nur alleine. Dass ihn die Gespräche mit seinem Gewissen in Form von Harry dann doch umentscheiden, wird sehenswert als innere Zerreißprobe inszeniert. Der dunkle Passagier muss eben zufriedengestellt werden.

Kurz darauf gibt es das bereits gegen Ende der Premierenfolge angeteaserte Wiedersehen für Fans der Originalserie: Quinn, gespielt von Desmond Harrington, steht plötzlich vor Dexter’s Tür. Zunächst macht er allerdings nur den Anschein, die alte Verbindung wieder aufleben zu lassen und dem Ableben von Batista gedenken zu wollen. Er ist mittlerweile Privatermittler und ermittelt im Auftrag der Opfer der Serienmörder aus Praters Club. Und dann kommt er noch auf eine reichlich unbequeme Tatsache zu sprechen: Es gab eine Akte vom Bay Harbour Butcher, aber keine Sammlerstücke zu ihm. Ob Quinn hier einfach nur offenen Fragen nachgehen will oder Dexter mehr auf der Spur ist, als er sich anmerken lässt, bleibt abzuwarten – ich halte Letzteres für durchaus wahrscheinlich.

Desmond Harrington als Quinn in Dexter: Resurrection, episode 2, season 2
© Paramount+

Dexter auf der Jagd

In der folgenden Sequenz geht Dexter aber seinem ganz eigenen Fall nach: er lauert Dexter Don Framt auf und kommt mit ihm in einem Strip Club ins Gespräch. Aus dem Plausch erfährt er, dass die Polizei keinerlei Beweise gegen den New York Ripper in der Hand hat. Hier entsteht eine fantastische Meta-Situation, bei der Zuschauer:innen nie genau wissen, ob Framt jetzt wirklich offen gegenüber Dexter als Fremden spricht weil er sich in Sicherheit wiegt oder ob er nur die Rolle ausspielt, die er aktuell auch in seiner Verteidigung gegenüber der Polizei einnimmt, um den Schein zu wahren. Die Ermittlungen zum Five Borough Killer laufen parallel weiter, doch aufgrund der Vorsichtigkeit des Täters sind bisher kaum Details bekannt.

Dexter spricht anschließend die Situation mit dem New York Ripper gegenüber Harrison an, vor allem auch in Zusammenhang mit dem Angebot von Charlie. Harrison lehnt das ab – er möchte, dass ihn die Polizei zur Strecke bringt, vor allem Ltd. Wallace, da er mittlerweile in einem Gespräch mit dieser mit eigenen Augen gesehen hat, wie wichtig ihr dieser Fall ist. Für die Arbeit mit Charlie an den beiden anderen Mördern gibt er allerdings sein „ok“. Dexters trockenes „es tut mir Leid, dass ich nicht wie die meisten Väter bin“ kontert Harrison mit „das ist in Ordnung für mich“ – ein Moment, der zeigt, dass beide inzwischen durchaus eine eigene Dynamik entwickelt haben, auch wenn Dexter Harrison immer wieder mit Aktionen seinerseits enttäuscht. Mir persönlich hat diese Szene gut gefallen, weil sie ohne viel Erklärung für längere Zuschauende zeigt, wie weit die beiden gekommen sind und für neuer Zuschauer:innen, auch ohne zusätzlichen Kontext einen netten Vater-Sohn-Moment darstellt.

Uma Thurman als Charley und Michael C. Hall als Dexter Morgan in Dexter: Resurrection, episode 2, season 2
© Paramount+

Schlafende Hunde sollte man nicht wecken

Bei einem gemeinsamen Dinner stimmt Dexter der Zusammenarbeit mit Charlie also im Nachhinein zu, unter einer Bedingung: Sie sollen die Mörder nach New York City bringen, mit dem Vorwand einer Einladung von Leon Prater. Zuerst ist der Sleepy-Eyed Stranger dran, gespielt von Gabriel Luna als Ray Ballard. Sein Muster ist es, mehrfach in Wohnungen einzubrechen und so die Opfer psychisch zu zermürben und ermordet diese dann im Schlaf mit einem Eispickel. Charlie stellt Dexter ein gemietetes Apartment vor, das dem hohen Standard von Praters Lebensstil gerecht wird und gleichzeitig gute Möglichkeiten bietet die Mörder in eine gute Falle zu locken. Und weil Dexter nach wie vor keine Möglichkeit mehr hat, seine Opfer zu verbrennen, wird wieder auf die alte Methode der Entsorgung per Boot zurückgegriffen. Auch hier gibt es ein kleines Schmankerl für ältere Fans: das neue Boot wurde symbolisch seinem alten Boot aus Miami auf den Namen „Slice of Life Too“ (hier soll „too“ für „two“, also zwei stehen), was für mich immer noch einer der raffiniertesten Wortspiele der Serie bleiben wird. Indem Dexter vielleicht doch ein wenig seine Midlife-Crisis mit der Anschaffung des Boots befriedigen konnte, hat man hier potenziell auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Die von Charlie getarnte Einladung von Leon Prater „aktiviert“ den Sleepy-Eyed Stranger tatsächlich wieder, der Plan scheint also zunächst aufzugehen.

Parallel eskaliert der Five Borough Killer: Er sieht eine Live-Pressekonferenz im Fernsehen und fühlt sich provoziert, weil Detective Wallace äußert, dass die Chancen hoch stehen, dass es sich mit der Aktion am Baseball Stadion nur um einen einmaligen Mord gehandelt hat. Kurzerhand kündigt er einen weiteren Mord am selben Abend am Broadway an.

Nachdem ein Kellner Charlie und Dexter bei einem weiteren Treffen als „Paar“ verwechselt, findet Dexter die Idee, dies als Vorwand für die Treffen zu nutzen, eigentlich gar nicht so schlecht. Könnte sich hier noch eine Romanze anbahnen? Dexter fühlt sich so oder so einsam, und Charlie ist nach Mia aus der vergangenen Staffel die erste Person seit Langem, die seine Art nachvollziehen kann und akzeptiert. Wohin das führt, bleibt abzuwarten.

Beim Abschied von Dexter und Charlie dann noch ein kleiner Jump Scare, für mich als durchaus schreckhafterer Zuschauer. Eine tote Person schlägt auf einer Werbevitrine direkt neben ihnen ein. Die beiden haben sich ausgerechnet am Broadway getroffen – die Polizei hat als Reaktion auf die Mordandrohung vom FBK nur den Theaterdistrikt sperren lassen. Dexter hat so die Möglichkeit, den Mörder vom Dach aus zu erkennen. Die Folge endet mit der klaren Ansage, dass Dexter diesen stoppen will, bevor er Mord Nummer drei begehen kann, denn erst dann darf sich dieser ja offiziell Serienmörder nennen, und Dexter folgt dem FBK augenscheinlich Richtung Dach.

 

Einschätzung zu der Folge

Trotz weiter erhöhtem Tempo fühlt sich die Folge an, als würde sie etwas mehr atmen. Es werden viele der Storystränge weiterverfolgt, ohne dass alles so hastig wirkt wie in Folge 1. Durch das Szenario mit dem Sleepy-Eyed Stranger und dem Ende der Folge ist die Richtung, in die die nächste Episode gehen wird, etwas enger gefasst und dadurch klarer – verliert aber nicht die Spannung, da trotzdem einiges vorerst offen bleibt: Wie wird Quinn in die Story weiter eingebracht? Wird er zu einem ernsthafteren Problem, weil er Dexter potenziell mehr auf der Spur ist, als er sich hat anmerken lassen? Wie weit wird Harrison in die Ermittlungen des New York Rippers involviert, weil er helfen möchte und potenziell das Vertrauen von Detective Wallace gewinnen kann? Wie gut wird der Plan von Dexter und Charlie tatsächlich aufgehen, den nächsten Mörder aus Prater’s Club von der Liste zu streichen? Und trifft Dexter in der nächsten Folge tatsächlich schon von Angesicht zu Angesicht dem Five Borough Killer gegenüber?

Auf jeden Fall hat mich die Folge neugierig auf nächste Woche gemacht und das Gefühl in meinem Bauch, wo die Staffel hingehen könnte, nimmt mehr und mehr Form an.

Denny Lo Giudice

Denny Lo Giudice

Redakteur
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Hi, ich bin der Neue! 90-er Kind, gebürtig aus dem Saarland, seit 2021 im Rhein-Neckar-Kreis heimisch. Ich würde mich seit Kindesalter als "sportlichen Nerd" bezeichnen. Ich war entweder in der Sporthalle unterwegs oder vor sämtlichen Bildschirmen zu finden, angefangen mit dem OG Game Boy.
So fließen meine persönlichen und beruflichen Erfahrungen aus Gesundheit und IT in alles ein, worüber ich schreibe.

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