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Drei gegen die Horde: Yet Another Zombie Survivors im Test

So stimmen unsere Leser ab:

Der Name ist fast schon entwaffnend ehrlich. Yet Another Zombie Survivors klingt nach dem 137. Versuch, Vampire Survivors mit einer anderen Tapete nachzubauen. Zombies drauf, automatische Waffen rein, ein paar Upgrades verteilen und fertig ist das nächste Bullet-Heaven für den digitalen Grabbeltisch.

Ganz so einfach macht es sich Awesome Games Studio allerdings nicht. Nach rund drei Jahren Early Access ist Version 1.0 seit dem 20. August 2026 erhältlich und bringt das Spiel gleichzeitig auf PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox und PC. Ich habe mich auf der PlayStation 5 durch die Zombiehorden gearbeitet.

Drei Überlebende sind besser als einer

Eine Runde startet zunächst mit einem Survivor. Über SOS-Signale können später bis zu zwei weitere Charaktere eingesammelt werden. Am Ende bewegt sich also eine Dreiergruppe gemeinsam über das Schlachtfeld, während Waffen und Fähigkeiten weitgehend automatisch ihren Job erledigen. Das klingt nach einer kleinen Änderung, macht aber erstaunlich viel aus. Neun unterschiedliche Survivor stehen mittlerweile zur Verfügung. Sie bringen eigene Waffen, Fähigkeiten und Rollen mit und lassen sich über ihre Skilltrees weiterentwickeln. Ein Tank kann vorne ordentlich einstecken, während andere Figuren auf Flächenschaden, Elementareffekte, Heilung oder schnelle Angriffe spezialisiert sind. Mit Version 1.0 kam unter anderem die Rangerin hinzu.

Richtig interessant wird das Ganze durch die Synergien zwischen den Charakteren. Man baut eben nicht nur drei einzelne Figuren hoch, sondern versucht Fähigkeiten miteinander zu verzahnen. Genau hier entwickelt Yet Another Zombie Survivors seinen Charme. Plötzlich beschäftigt man sich nicht mehr nur mit der Frage, ob fünf Prozent mehr Schaden besser sind als eine kürzere Abklingzeit. Stattdessen überlegt man bereits beim Zusammenstellen des Trupps, welche Fähigkeiten später miteinander eskalieren könnten.

Vom Häufchen Elend zur mobilen Massenvernichtung

Die ersten Minuten eines Runs sind angenehm unspektakulär. Ein paar Zombies kommen angelaufen, hier und da fällt Erfahrung zu Boden und nach jedem Levelaufstieg steht die nächste Verbesserung an.

Zwanzig Minuten später sieht die Sache völlig anders aus. Explosionen, Feuer, Geschosse, Drohnen und andere Fähigkeiten bedecken große Teile des Bildschirms. Gegner verschwinden teilweise schneller, als sie überhaupt vollständig ins Bild laufen können. Genau diese Machtkurve beherrscht Yet Another Zombie Survivors verdammt gut. Es ist dieser klassische Bullet-Heaven-Kick: Am Anfang rennt man vor einer Gruppe Untoter davon, am Ende fragt man sich eher, ob die Zombies vielleicht vor uns gerettet werden müssten.

Dabei bleibt die Bedienung auf der PS5 angenehm simpel. Viel mehr als den linken Stick braucht es während der eigentlichen Action häufig nicht. Das automatische Feuern passt hervorragend zum Controller, während die Entscheidungen bei Level-Ups für kleine Verschnaufpausen sorgen. Die PS5-Version unterstützt zudem die Vibrationsfunktion des DualSense.

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Die Karten sind mehr als hübsche Hintergründe

Eine angenehme Überraschung sind die Arenen. Die unterscheiden sich nicht lediglich durch Farbe und Zombie-Dekoration, sondern bringen eigene Gefahren mit. Auf einer Karte zwingen euch beispielsweise zusätzliche Umweltgefahren zur Bewegung, andernorts werden selbst vorbeifahrende Züge Teil des Kampfes. Das verhindert zumindest teilweise, dass sich jede Partie exakt gleich anfühlt. Version 1.0 erweitert das Spiel auf fünf Karten und bringt mit dem Bio Lab eine weitere Arena hinzu. Dazu kommen unterschiedliche Spielvarianten wie Endurance, Hardcore, Infinite und der neue Boss Rush. Dort geht es zunächst darum, innerhalb von zehn Minuten möglichst viel Stärke aufzubauen, bevor der jeweilige Boss erscheint.

Gerade die höheren Schwierigkeitsgrade tun dem Spiel gut. Anfangs verzeiht Yet Another Zombie Survivors ziemlich viel. Später reicht „einfach irgendwie Schaden machen“ nicht mehr zuverlässig aus, und Bewegung sowie Zusammenstellung des Teams werden wichtiger.

Das Camp gibt der Progression endlich ein Zuhause

Mit Version 1.0 haben die Entwickler auch zwischen den Runs nachgelegt. Im neuen Survivors‘ Camp werden Skilltrees, Missionen und andere Systeme zusammengeführt.

Dort gibt es inzwischen sogar etwas Geschichte. Niemand sollte hier plötzlich The Last of Us erwarten, aber Charaktergespräche, persönliche Missionen und eine kleine Rahmenhandlung geben den bislang eher austauschbaren Figuren zumindest etwas Persönlichkeit. Insgesamt stecken laut Entwickler mehr als 1.000 Dialog- und Missionszeilen in der 1.0-Version. Hinzu kommen 15 Hauptmissionen, 45 Survivor-Missionen sowie 19 wiederholbare Aufgaben. Ein Freundschaftssystem erhöht durch abgeschlossene Missionen außerdem dauerhaft bestimmte Belohnungen.

Viel Fortschritt – aber nicht alles ist gleich spannend

Ganz schafft es das Spiel trotzdem nicht, der genretypischen Wiederholung zu entkommen. Nach einigen Runs erkennt man zwangsläufig das Grundgerüst. Zombies erledigen, Erfahrung einsammeln, Fähigkeit auswählen, stärker werden, nächste Horde. Das funktioniert hervorragend – bis man sich dabei ertappt, immer wieder auf ähnliche Strategien zurückzugreifen.

Auch beim Balancing sitzt längst nicht jede Option gleich fest im Sattel. Einige Waffen- und Fähigkeitspfade wirken schlicht effektiver als andere. Dadurch besteht die Gefahr, dass aus dem eigentlich spannenden Experimentieren irgendwann ein „Warum sollte ich das nehmen, wenn das andere Zeug viel stärker ist?“ wird.

Wenn der Bildschirm komplett die Schnauze voll hat

Ein größeres Problem entsteht ausgerechnet dann, wenn Yet Another Zombie Survivors am spektakulärsten wird.

Je stärker der eigene Trupp wird und je mehr Gegner auftauchen, desto unübersichtlicher kann das Bild werden. Projektile, Explosionen, Statusanzeigen, Gegner und Warnmarkierungen konkurrieren gleichzeitig um Aufmerksamkeit. Dann sieht die Zombievernichtung zwar herrlich bescheuert aus, aber wichtige Gefahren gehen gelegentlich im Effektgewitter unter. Auch andere PS5-Eindrücke nennen gerade die Lesbarkeit in besonders hektischen Situationen als Schwachpunkt. Optisch selbst bleibt das Spiel solide.

Perfekt für die berühmte eine Runde

Am wohlsten fühlt sich Yet Another Zombie Survivors in kurzen Sitzungen. Spiel starten, Team auswählen, einen Run absolvieren, zwei neue Sachen freischalten und Feierabend.

Praktisch sitzt man nach dem dritten Durchlauf noch immer davor, weil eine neue Fähigkeit freigeschaltet wurde und man natürlich unbedingt wissen muss, was passiert, wenn man sie mit zwei anderen Charakteren kombiniert. Diese Mischung aus niedriger Einstiegshürde und überraschend vielen Kombinationsmöglichkeiten ist die größte Stärke des Spiels.

Fazit: Der Name verkauft das Spiel deutlich unter Wert

Yet Another Zombie Survivors ist tatsächlich noch ein Zombie-Survivor. Nur eben ein ziemlich guter.

Das Dreier-Team hebt das Spiel weit genug von der Masse ab und sorgt zusammen mit den unterschiedlichen Charakteren für jede Menge Möglichkeiten beim Erstellen eigener Builds. Dazu kommen abwechslungsreichere Arenen als erwartet und ein herrlich befriedigender Anstieg vom angeschlagenen Überlebenden zum wandelnden Zombie-Häcksler. Version 1.0 macht außerdem einen deutlich runderen Eindruck als ein typischer kleiner Bullet-Heaven-Happen. Camp, Missionen, Boss Rush, neun Survivor, fünf Karten und zahlreiche Freischaltungen liefern genügend Futter.

Ganz oben im Genre landet das Spiel für mich trotzdem nicht. Dafür wiederholen sich die Abläufe irgendwann zu deutlich, einige Kombinationen sind klar attraktiver als andere und wenn der Bildschirm komplett eskaliert, leidet die Übersicht.

Für derzeit 14,99 Euro im PlayStation Store bekommt man auf der PS5 aber verdammt viel Zombie-Gemetzel fürs Geld.

Unsere Bewertung

Yet Another Zombie Survivors

82%

Ein unkomplizierter Bullet-Heaven mit cleverem Dreier-Team, starken Synergien und enormem „eine Runde geht noch“-Faktor. Nicht besonders originell präsentiert und stellenweise chaotisch, spielerisch aber verdammt schwer wieder wegzulegen.

Gameplay88%
Team & Builds90%
Umfang & Progression82%
Technik & Präsentation76%
Langzeitmotivation74%

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Torsten "Pixelaffe" Schmitt

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

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3D-Druck, Serien & Filme, Gaming, jede Art von Gadget
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Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen.

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