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Flaschenpfand – Nachwirkungen von Rock`n`heim 2014

Flasschenpfand

Wer es bei Twitter noch nicht mitbekommen hat, vom 15.-17.08.2014 war ich ja als Besucher auf dem Hockenheimring und habe mir das Festival angeschaut. Da ich nicht unbedingt derjenige bin, der sich die Lichter mit Alkohol ausknipst, bin ich mit offenen Augen auf und um das Festivalgelände unterwegs gewesen. Einen ausführlichen Bericht über das Festeival selbst, werde ich in den nächsten Tagen noch veröffentlichen, über ein Thema will ich aber schon vorab einmal ein paar Zeilen schreiben.

Wie auf allen Veranstaltungen ist es vom Veranstalter untersagt Flaschen und Dosen mit auf das Festivalgelände mitzubringen. Was macht der geneigte Besucher also? Er unterzieht sich einer Druckbetankung bis zum Festivaleingang und lässt seine Flasche/Dose zurück. Viele der Besucher werfen die Sachen auch dankenswerterweise einem der zahlreichen Flaschensammler zu (wenn sie nett sind sogar in deren Säcke).

Als ich dann am Montag nach dem Festival zufällig in einem großen Supermarkt in unmittelbarer Nähe des Festivalareals war ist mir das oben abgelbildete Schild aufgefallen. An dem dahinterliegenden Pfandautomaten stand ein älterer Mann der aus großen Säcken Leergut in den Automaten war. Neugierig wie ich bin, sprach ich ihn an und kam auch ein wenig mit ihm ins Gespräch.

Er (67) macht das Pfandflaschensammeln auf Großveranstaltunge die rund um den Hockenheimring stattfinden schon seit Jahren um sich seine kleine Rente aufzubessern. Er erzählte mir dass Formel 1 und DTM bei weitem nicht so ergiebig sind wie ein Konzert bzw. Festival und er bei „guten“ Bedingungen am Tag zwichen 500-600€ machen kann. Dazu muss er allerdings fast 18h auf den Beinen sein und auch einen guten Platz finden. Ebenfalls erzählte er mir, das es die letzten 2-3 Jahre immer schwieriger wird, da immer mehr organisierte Gruppen aus osteuropäischen Ländern die „Arbeit“ immer schwieriger machen. Bei den Konzerten der Böhsen Onkelz in diesem Jahr wurde er sogar von ein paar dieser Personen körperlich bedroht und ihm wurden Flaschen im Wert von 200-300€ abgenommen, die Polizei konnte/wollte ihm nicht helfen.

500-600€ am Tag? Irgendwie konnte ich das nicht glauben und habe daher eine kurze Mail an den Leiter des Globus Hockenheim geschrieben wie sich die Menge an Leergut nach so einer Großveranstaltung entwickelt und bekam auch dankenswerter Weise eine Antwort auf meine Anfrage:

„Nach Rücksprache mit unserer zuständigen Teamleiterin der Kassen , Frau XXXX, verzeichnen wir nach einer Veranstaltung auf dem Hockenheimring eine Steigerung bei der Leergutrücknahme von ca. 500%.“

Wow, das ist doch mal ne Hausnummer 500% mehr Leergut nach einer Veranstaltung. Ich glaube schon, dass solche „Mehrkosten“ durchaus kleiner Unternehmen in den Ruin treiben könnten.

Wie ist eure Meinung zu dem Thema?

Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

2 Kommentare

  1. Naja, ich kenne durch meine Arbeit viele ältere Menschen, die darauf angewiesen sind, Flaschen zu sammeln. Ist traurig und schlimm, aber wenn es ihnen hilft und ihren hungrigen Bauch stopft ist es okay für mich.

    Schlimm finde ich die frechen Sammler, die einen wirklich schon in der Bahn bedrohen und einem schon fast die Flasche aus der Hand reissen. Die Unverschämten. 🙁

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