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Erinnert ihr euch? Vor einigen Monaten sorgte GameStop für eine ziemlich absurde Überraschung: Der vergleichsweise kleine Videospielhändler wollte plötzlich eBay übernehmen und legte dafür ein Angebot über rund 56 Milliarden US-Dollar auf den Tisch. eBay winkte wenig später ziemlich deutlich ab und bezeichnete die Offerte sinngemäß als weder überzeugend noch attraktiv. Damit ist die Geschichte offenbar aber noch lange nicht vorbei – GameStop könnte den Übernahmeversuch nun aufgeben und stattdessen eine deutlich realistischere Zusammenarbeit mit eBay anstreben.
Wie Reuters unter Berufung auf einen Bericht von Bloomberg meldet, erwägt GameStop-Chef Ryan Cohen, das Übernahmeangebot zurückzuziehen. Stattdessen steht offenbar eine Partnerschaft oder ein Joint Venture zwischen GameStop und eBay zur Diskussion. Eine endgültige Entscheidung soll allerdings noch nicht gefallen sein.
GameStop-Läden könnten für eBay interessant werden
Kern einer solchen Zusammenarbeit könnte das stationäre Netz von GameStop sein. Das Unternehmen betreibt noch rund 1.600 Filialen in den USA, die eBay unter anderem nutzen könnte, um stärker in Bereiche wie Trading Cards und Collectibles vorzudringen. Gerade dieses Geschäft wird für GameStop immer wichtiger: Bereits seit 2024 arbeitet das Unternehmen mit dem Karten-Grading-Dienst PSA zusammen und bietet entsprechende Dienstleistungen in ausgewählten Filialen an.
Ganz uneigennützig wäre der Deal natürlich nicht. GameStop soll im Gegenzug unter anderem einen Sitz im eBay-Verwaltungsrat anstreben. Cohen hätte damit weiterhin direkten Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens, ohne eine milliardenschwere Komplettübernahme finanzieren zu müssen.
Fast zehn Prozent von eBay gehören bereits GameStop
Ganz vom Tisch wischen kann eBay GameStop ohnehin nicht mehr. GameStop besitzt inzwischen rund 9,8 Prozent der eBay-Aktien und ist damit zu einem der größten Anteilseigner des Unternehmens geworden. Zum Vergleich: Als GameStop Anfang Mai sein offizielles Übernahmeangebot vorlegte, lag der Anteil erst bei rund fünf Prozent.
Ob aus der Übernahmeschlacht tatsächlich eine Partnerschaft wird, bleibt zunächst offen. Weder GameStop noch eBay haben die aktuellen Berichte bislang offiziell bestätigt. Nach der ziemlich deutlichen Abfuhr für das 56-Milliarden-Dollar-Angebot wäre eine Kooperation allerdings ein deutlich weniger größenwahnsinniger Weg, um beide Unternehmen näher zusammenzubringen.
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