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Apple hat den Schalter umgelegt: iOS 27 und iPadOS 27 stehen seit dem 14. September 2026 zum Download bereit. Die neuen Betriebssysteme bringen zahlreiche Verbesserungen für iPhone und iPad, darunter mehr Leistung, Anpassungen am Liquid-Glass-Design, neue Funktionen für Fotos, Safari und AirDrop sowie einen erweiterten Kinderschutz. Auch Apple Intelligence wird weiter ausgebaut und zieht tiefer in verschiedene Apps ein. Wer allerdings auf die komplett neue Siri-Erfahrung gehofft hat, muss sich in Deutschland noch gedulden: Siri AI startet auf iPhone und iPad zunächst nicht in der EU.
Optisch krempelt Apple seine Systeme diesmal nicht erneut komplett um. Nach der großen Umstellung auf Liquid Glass mit iOS 26 geht es bei iOS 27 vielmehr darum, das vorhandene Fundament aufzupolieren. Und davon gibt es eine ganze Menge – teilweise an Stellen, die im Alltag interessanter sein könnten als irgendein neues Icon.
iOS 27 soll vor allem schneller werden
Einen überraschend großen Schwerpunkt legt Apple auf die Performance. Apps sollen unter iOS 27 bis zu 30 Prozent schneller starten, neu aufgenommene Fotos laut Hersteller bis zu 70 Prozent schneller in der Mediathek erscheinen und AirDrop-Übertragungen sogar bis zu 80 Prozent flotter vonstattengehen. Das sind natürlich Apples eigene Messwerte unter definierten Bedingungen und keine Garantie dafür, dass sich ein älteres iPhone plötzlich wie ein neues Modell anfühlt. Trotzdem ist bemerkenswert, wie offensiv Apple diesmal konkrete Leistungssteigerungen nennt.
Auch an anderen Stellen wurde unter der Haube geschraubt. Der Wechsel zwischen WLAN und Mobilfunk soll zuverlässiger funktionieren, außerdem hat Apple den CPU-Scheduler optimiert. Verbesserungen gibt es zudem bei der Suche in Spotlight, Fotos und Mail. Letztere bekommt ein neues Ranking-System, das relevante Ergebnisse weiter oben anzeigen soll. Zusammengenommen sind das keine Funktionen, wegen denen man iOS 27 auf einer Keynote mit Feuerwerk ankündigt, im täglichen Gebrauch könnten genau solche Änderungen aber am Ende am meisten auffallen.
Liquid Glass bekommt den Feinschliff
Das mit iOS 26 eingeführte Liquid-Glass-Design bleibt erhalten, Apple bessert allerdings bei Lesbarkeit und Kontrast nach. App-Symbole sollen detaillierter dargestellt werden und in den Einstellungen gibt es zusätzliche Möglichkeiten, die Wirkung der transparenten Oberflächen anzupassen. Damit lässt sich Liquid Glass je nach Geschmack stärker transparent oder deutlicher eingefärbt darstellen.
Das dürfte vor allem Nutzer freuen, denen Apples Glasorgie bislang ein bisschen zu viel des Guten war. Apple verabschiedet sich also nicht von seiner neuen Designsprache, gibt dem Nutzer aber etwas mehr Kontrolle darüber, wie dominant sie auf dem Bildschirm erscheint.
Apple Intelligence zieht tiefer ins System ein
Auch Apple Intelligence wird mit iOS 27 deutlich erweitert. In der Fotos-App kommen unter anderem neue Werkzeuge zum Verändern von Bildausschnitten, zum Erweitern von Bildern und zum Entfernen störender Objekte hinzu. Image Playground wird ebenfalls ausgebaut und soll Bilder in zusätzlichen Stilrichtungen erzeugen können.
Interessant sind aber vor allem die Funktionen, die sich nicht ausschließlich ums Generieren irgendwelcher Bilder drehen. Safari kann Tabs automatisch nach Themen sortieren und Webseiten auf bestimmte Änderungen überwachen. So soll sich beispielsweise verfolgen lassen, ob sich ein Preis verändert oder ein derzeit ausverkauftes Produkt wieder verfügbar ist. Auch Kurzbefehle werden schlauer: Nutzer sollen gewünschte Abläufe künftig beschreiben können, woraufhin das System einen passenden Kurzbefehl erstellt. Einige der KI-Funktionen können laut Apple Nutzungslimits unterliegen.
Siri AI muss in Deutschland noch draußen bleiben
Das eigentliche Aushängeschild der neuen Betriebssystemgeneration ist Siri AI. Apples grundlegend überarbeiteter Assistent soll natürlicher kommunizieren, persönliche Zusammenhänge verstehen, Inhalte auf dem Bildschirm erfassen und Informationen aus unterschiedlichen Apps miteinander verknüpfen können. Siri soll dadurch nicht mehr nur einzelne Kommandos abarbeiten, sondern komplexere Aufgaben verstehen und selbstständig mehrere Schritte ausführen.
Der Haken ist für uns ziemlich groß: Apple stellt Siri AI zum Start von iOS 27 und iPadOS 27 nicht in der Europäischen Union bereit. Die neue Siri startet zunächst als Beta auf Englisch, weitere Sprachen sollen folgen. Einen konkreten Termin für die Verfügbarkeit der neuen Siri auf iPhone und iPad in Deutschland nennt Apple bislang nicht. Wichtig ist dabei allerdings die Unterscheidung: Nicht sämtliche Funktionen von Apple Intelligence fehlen deshalb in Deutschland. Die Einschränkung betrifft insbesondere die neue Siri-AI-Erfahrung.
Mehr Kontrolle für Eltern
Deutlich erweitert hat Apple auch die Funktionen für Familien und Kinder. Eltern können bei der Einrichtung eines Kinderaccounts genauer festlegen, welche System-Apps verwendet werden dürfen. Mit einer neuen Surfanfrage können Kinder zudem die Freigabe einer bislang blockierten Webseite anfordern. Eltern bekommen die Anfrage angezeigt und können anschließend entscheiden, ob sie den Zugriff erlauben möchten.
Auch die Kommunikationssicherheit wird erweitert. Das System kann nicht mehr nur bei problematischen Nacktdarstellungen reagieren, sondern soll zusätzlich blutige beziehungsweise gewalttätige Inhalte in geteilten Bildern und Videos erkennen. Gleichzeitig wurde die Bildschirmzeit überarbeitet. Eltern können Zeitlimits für Kategorien wie Spiele, Social Media oder Entertainment setzen und per Zeitplan bestimmen, wann bestimmte Anwendungen genutzt werden dürfen. Apple baut die bereits vorhandenen Jugendschutzfunktionen damit erheblich aus, ohne dafür eine komplett neue Familien-App einzuführen.
AirPods bekommen mehr Einstellmöglichkeiten
Wer AirPods verwendet, bekommt ebenfalls ein paar neue Spielzeuge. Mit iOS 27 lässt sich der Klang kompatibler Modelle stärker an die eigenen Vorlieben anpassen. Apple integriert dafür einen Equalizer für Tiefen, Mitten und Höhen direkt in die AirPods-Einstellungen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, dürfte aber zu den Funktionen gehören, die viele Besitzer im Alltag tatsächlich benutzen werden.
Außerdem kommt GymKit aufs iPhone. In Kombination mit kompatiblen AirPods und unterstützten Trainingsgeräten können Fitnessdaten während des Trainings erfasst und zusammengeführt werden. Laufbänder, Crosstrainer oder Fahrradergometer lassen sich dadurch enger mit Apples Fitness-Ökosystem verzahnen.
iCloud-Alben werden endlich offener
Verbesserungen gibt es ebenfalls bei geteilten iCloud-Alben. Fotos und Videos können in voller Auflösung geteilt werden, gleichzeitig macht Apple die gemeinsamen Alben offener für Nutzer, die kein Apple-Gerät besitzen. Über iCloud.com können auch Freunde oder Familienmitglieder mit Android- und Windows-Geräten an einem Album teilnehmen und eigene Aufnahmen hinzufügen.
Das klingt im Vergleich zu den großen KI-Ankündigungen ziemlich unspektakulär, könnte im Alltag aber eine der praktischeren Neuerungen sein. Familien und Freundeskreise bestehen schließlich erstaunlicherweise nicht ausschließlich aus Menschen mit angebissenem Apfel auf Smartphone, Tablet und Notebook. Darüber hinaus enthält iOS 27 Verbesserungen bei den Bedienungshilfen, Apple Karten, Health und HomeKit Secure Video. Unterstützte Sicherheitskameras können nun auch 4K-Videos über HomeKit Secure Video streamen und aufzeichnen.
iPadOS 27 legt beim Multitasking und Datentransfer nach
Viele Neuerungen von iOS 27 finden sich nahezu identisch in iPadOS 27 wieder. Dazu gehören die Erweiterungen von Apple Intelligence, die Anpassungen an Liquid Glass sowie Verbesserungen in Fotos, Safari, Nachrichten, Suche, AirPods und beim Kinderschutz. Beim iPad konzentriert sich Apple zusätzlich stärker auf Produktivität und Multitasking.
Besonders interessant ist der Umgang mit Dateien: Das Durchsuchen von Daten und die Übertragung auf ein externes USB-Laufwerk soll nach Angaben von Apple bis zu fünfmal schneller funktionieren. Außerdem wurde die Fensterverwaltung weiter optimiert. Fenster sollen sich schneller schließen, verschieben und wechseln lassen. Das macht aus dem iPad noch immer keinen Mac – diesen Satz dürfen wir vermutlich auch bei iPadOS 28 wieder aus dem Keller holen –, Apple arbeitet aber weiter daran, die Unterschiede bei produktiven Aufgaben kleiner zu machen.
Viele ältere iPhones dürfen noch mitspielen
Erfreulich bleibt Apples lange Softwareunterstützung. iOS 27 läuft weiterhin auf dem iPhone 11 und neueren Generationen, sodass zahlreiche mehrere Jahre alte Geräte das Update installieren können. Auch unterstützte Modelle des iPhone SE bleiben dabei. Wer ein älteres kompatibles iPhone besitzt, bekommt damit zwar iOS 27, aber nicht zwangsläufig sämtliche neuen Funktionen.
Das gilt insbesondere für Apple Intelligence. Die KI-Funktionen stellen deutlich höhere Anforderungen an die Hardware und sind deshalb nur auf neueren Geräten verfügbar. Apple Intelligence setzt beim iPhone mindestens ein iPhone 15 Pro beziehungsweise iPhone 15 Pro Max oder ein neueres unterstütztes Modell voraus. Ein iPhone kann also problemlos iOS 27 erhalten, ohne dadurch automatisch alle im Zusammenhang mit dem Update beworbenen KI-Funktionen freizuschalten.
Auch bei iPadOS 27 entscheidet die Hardware
Ähnlich sieht es beim iPad aus. iPadOS 27 unterstützt verschiedene Generationen von iPad Pro, iPad Air, iPad, und iPad mini, allerdings stehen auch hier nicht auf jedem kompatiblen Gerät alle Funktionen zur Verfügung. Besonders bei Apple Intelligence verläuft die Grenze deutlich höher als bei der grundsätzlichen Betriebssystemunterstützung.
Für Apples KI-Funktionen wird bei den klassischen iPads mindestens ein Modell mit M1-Chip oder neuer benötigt. Eine Ausnahme bildet das entsprechend leistungsfähige iPad mini mit A17 Pro. Wer ein älteres iPad besitzt, kann iPadOS 27 somit möglicherweise installieren, muss bei den neuen KI-Werkzeugen aber mit Einschränkungen rechnen.
iOS 27 und iPadOS 27 jetzt installieren
iOS 27 und iPadOS 27 sind seit dem 14. September 2026 kostenlos verfügbar. Das Update findet ihr wie gewohnt unter Einstellungen → Allgemein → Softwareupdate. Vor dem Versionssprung empfiehlt sich trotz aller Routine ein aktuelles Backup – gerade bei einem großen Systemupdate ist das die Sorte Vorsicht, über die man sich nur ärgert, wenn man sie vorher nicht hatte.
Wer auf seinem iPhone zusätzlich iOS 26.7 angeboten bekommt, muss ebenfalls nicht nervös werden. Apple stellt die ältere Systemversion parallel bereit, sodass Nutzer nicht sofort auf iOS 27 umsteigen müssen. Wer erst einmal abwarten möchte, kann sein Gerät also weiterhin mit Sicherheitsaktualisierungen versorgen.
Unterm Strich ist iOS 27 kein zweiter großer optischer Neustart nach iOS 26, sondern vielmehr eine umfangreiche Weiterentwicklung. Mehr Performance, ein verfeinertes Liquid Glass, Verbesserungen bei Fotos, Safari, AirDrop, AirPods und Kinderschutz sowie zusätzliche KI-Funktionen ergeben zusammen trotzdem ein ziemlich dickes Update. Schade bleibt aus deutscher Sicht vor allem, dass ausgerechnet Siri AI als eines der wichtigsten neuen Features zunächst draußen bleiben muss. Genau die neue Siri hätte das Potenzial, den Unterschied zwischen iOS 26 und iOS 27 besonders deutlich spürbar zu machen.
Eine Amazon-Box lasse ich bei diesem Artikel bewusst weg. Für ein kostenloses Betriebssystem-Update gibt es kein wirklich passendes Produkt, das hier nicht wie zwanghaft hineingedrückt wirken würde.
