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Filmkritik zu „Resident Evil“ – Akkurater und böser war keine Verfilmung davor

Bundesweiter Kinostart: 17. September 2026

So stimmen unsere Leser ab:

Alle paar Jahre versucht sich jemand an „Resident Evil“ – und meistens fühlt sich das Ergebnis entweder inszenatorisch zu weit weg von den Spielen an oder zu nah dran, ohne wirklich zu funktionieren. Die Version von „Weapons“-Regisseur Zach Cregger geht einen gänzlich anderen Weg. Nicht größer, nicht lauter – sondern überraschend simpel. Und genau da wird’s interessant. Unsere Kritik zur neuesten Verfilmung nach der Videospielvorlage.

Reden wir nicht um den heißen Brei: Die Hauptfigur im neuen „Resident Evil“-Film ist kindisch, verpeilt, panisch, schnell genervt, will egoistisch aus unangenehmen Situationen raus und versucht meist das (moralisch) Richtige zu tun. Also kurz gesagt die bestmöglichste Charakterisierung von uns Allen während einer tobenden Zombieseuche.

Im Kern erzählt der Film demnach keine klassische Heldengeschichte, sondern folgt einem Typen, der da eigentlich gar nicht reinpasst. Bryan (Austin Abrams), ein ziemlich gewöhnlicher Kurier oder wie lakonisch meint „Uber-Fahrer für Organe“ landet mitten im Chaos von Raccoon City und stolpert durch den Ausbruch eines bis dato ungekannten Virus. Keine Eliteeinheit und kein Übermensch haben wir als Hauptfigur vor Uns. Das fühlt sich bewusst anders an und erinnert stärker an das erste Mal mit einem Resident-Evil-Spiel: Verwirrt und nie wirklich sicher.

Was sofort auffällt: Der Film hält sich nicht lange mit Lore auf. Umbrella, Virus, Mutationen – alles da, aber dient eher als Rahmen. Cregger interessiert sich mehr für das Gefühl dazwischen. Eine alltägliche Figur ohne besondere Fähigkeiten und ein plötzliches Auftauchen von irgendwas, das da nicht hingehört. Einige Sequenzen wirken da fast wie Levelabschnitte – flüchte in die Scheune und schaffe es irgendwie wieder raus. Oder laufe durch einen gruseligen Tunnel ohne Lärm zu verursachen. Oftmals simpel gedacht, funktioniert aber genau dann am besten, wenn der Film gar nicht versucht, mehr zu sein als ein durchgezogener Survival-Trip.

Gleichzeitig mischt sich etwas rein, das man so in der Reihe nicht unbedingt erwartet: Humor. Zum Glück kein unpassend-draufgesetztes Dauer-Gagfeuerwerk, es sind eher trockene Kommentare in absurden Situationen, die hinsichtlich der Vorlage sehr gut passt. Gerade die früheren Teile, insbesondere der ikonische vierte Serienteil bewies oft tollen schwarzen Humor – da schafft es Cregger sogar von Comic Relief-Momenten auf ekligen Bodyhorror von 0 auf 80 zu schalten, was doch positiv überrascht.

Grünes Kraut im Inventar

Wo wir gerade bei den titelgebenden Spielen sind – langjährige Fans werden sofort Easter Eggs in Form von Erste-Hilfe Spraydosen oder grünem Kraut sichten. Selbst die herrlich-absurde Verpackung von Schrotflinten-Munition fehlt hier nicht! Kreaturen, Settings, Tempo – alles darauf ausgelegt, dass man nicht lange zur Ruhe kommt. Gerade die Wechsel von Location zu Location geben dem Film ein gutes Timing. Die Figuren bleiben dabei größtenteils funktional. Bryan trägt den Film, weil er absolut greifbar als Figur ist – kein Held, eher jemand, der einfach nicht draufgeht. Er handelt meist so wie wir dies womöglich in ähnlicher Situation machen würden. Der Rest ordnet sich dem unter. Das passt zum Ansatz, sorgt aber auch dafür, dass emotional nicht allzu viel hängen bleibt. Es geht weniger um Menschen sondern die, in der sie sich befinden.

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Interessant ist, wie egal dem Film klassische (Fan-)Erwartungen sind. Keine bekannten Figuren aus den Spielen – vergesst einen Sonnenbrillen-tragenden Albert Wesker oder einen obercoolen Leon S. Kennedy – schon gar nicht darf nicht mit Kampfamazone Milla Jovovich aka Alice gerechnet werden. Das tut, im Hinblick früherer Verfilmungen, echt gut, weil die Prämisse bodenständig erzählt wird und nicht komplett eskaliert. Wunderbar wird’s an bestimmten Stellen, wenn Cregger die typischen Kameraspektiven aus den Spielen kopiert und man sich wirklich kurzzeitig in einer cinematografischen Zwischensequenz fühlt.

Ganz rund ist das Ganze schlussendlich nicht. Die Story bleibt recht dünn – gegen Ende merkt man, dass dem Film der Fokus abhanden kommt. Mutationen treten mehr zum Vorschein als klassische Untote. Trotzdem: „Resident Evil“ fühlt sich niemals gezwungen an. Dank seiner knackigen Laufzeit von 97 Minuten kommen keine Längen auf. Er macht konsequent sein Ding, bleibt dabei erstaunlich straight und verlässt sich darauf, dass Atmosphäre und Tempo reichen. Für Fans könnte Zach Creggers Version die wirklich erste richtige Verfilmnung von „Resident Evil“ sein.

Resident Evil. USA 2026. Verleih: Constantin Film. Regie: Zach Cregger. Mit Austin Abrams, Paul Walter Hauser. Genre: Horror. 97 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Disclaimer: Vielen Dank an den Traumpalast für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Resident Evil“ gibt es hier.

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Benny Illgner

Benny Illgner

Redakteur
Tech-Journalist
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Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter/Threads unter @IamIllgner an.

Schreibt und lebt nebenher das glorreiche Leben eines Technik-Bloggers. Interessiert sich für technische Spielereien jeglicher Art und spielerische Technik der allgegenwärtigen Videospiel-Konsolen. Primär für Gaming-, Smart Home-Krams und Reviews zuständig. Schlechte Wortspiele in Reviews eingeschlossen.

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