
Marshall schickt zwei seiner bekanntesten Home-Lautsprecher in die nächste Runde. Mit dem Marshall Acton IV und dem Marshall Stanmore IV kommen zwei neue Bluetooth-Speaker, die optisch weiter ganz klar nach Verstärker, Wohnzimmer-Rock und viel zu guter Musik für zu schlechte Nachbarn aussehen. Technisch hat Marshall aber ordentlich nachgelegt: mehr Bass, breitere Bühne, moderne Codecs und ein besseres Setup für analoge Quellen.
Besonders angenehm: Die Preise bleiben im bekannten Rahmen. Der Marshall Acton IV kostet 299 Euro, der größere Marshall Stanmore IV liegt bei 399 Euro. Beide Modelle sind in Schwarz und Creme erhältlich und richten sich klar an alle, die keinen smarten Sprachassistenten im Wohnzimmer brauchen, sondern einfach einen Lautsprecher, der aussieht wie ein kleiner Amp und dabei ordentlich Druck macht.
Mehr Klang, mehr Bass, breitere Bühne
Marshall spricht bei beiden neuen Modellen von einer überarbeiteten Akustik. Dafür wurden unter anderem die Hochtöner und Waveguides angepasst, damit der Klang breiter im Raum verteilt wird. Dazu kommt eine neu gestaltete Bassöffnung, die für saubereren und kräftigeren Tiefton sorgen soll. Kurz gesagt: weniger dünnes Bluetooth-Gedudel, mehr Wohnzimmerbrett.
Der Acton IV setzt auf einen 4-Zoll-Tieftöner und zwei 0,75-Zoll-Hochtöner. Beim Stanmore IV wächst der Tieftöner auf 5 Zoll, ebenfalls kombiniert mit zwei 0,75-Zoll-Hochtönern. Beide Lautsprecher nutzen einen 60-Watt-Class-D-Verstärker für den Woofer und jeweils 25 Watt für die Hochtöner. Der Acton IV deckt laut Datenblatt 37 bis 38.000 Hz ab, der Stanmore IV kommt auf 36 bis 38.000 Hz.
LDAC, LC3 und Auracast sind an Bord
Bei der Funktechnik zieht Marshall ebenfalls nach. Beide Modelle unterstützen Bluetooth 5.3, Auracast, SBC, AAC, LDAC und LC3. Gerade LDAC ist spannend, weil damit über Bluetooth eine höhere Übertragungsqualität möglich ist als bei den Standard-Codecs. Natürlich bleibt Bluetooth am Ende Bluetooth, aber immerhin nicht mehr die alte Küchenradio-Nummer mit hübschem Gehäuse.
Mit Auracast lassen sich mehrere kompatible Lautsprecher synchron bespielen. Das ist vor allem dann interessant, wenn der Sound nicht nur in einer Ecke des Wohnzimmers hängen bleiben soll. Marshall nennt außerdem die Einbindung über den separaten Heddon-Streaming-Hub, falls ein Multi-Speaker-Setup größer gedacht wird.
Endlich mehr Liebe für Plattenspieler
Die vielleicht alltagstauglichste Neuerung steckt auf der Rückseite beziehungsweise bei den Anschlüssen. Neben 3,5-mm-AUX bieten die neuen Modelle auch RCA/Cinch. Damit lassen sich analoge Quellen wie ein Plattenspieler anschließen. Wichtig: Für Vinyl wird ein Vorverstärker benötigt, falls der Plattenspieler keinen integriert hat.
Gerade beim kleineren Acton IV ist das ein schöner Schritt. Der Lautsprecher bleibt kompakt, bekommt aber deutlich mehr Flexibilität. Wer also keinen riesigen HiFi-Turm aufbauen will, aber trotzdem Platten hören möchte, bekommt hier eine recht elegante Lösung. Sieht gut aus, klingt hoffentlich fett und nimmt nicht gleich das halbe Sideboard als Geisel.
Besser platzierbar und reparierbarer
Marshall hat auch am Gehäuse nachgebessert. Die Kabelführung sitzt nun an der Unterseite, wodurch die Lautsprecher näher an der Wand stehen können. Das klingt langweilig, ist aber im Alltag genau so ein Detail, das irgendwann den Unterschied macht. Vor allem, wenn das Teil eben nicht mitten im Raum stehen soll wie ein heiliger Sound-Altar.
Dazu setzt Marshall auf MDF-Holz aus 100 Prozent FSC-zertifiziertem Material und auf austauschbare Bauteile. Regler, Füße und Frontgitter sollen sich ersetzen lassen. Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch ziemlich sinnvoll bei Geräten, die man im Idealfall viele Jahre nutzt. Oder zumindest so lange, bis wieder irgendein Hersteller meint, ein Lautsprecher brauche ein Display, KI und einen Abo-Modus.
Technische Daten im Überblick
| Modell | Marshall Acton IV | Marshall Stanmore IV |
|---|---|---|
| Preis | 299 Euro | 399 Euro |
| Tieftöner | 1 × 4 Zoll | 1 × 5 Zoll |
| Hochtöner | 2 × 0,75 Zoll | 2 × 0,75 Zoll |
| Verstärker | 1 × 60 W + 2 × 25 W | 1 × 60 W + 2 × 25 W |
| Frequenzbereich | 37–38.000 Hz | 36–38.000 Hz |
| Maximaler Schalldruck | 95 dB SPL @ 1 m | 97 dB SPL @ 1 m |
| Funk | Bluetooth 5.3, Auracast | Bluetooth 5.3, Auracast |
| Codecs | SBC, AAC, LDAC, LC3 | SBC, AAC, LDAC, LC3 |
| Anschlüsse | AUX, RCA/Cinch | AUX, RCA/Cinch |
| Gewicht | 2,65 kg | 3,99 kg |
| Farben | Schwarz, Creme | Schwarz, Creme |
Einschätzung
Der Marshall Acton IV und der Marshall Stanmore IV sind keine radikale Neuerfindung, sondern ein ziemlich sinnvolles Update. Marshall behält das bekannte Design, dreht aber an den richtigen Stellen: bessere Codecs, Auracast, kräftigerer Bass, Cinch für analoge Quellen und mehr Reparierbarkeit.
Wer WLAN, Sprachassistenten und Smart-Home-Gedöns sucht, wird hier nicht glücklich. Wer aber einen stationären Bluetooth-Lautsprecher mit klassischer Marshall-Optik, physischen Reglern und mehr Anschlussfreude will, bekommt mit der vierten Generation genau das Update, das fällig war.
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