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Für Oura könnte aus einem seiner wichtigsten Verkaufsargumente ein juristisches Problem werden. In den USA wurde eine geplante Sammelklage gegen den Smart-Ring-Hersteller eingereicht. Der Vorwurf: Oura soll die Genauigkeit seines Schlaftrackings gegenüber Kunden irreführend dargestellt haben.
Die Klage wurde am 20. August beim US District Court for the Northern District of California eingereicht. Klägerin Madison Surber wirft Oura vor, seine Ringe so zu vermarkten, als könnten sie Schlafphasen mit einer Genauigkeit erfassen, die mit Untersuchungen in einem Schlaflabor vergleichbar sei. Oura bewirbt seinen aktuellen Ring tatsächlich mit 95 Prozent „Sleep Staging Accuracy“ im Vergleich zu einem klinischen Schlaflabor. Genau hier setzt die Klage an. Eine klinische Polysomnographie erfasst unter anderem Hirnaktivität, Augenbewegungen und Muskelaktivität. Ein Oura Ring besitzt diese Sensorik nicht. Stattdessen werden unter anderem Bewegung, Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und Temperatur erfasst, aus denen Algorithmen die jeweiligen Schlafphasen ableiten.
Die Klägerseite verweist zudem auf eine Untersuchung, bei der für die Zuordnung einzelner Schlafstadien eine Genauigkeit von 53,18 Prozent ermittelt worden sein soll. Daraus leitet die Klage den ziemlich knackigen Vorwurf ab, die Schlafphasen-Erkennung habe teilweise kaum bessere Chancen als ein Münzwurf.
Spannend dürfte der Fall trotzdem werden. Praktisch alle Consumer-Wearables bestimmen Schlafphasen nicht mit einem EEG, sondern leiten sie aus indirekten Sensordaten ab. Der Rechtsstreit könnte deshalb weniger die Frage aufwerfen, ob Oura Schlafphasen schätzt, sondern vor allem, wie offensiv Hersteller die Genauigkeit solcher Schätzungen bewerben dürfen.
