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Oura widerspricht Vorwürfen zum Schlaftracking

So stimmen unsere Leser ab:

Nach der in den USA eingereichten Klage wegen der beworbenen Genauigkeit des Schlaftrackings hat sich Oura inzwischen zu den Vorwürfen geäußert. Das Unternehmen weist die Anschuldigungen zurück und verweist auf wissenschaftliche Untersuchungen zur Schlafphasenerkennung des Oura Ring.

Wir hatten am 23. August über die geplante Sammelklage gegen Oura berichtet. Im Kern wirft die Klägerseite dem Unternehmen vor, die Genauigkeit der Schlafphasenerkennung seiner Ringe irreführend zu bewerben. Die Klage wurde am 20. August 2026 beim US District Court for the Northern District of California eingereicht. Es handelt sich bislang um Vorwürfe der Klägerseite; eine gerichtliche Entscheidung über deren Berechtigung gibt es nicht.

Nun liegt eine offizielle Stellungnahme von Oura vor. Darin erklärt das Unternehmen, hinter seinen wissenschaftlichen Grundlagen, seiner Forschung und seinen Aussagen zur Genauigkeit zu stehen.

Oura verweist auf physiologische Messwerte

Oura betont dabei einen wichtigen Unterschied zwischen einem Consumer-Wearable und einer klinischen Schlafuntersuchung. Der Oura Ring ist kein medizinisches Gerät und soll eine Untersuchung im Schlaflabor nicht ersetzen. Schlafphasen werden vom Ring auch nicht direkt anhand der Hirnaktivität bestimmt.

Stattdessen erfasst das Wearable verschiedene physiologische Signale, darunter Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Bewegung, Atemmuster und Temperatur. Aus diesen Daten werden die Schlafphasen algorithmisch abgeleitet. Oura argumentiert, dass sich unterschiedliche Schlafstadien in messbaren physiologischen Veränderungen widerspiegeln und solche Signale deshalb zur Klassifizierung herangezogen werden können.

Für diesen grundsätzlichen Zusammenhang verweist das Unternehmen unter anderem auf einen 2018 veröffentlichten wissenschaftlichen Review zur Kopplung des zentralen und autonomen Nervensystems während des Schlafs. Die Arbeit beschreibt Veränderungen autonomer und zentralnervöser Prozesse während verschiedener Schlafzustände.

Studien sollen Schlafphasenerkennung stützen

Oura führt außerdem mehrere Untersuchungen an, in denen die Schlafphasenerkennung des Rings mit der Polysomnographie (PSG) verglichen wurde. Die PSG gilt als Referenzmethode für die Untersuchung von Schlaf und erfasst deutlich mehr Signale als ein Ring am Finger. Nach Angaben von Oura wurde der neuere Sleep-Staging-Algorithmus mit einem Datensatz entwickelt, der mehr als 1.200 Nächte mit parallel erhobenen PSG- und Oura-Daten aus verschiedenen Schlaflaboren umfasst. Oura beschreibt für seine Vier-Stufen-Klassifizierung aus Wach-, Leicht-, Tief- und REM-Schlaf eine Übereinstimmung von 79 Prozent mit der Polysomnographie. Das Unternehmen weist zugleich darauf hin, dass je nach betrachteter Schlafphase unterschiedliche Werte für Sensitivität, Genauigkeit und Spezifität entstehen.

Eine weitere 2024 in Sensors veröffentlichte Untersuchung verglich den Oura Ring mit Polysomnographie sowie anderen Consumer-Wearables. Oura verweist auf diese und weitere Untersuchungen als unabhängige Bestätigung dafür, dass sich Schlafphasen mit den vom Ring erfassten Signalen zumindest abschätzen lassen.

Damit stehen sich derzeit zwei Positionen gegenüber: Die Klägerseite greift insbesondere die Genauigkeits- und Werbeaussagen von Oura an. Oura hält dagegen, dass seine Methode wissenschaftlich untersucht und gegenüber der Polysomnographie validiert worden sei. Die Frage, ob die konkrete Werbung des Unternehmens Verbraucher tatsächlich in die Irre führt, ist damit allerdings nicht beantwortet. Genau darüber muss letztlich das weitere Verfahren entscheiden.

Oura erklärt abschließend, man wolle weiterhin klar kommunizieren, welche Werte der Ring tatsächlich misst, welche daraus geschätzt werden und wie Nutzer diese Informationen einordnen sollten. Die Anschuldigungen der Klage weist das Unternehmen zurück und kündigt an, sich dagegen auf dem Rechtsweg zu verteidigen.

Hier der originale Wortlaut von Oura:

We stand behind our science, research, and accuracy claims.

Like other consumer sleep wearables, Oura Ring estimates sleep stages using multiple physiological signals, including heart rate, heart rate variability, movement, breathing patterns, and temperature. There is well-documented, peer-reviewed independent scientific evidence that sleep stages are associated with distinct, measurable, reproducible changes in physiology, which is why these signals are reliably used to classify sleep stages.

While Oura Ring is not a medical device or a substitute for a clinical sleep study, Oura’s sleep staging has been validated and compared favorably in multiple studies against polysomnography, the gold standard. The data collection that informs the creation of Oura’s sleep staging algorithm (NSSA) is unparalleled in sleep research with over 1,200 nights of data collected, and we published a peer-reviewed paper that describes how the sleep-staging algorithm was developed and how it uses the signals collected by the ring. Multiple third-party, independent studies support our claims of accuracy and we have transparently reported on the mechanisms and measures that inform Oura’s sleep staging.

We’re committed to continuing to clearly communicate what Oura measures, what it estimates, and how members should use that information. We dispute the allegations and will defend against them in the appropriate legal forum.

Sources:
de Zambotti M, Trinder J, Silvani A, Colrain IM, Baker FC. Dynamic coupling between the central and autonomic nervous systems during sleep: A review. Neurosci Biobehav Rev. 2018 Jul;90:84-103. doi: 10.1016/j.neubiorev.2018.03.027. Epub 2018 Mar 30. PMID: 29608990; PMCID: PMC5993613.
Altini, M., & Kinnunen, H. The Promise of Sleep: A Multi‑night Validation of the Oura Ring for Sleep and Sleep Stage Assessment in Adolescents and Adults. Sensors (Basel). 2021 Jun 23;21(13):4302. doi: 10.3390/s21134302.
Robbins, R., et al. Validation of Oura Ring Sleep Staging Against In‑Laboratory Polysomnography. Sensors (Basel). 2024 Oct 10;24(20):6532. doi: 10.3390/s24206532.

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Torsten "Pixelaffe" Schmitt

Torsten "Pixelaffe" Schmitt

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Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen.

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