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Prusa zieht seine aktuelle 3D-Drucker-Linie einmal kräftig nach und stellt mit dem Prusa XL+, dem CORE One+ (Gen 2) und dem CORE One L+ drei überarbeitete Modelle vor. Der Fokus liegt dabei nicht auf wilden Marketing-Zahlen, sondern auf Dingen, die im Alltag tatsächlich nerven können: sauberere Druckstarts, glattere Oberflächen, weniger Wartezeit und einfachere Wartung.
Kurz gesagt: weniger Gefummel vor dem Druck. Mehr Drucken.
Drei Modelle bekommen ein Upgrade
Beim Prusa CORE One+ (Gen 2) bleibt es beim geschlossenen CoreXY-Konzept mit einem Bauraum von 250 × 220 × 270 mm. Neu sind unter anderem ein überarbeitetes Heatbed-Mounting, GT1.5-Riemen, ein integrierter Nozzle-Wiper und ein werkzeuglos abnehmbares Top-Panel. Besonders praktisch: Bei PLA, PETG und Druckbett-Temperaturen bis 85 °C entfällt laut Prusa der bisherige „Absorbing heat“-Warteschritt.
Der größere Prusa CORE One L+ bietet weiterhin 300 × 300 × 330 mm Bauraum und eine aktiv beheizte Kammer bis 60 °C. Hier konzentriert sich das Upgrade vor allem auf die neuen GT1.5-Riemen für glattere Oberflächen und den integrierten Nozzle-Wiper für sauberere Druckstarts.
Der Prusa XL+ bleibt das große Biest im Line-up. Mit 360 × 360 × 360 mm Bauraum und bis zu fünf Werkzeugköpfen richtet sich der Drucker an alle, die große Teile oder komplexe Multi-Material-Projekte drucken wollen. Neu sind hier unter anderem eine 360-Grad-Kühlung, ein dauerhaft montierter Tool-Offset-Sensor, High-Flow-Nozzles ab Werk, GT1.5-Riemen und ebenfalls ein Nozzle-Wiper.
| Modell | Bauraum | Wichtigste Neuerungen |
|---|---|---|
| Prusa CORE One+ Gen 2 | 250 × 220 × 270 mm | schnellerer Start, Nozzle-Wiper, GT1.5-Riemen, abnehmbares Top-Panel |
| Prusa CORE One L+ | 300 × 300 × 330 mm | Nozzle-Wiper, GT1.5-Riemen, beheizte Kammer bis 60 °C |
| Prusa XL+ | 360 × 360 × 360 mm | 360°-Kühlung, schnellerer Toolhead-Abgleich, High-Flow-Nozzles, Nozzle-Wiper |
Upgrade-Kits für bestehende Drucker
Prusa bleibt sich bei einem Punkt treu: Wer bereits einen passenden Drucker besitzt, soll nicht direkt die komplette Maschine ersetzen müssen. Für Besitzer eines CORE One+, CORE One L oder Original Prusa XL sollen entsprechende Upgrade-Kits kommen.
Für den CORE One+ bringt das Kit unter anderem die neuen Riemen, den Nozzle-Wiper, das neue Top-Panel und die Änderungen am Heatbed. Beim XL-Upgrade stehen die neue Kühlung, der Tool-Offset-Sensor, High-Flow-Nozzles und die Riemen im Mittelpunkt. Beim CORE One L geht es vor allem um Nozzle-Wiper und GT1.5-Riemen.
Prusa gibt außerdem an, dass offene Bestellungen für CORE One+, CORE One L oder XL automatisch auf die neue Version umgestellt werden, sofern sie noch nicht verschickt wurden. Die neuen Modelle sind bereits gelistet, erste CORE-One-Modelle sollen sofort starten, der XL+ folgt später im August. Upgrade-Kits und Einzelteile sollen in den kommenden Wochen nachziehen.
Auch Software bleibt ein Thema
Neben der Hardware kündigt Prusa weitere Verbesserungen an. Dazu gehören unter anderem PrusaSlicer 3.0, automatische Filamentkalibrierung für Pressure Advance, ein HT-Hotend im September sowie Prusa Connect Local als lokaler Nachfolger beziehungsweise Ausbau der bisherigen PrusaLink-Idee.
Gerade das ist für Bestandskunden interessant. Denn Prusa verkauft die neuen Modelle nicht nur als „kauft neu, fertig“, sondern als nächsten Schritt im eigenen Ökosystem. Firmware, Slicer, Profile, Ersatzteile und Support sollen auch ältere beziehungsweise aufrüstbare Geräte weiter begleiten.
Einschätzung
Das klingt nicht nach einer Revolution. Muss es aber auch nicht. Prusa bessert an Stellen nach, die im Alltag auffallen: Startzeiten, kleine Filamentreste, sichtbare Muster auf glatten Flächen und Kalibrieraufwand. Gerade beim XL+ ist der schnellere Toolhead-Abgleich spannend, weil Multi-Tool-Druck zwar mächtig ist, aber eben auch gerne Zeit frisst.
Für Neukäufer ist vor allem interessant, dass Prusa die Preise der ersetzten Modelle laut eigener Aussage trotz neuer Hardware nicht anheben will. Für Bestandskunden hängt es am Ende am Preis der Upgrade-Kits. Wenn die fair bleiben, ist das ein ziemlich sauberer Zug.
Quelle: Offizieller Prusa-Blog
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