
Splatoon Raiders im Test/Review – Bares für rare Schätze und Farbkleckse
Gelingt der Switch von Multiplayer zu Storykampagne?
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„Splatoon Raiders“ ist ein ungewöhnlicher Schritt für eine populäre Reihe, die sich ihren Ruf über Jahre im kompetitiven Mehrspielermodus stetig erarbeitet hat. Statt farbenfroher Arenagefechte steht hier ein kompaktes Solo-Abenteuer im Mittelpunkt, das sich zwar vertraut anfühlt, die bekannten Mechaniken aber in eine andere spielerische Richtung biegt. Nintendo setzt auf eine Mischung aus Action-RPG und Roguelike-Elementen, ohne dabei die Identität aus den Augen zu verlieren. Wie sich das Einzelspieler-Abenteuer schlägt, klärt unser Test.
Die Ausgangslage ist schnell erzählt, aber gewohnt humorvoll inszeniert. Das aus Splatoon 3 bekannte Surimi-Syndicate-Trio Mako, Muri und Mantaro begibt sich auf Schatzsuche zu den sagenumwobenen Spiralit-Inseln. Alles übrigens nur um das fast insolvente Splittown zu retten. Ein Sturm macht dem Plan einen Strich durch die Rechnung, der Helikopter macht ne‘ Bruchlandung, und die Gruppe strandet mitten im Nirgendwo. Von hier aus entwickelt sich eine Geschichte, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber immer wieder kleine, charmante Momente einstreut. Gerade die Dialoge profitieren vom typischen Splatoon-Humor, der auch im Spin-Off bestens funktioniert.
Keine Sorge: Spielerisch bleibt vieles vertraut. Wer bereits einen der drei Hauptteile gespielt hat, ist sofort drin. Die Steuerung sitzt, das Bewegungsgefühl passt – das Wechseln zwischen humanoider Form und Tintenfisch auf Knopfdruck funktioniert so flüssig wie eh und je. Die Grundidee bleibt unverändert: Mit Farbe wird nicht nur geschossen, sondern auch navigiert. Eigene Farbflächen dienen als persönliche Schnellstraße, Gegner werden schlicht übertüncht. Das Konzept grenzt sich klar von klassischen Shootern klar ab was besonders Eltern von jüngeren Zockern freut – eher verspielt als aggressiv.
Neu ist vor allem der strukturelle Unterbau. „Splatoon Raiders“ setzt auf eine Kartenübersicht, die nach und nach freigeschaltet wird. Anfangs liegt alles im obligatorischen Nebel, doch mit jeder abgeschlossenen Mission öffnen sich neue Inselabschnitte. Diese Struktur sorgt für einen klaren Spielfluss und gibt dem Abenteuer eine gewisse Richtung, ohne es komplett schlauchig wirken zu lassen. Die einzelnen Level variieren dabei stärker als erwartet. Optisch verabschiedet sich Nintendo ein Stück weit vom stark abgegrenzten Arena-Design der Vorgänger. Stattdessen dominieren größere, zusammenhängende Gebiete mit Küstenlinien, Ruinen und überraschend glaubwürdigen Landschaften. Es gibt klassische Abschnitte mit klar definiertem Ziel, aber auch offenere Areale, in denen eine bestimmte Anzahl an Power-Eiern gesammelt werden muss. Andere Passagen setzen auf enge Arenen, in denen Gegnerwellen auf euch einprasseln, während kleinere Herausforderungen gezielt einzelne Mechaniken erklären. Diese Mischung hält das Tempo hoch. Langeweile kommt selten auf, auch weil das Spiel regelmäßig neue Ideen einstreut.
Technisch flutscht es auch
Technisch überzeugt das farbflüssige Spin-Off ebenfalls: Im Docked-Modus ist das Spiel scharf und ohne Clipping, unterwegs bleibt es stabil bei 1080p ohne störendes Kantenflimmern. Die Bildrate hält sich meist bei 60fps, was gerade in hektischen Gefechten positiv auffällt. Im Zentrum des Gameplays steht ein System, das die bekannte Ausrüstung deutlich erweitert. Der sogenannte Ink Tank ist mehr als nur ein Farbreservoir. Drei Varianten stehen zur Auswahl: Speed, Power und Tactical. Jede bringt ihren eigenen Fokus mit. Geschwindigkeit, Schadensoutput oder Flächenkontrolle – die Entscheidung beeinflusst den gesamten Spielstil. Gleichzeitig entwickeln sich die Tanks im Laufe des Spiels weiter.
Durch oftmalige Einsätze und Levelaufstiege werden neue Fähigkeiten freigeschaltet, die dauerhaft erhalten bleiben. Dies erinnert an das automatische Upgradesystem der „Ratchet und Clank“-Reihe. Zusätzlich besitzt jede Variante eigene Gadgets und Spezialfunktionen, die gezielt eingesetzt werden können. Zwei dieser Gadgets lassen sich gleichzeitig ausrüsten und fungieren im Prinzip als Modifikationen. Sie verändern Werte, erweitern Fähigkeiten oder öffnen zusätzliche Slots. Ergänzt wird das Ganze durch ein Upgradesystem, das konstant motiviert. Nach jedem Level winken neue Teile, mit denen sich Lebenspunkte, Waffenstärke oder Gadget-Effekte verbessern lassen. Relikte und weitere Boni bringen zusätzliche Vorteile ins Spiel.
Ein weiterer Baustein ist der Exploration Bot. Dieser wird von einem sogenannten Bot Buddy gesteuert, wobei ihr zwischen Shiver, Frye und Big Man wählen könnt. Jeder dieser Begleiter bringt eine eigene Spezialfähigkeit mit, die über gesammelte Ressourcen aufgeladen wird. Im Kampf kann das den entscheidenden Unterschied machen, vor allem gegen größere Gegnergruppen oder aufkommende Bossgegner deren Design überraschend gruselig ist.
Die Gegner selbst gehören zu den bekannten Salmoniden, werden hier aber deutlich stärker in den Fokus gerückt. Ihre Designs sind bekanntlich kreativ: Von simplen Kreaturen mit überdimensionierten Scheren über mit Pfannen bewaffneten (!) bis hin zu improvisierten Konstruktionen mit selbstgebauten Jetpacks ist alles dabei. Stellenweise fast absurd, passt aber zum präsentierten Artstyle. Gleichzeitig fordern die unterschiedlichen Gegnertypen eine gewisse Anpassung unserer eigenen Strategie.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den sogenannten Raids, die als zentrale Missionen dienen. Hier zeigt sich, dass „Splatoon Raiders“ mehr sein will als ein erweitertes „Salmon Run“ – zwar erinnert das Grundprinzip an den Modus aus Splatoon 2, doch die Struktur wurde verkomplexisiert. Positionierung, Ausrüstung und Timing spielen eine größere Rolle – Kämpfe entwickeln sich dynamischer. Das Arsenal fällt gewohnt üppig aus. Ganze 11 Waffenkategorien stehen zur Verfügung, von klassischen Farbkanonen über großflächige Pinsel bis hin zu Walzen. Innerhalb dieser Gruppen gibt es wiederum Varianten, die sich unterschiedlich spielen. Dadurch bleibt genug Raum zum Experimentieren. Nicht jede Kombination funktioniert übrigens gleich gut.
Interessant ist auch der Umgang mit den Gadgets. Sie ersetzen die bekannten Subwaffen wie Bomben oder Sprinkler und mausern sich schnell zum Herzstück des Kampfsystems. Wer sich nicht mit ihnen beschäftigt, stößt spätestens bei stärkeren Gegnern an Grenzen. Richtig eingesetzt öffnen sie hingegen neue Wege, gerade wenn es darum geht, größere Flächen zu kontrollieren oder gezielt Schaden zu verursachen. Trotz des klaren Fokus auf das Einzelspieler-Erlebnis bleibt eine Option für Koop-Partien erhalten. Nahezu alle Missionen lassen sich gemeinsam bestreiten, was dem Spiel eine zusätzliche Ebene verleiht. Gerade schwierigere Abschnitte profitieren davon, auch wenn das Balancing gelegentlich etwas schwankt, was Nintendo mit kommenden Updates fixen sollte.
- Exklusiv für Nintendo Switch 2!
- Kategorie: Action, Shooter
- Kleckse dich durch Horden von Gegnern in Splatoon Raiders, einem neuen Splatoon-Spiel mit Fokus auf Einzelspieler.
Der generelle Einstieg gestaltet sich dagegen etwas zäh. Nintendo hält an seiner altbekannten Tradition fest, neue Spieler ausführlich an die Hand zu nehmen. Die ersten Stunden ziehen sich durch aufploppende Texteinblendungen spürbar, vor allem für erfahrene Fans. Hat man diesen Abschnitt hinter sich gelassen, entfaltet das Spiel jedoch deutlich mehr Tempo. Ab diesem Punkt flutscht der Gameplay-Loop, und „Splatoon Raiders“ zeigt, was in ihm steckt.
Später kommt mit dem sogenannten „Spicy“-Modus eine zusätzliche Herausforderung ins Spiel. Bereits absolvierte Level werden hier neu gemischt: mehr Gegner, andere Platzierungen, neue Belohnungen. Das sorgt für Wiederspielwert und fordert selbst eingespielte Spieler noch einmal heraus. Die Fanbasis, die sich seit der Wii-U-Zeit aufgebaut hat, dürfte hier problemlos andocken können. „Splatoon Raiders“ versteht es, bekannte Mechaniken sinnvoll zu erweitern, ohne sie zu überladen. Es spielt sich rund, wirkt durchdacht und bleibt dabei angenehm zugänglich.
Unser Fazit zu „Splatoon Raiders“
Schlussendlich fällt „Splatoon Raiders“ weniger durch radikale Neuerungen auf, sondern durch seine stimmige Umsetzung. Der Wechsel in ein stärker strukturiertes Einzelspieler-Format funktioniert besser als erwartet. Kleine Schwächen beim Einstieg und eine gewisse Vorsicht bei neuen Ideen verhindern zwar den ganz großen Sprung – doch das Gesamtpaket überzeugt enorm. „Splatoon Raiders“ fühlt sich wie ein logischer nächster Schritt an, nicht wie ein Experiment.
Release: 23. Juli 2026 | Entwickler: Nintendo | Genre: Shooter | Für Nintendo Switch 2 | USK: ab 12
Splatoon Raiders (Nintendo Switch 2)
Spielspaß - 87%
Gameplay - 92%
Grafik - 90%
Technik - 85%
89%
Ausgezeichnet!
„Splatoon Raiders“ setzt weniger auf große Experimente und zeigt stattdessen, wie gut das bekannte Spielprinzip in einem klar strukturierten Einzelspieler-Format funktioniert. Der Einstieg bremst, danach trägt das Gameplay konstant – ein unterhaltsamer Schritt für die Reihe.
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