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Ugee Funbox: Kinder-3D-Drucker verwandelt Zeichnungen per KI in echte Modelle

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Ugee steigt in den Markt für 3D-Drucker ein. Der Ugee Funbox richtet sich gezielt an Kinder, Familien und Einsteiger. Dafür kombiniert der kompakte FDM-Drucker ein vollständig geschlossenes Gehäuse mit Luftfiltern, App-Steuerung und einer KI, die Texte, Spracheingaben, Fotos oder Zeichnungen in druckbare 3D-Modelle umwandeln soll.

Der Funbox kann ab sofort vorbestellt werden. Der Einführungspreis liegt bei 269 US-Dollar statt regulär 329 US-Dollar. Für Europa nennt Ugee derzeit eine voraussichtliche Auslieferung ab Mitte Oktober 2026. Einen verbindlichen deutschen Europreis zeigt die öffentlich erreichbare Produktseite momentan nicht an. Steuern und mögliche weitere Kosten werden erst beim Bestellvorgang berechnet.

Geschlossenes Gehäuse soll kleine Hände schützen

Ein 3D-Drucker für Kinder bringt ein ziemlich offensichtliches Problem mit: Die Düse erreicht Temperaturen von bis zu 260 Grad Celsius. Offene Drucker gehören deshalb nicht unbeaufsichtigt ins Kinderzimmer.

Ugee setzt beim Funbox auf ein vollständig geschlossenes Gehäuse mit abgerundeten Kanten. Der sogenannte 360° SafeShield soll verhindern, dass Kinder während des Druckens an heiße oder bewegliche Bauteile gelangen. Hinzu kommen ein magnetischer Türgriff, ein Schutz vor eingeklemmten Fingern und eine Statusanzeige, die auf das Aufheizen der Düse aufmerksam macht. Der Drucker arbeitet mit einem externen 12-Volt-Netzteil und kommt laut Hersteller vollständig vormontiert an. Manuelles Leveln des Druckbetts oder das Zusammenschrauben einzelner Bauteile soll nicht notwendig sein.

Ganz ohne Aufsicht würden wir Kinder trotzdem nicht mit einem FDM-Drucker arbeiten lassen. Spätestens beim Filamentwechsel, Düsenwechsel oder Entfernen eines Drucks bleibt ein Erwachsener sinnvoll. Ein geschlossenes Gehäuse reduziert Risiken, macht aus einem Werkzeug aber kein vollkommen harmloses Spielzeug.

HEPA- und Aktivkohlefilter für die Abluft

Im Inneren sitzt ein zweistufiges Filtersystem aus H12-HEPA- und Aktivkohlefilter. Ein 6010-Lüfter führt die Luft während des Druckens durch beide Filterstufen.

Nach Angaben von Ugee sollen dabei bis zu 99,5 Prozent der Partikel zwischen 0,1 und 0,3 Mikrometern herausgefiltert werden. Der Hersteller weist allerdings selbst darauf hin, dass dieser Wert aus kontrollierten Labortests stammt und je nach Material und Umgebung abweichen kann.

Ugee bewirbt den Funbox außerdem als UL-GREENGUARD-zertifiziert und nennt zusätzlich die Sicherheitsstandards ASTM F963-23, EN71 und EN62115. Einen eindeutig zuordenbaren Eintrag für den Funbox konnten wir zum Zeitpunkt unserer Recherche in der öffentlich auffindbaren UL-Produktdatenbank allerdings noch nicht nachvollziehen. Die Zertifizierungsangabe stammt daher derzeit vom Hersteller und dessen Produktseite.

Aus einer Zeichnung wird ein 3D-Modell

Die eigentliche Besonderheit des Funbox steckt in der UFun-App. Kinder können eine Beschreibung eingeben, eine Idee einsprechen, eine Zeichnung anfertigen oder ein Foto hochladen. Die integrierte KI soll daraus ein druckbares 3D-Modell erzeugen.

CAD-Erfahrung ist dafür nicht erforderlich. Der Funbox übernimmt nach Angaben des Herstellers die technischen Einstellungen und bereitet das Modell automatisch für den Druck vor. Für die KI-Funktionen wird allerdings eine aktive Internetverbindung benötigt. Das klingt bequem, wirft aber noch Fragen auf. Ugee erklärt bisher nicht detailliert, wie lange hochgeladene Zeichnungen, Fotos oder Spracheingaben gespeichert werden und ob die KI-Funktionen dauerhaft kostenlos bleiben. Gerade bei einem Produkt für Kinder sollten Eltern die Datenschutzbestimmungen der App deshalb genauer prüfen.

Alternativ bietet die UFun-App eine Bibliothek mit vorbereiteten Modellen, Lernprojekten und Bastelideen. Fortgeschrittene Nutzer können mit U-PRINT für Windows auf erweiterte Slicing-Einstellungen zugreifen. Der Drucker unterstützt außerdem die Dateiformate STL, OBJ und Gcode.

Kleiner Bauraum, aber hohe Druckgeschwindigkeit

Mit einem Bauraum von 120 × 120 × 120 Millimetern gehört der Funbox zu den kleineren Desktop-Druckern. Für Spielfiguren, Schlüsselanhänger, kleine Tiere, Dekorationen oder einfache technische Modelle dürfte das ausreichen. Größere Projekte müssen dagegen in mehrere Teile zerlegt werden. Die maximale Druckgeschwindigkeit gibt Ugee mit 500 Millimetern pro Sekunde an. Wie viel davon bei guter Druckqualität tatsächlich übrig bleibt, muss ein unabhängiger Test zeigen. Gerade kleine und leichte Drucker erreichen ihre beworbenen Maximalwerte häufig nur mit speziellen Testmodellen oder aggressiven Einstellungen.

Die minimale Schichthöhe liegt bei 0,05 Millimetern. Gedruckt wird ausschließlich mit PLA-Filament mit 1,75 Millimetern Durchmesser. Ein beheiztes Druckbett besitzt der Funbox nicht. Stattdessen kommt eine flexible magnetische Druckplatte zum Einsatz, die bei Raumtemperatur arbeitet.

Technische Daten Ugee Funbox
Druckverfahren FDM
Bauraum 120 × 120 × 120 mm
Maximale Geschwindigkeit 500 mm/s
Minimale Schichthöhe 0,05 mm
Maximale Düsentemperatur 260 °C
Filament 1,75-mm-PLA
Druckbett Flexible Magnetplatte, unbeheizt
Kamera 2 Megapixel
Verbindung WLAN
Filter H12-HEPA und Aktivkohle
Abmessungen 270 × 274 × 305 mm
Gewicht 4,04 kg
Leistungsaufnahme 60 Watt

Kamera überwacht den Druck

Eine integrierte 2-Megapixel-Kamera ermöglicht die Fernüberwachung über die App. Nach Abschluss eines Drucks lassen sich außerdem Zeitrafferaufnahmen ansehen und speichern.

Weitere Komfortfunktionen sind die Fortsetzung eines Druckjobs nach einem Stromausfall sowie eine Erkennung für blockiertes oder verwickeltes Filament. Die Düse lässt sich ohne Werkzeug austauschen. Im normalen Betrieb soll der Drucker laut Hersteller einen Geräuschpegel von rund 46 Dezibel erreichen.

Preis und Verfügbarkeit des Ugee Funbox

Der Einführungspreis beträgt 269 US-Dollar, später sollen 329 US-Dollar fällig werden. Das Frühbucherangebot läuft nach aktuellem Stand bis zum 5. August 2026. Im Paket befindet sich neben dem Drucker und einer kleinen Rolle blauen PLA-Filaments zusätzlich ein Sieben-Farben-Filamentpaket. Für Europa soll die Auslieferung in der Reihenfolge der Bestellungen ab Mitte Oktober 2026 beginnen.

Spannendes Konzept mit einigen offenen Fragen

Der Ugee Funbox verfolgt einen interessanten Ansatz. Statt einen normalen 3D-Drucker lediglich bunter zu gestalten, wurden Gehäuse, App, Filterung und Bedienung tatsächlich auf Familien und Einsteiger zugeschnitten.

Mit 269 US-Dollar ist der Funbox zudem nicht billig. Für einen ähnlichen Betrag gibt es bereits deutlich größere und vielseitigere Drucker. Die sind allerdings häufig offen konstruiert und verlangen mehr Einarbeitung. Ugee verkauft daher weniger maximale technische Leistung als ein möglichst geschlossenes und bequemes Gesamtsystem für den ersten Kontakt mit dem 3D-Druck.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

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