KinoKritiken

Filmkritik zu „Immaculate“ – Die Wandlung der Sydney Sweeney

Bundesweiter Kinostart: 04. April 2024

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Irgendwo in der ländlichen italienischen Ecke wird ein Kloster für Sydney Sweeney zum wahren Horrortrip. „Immaculate“ spielt nicht nur recht zünftig auf der Grusel-Klaviatur inklusiver unbefleckter Empfängnis sondern reißt die Hauptdarstellerin aus ihrem aktuellen Girlie-Image wirkungsvoll heraus. Kein Horror für die Masse, aber besonders Liebhaber der hartgesottenen Stoffe könnten glücklich werden. Unsere Filmkritik zum Neustart.

Manchmal bleiben einem Filme aufgrund ihrer kreativen Energie im Kopf. Sobald dies geschieht bohrt sich der Gedanke tagelang in den Schädel. Beispielsweise schaute ich den Kino-Klamauk „Chantal im Märchenland“ und wurde auch so manchesmal erschrocken aufgrund verpuffender Gags oder teilweise zweifelhafter Benutzung von sexuellen Anspielung samt expliziter Sprache. Darum soll es hier nicht gehen. Echter Grusel kann auf verschiedenen Ebene funktionieren. Sei es durch eine erfolgreich geschaffene Atmosphäre oder eben jene draufhaltende Kamera auf gewalthaltige Szenen. Der Horrorfilm ist dann am besten, sofern er sich traut plattgetretene Pfade zu verlassen oder sie gekonnt neu zu beschreiten. „Immaculate“ wirkt rein auf dem Papier in die selbe Kerbe wie James Wan mit seiner sehenswerten „Conjuring“-Reihe zu schlagen – jedoch nur fast. Vielmehr weckt der Film Erinnerungen an die harten Italo-Splatterfilme der 1980er, welche hierzulande gern mal direkt für Jahrzehnte wegggesperrt werden.

Dabei beginnt alles so idyllisch. Schwester Cecilia (Sydney Sweeney) reist aus ihrer amerikanischen Heimat Michigan in das ländliche Italien um ihren Dienst als Novizin in einem Kloster abseits der Ortschaften anzutreten. Doch schon die ersten Tage mit grausamen Visionen im Schlaf offenbaren kein gutes Omen und als Cecilia dann ohne Fremdeinwirkung plötzlich schwanger wird, sehen es die restlichen Schwestern als Wunder aber für Sie beginnt der wahre Altraum. Interessanterweise fädelt der von Andrew Lobel geschriebene Film genretypische Jump Scares mit unheilvoller Atmosphäre clever zusammen, ohne einem die schlussendliche Handlung dann fein portioniert auf dem Silbertablett zu präsentieren. Regisseur Michael Mohan, bis dato nur durch kleinere Produktionen aufgefallen, setzt ganz auf die düstere Stimmung sowie seine engagiert aufspielende Hauptdarstellerin Sydney Sweeney. Spätestens seit diesem Jahr endgültig im Kollektiv-Gedächtnis des Publikums angekommen, macht sie gar keinen Hehl daraus ihr fast anhaftendes „Mädchen von Nebenan“-Image aus der nicht nur hierzulande erfolgreichen RomCom „Wo die Lüge hinfällt“ abzustreifen und sich als wandlungsfähige Akteurin zu präsentieren.

„Immaculate“ hat sich gleich mit mehreren Sequenzen seine selten gewordene FSK 18-Einstufung redlich verdient und traut sich zeitweise herrlich dreckigen Klosterhorror zu bieten, wie es womöglich nur Streamingfilme tun. Dazu passt auch die auf mehreren Ebenen amüsante PR-Aktion sie bestimmte Stellen aus der Bibel vortragen zu lassen. Die Produktion tatsächlich nach Italien zu verlegen war keine schlechte Idee – zum Schluss könnte es aber dem Mainstream-Publikum aufgrund radikaler Momente womöglich zu krass werden. Insbesondere die letzten 10 Minuten überraschen hier positiv und sind wohl im Rahmen eines Hollywood-Werks erfrischend experimentell. Für Horrorfans lohnt sich der Kinogang aufgrund dargebotener Härte, flotter Lauflänge wie einem tollen Cast, alle Anderen sollten das Augen zuhalten trainieren.

Immaculate. USA 2024. Verleih: Capelight. Regie: Michael Mohan. Mit Sydney Sweeney, Simona Tabasco, Álvaro Morte. Genre: Horror. 89 Minuten. FSK: Ab 18 Jahren.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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