KinoKritiken

Filmkritik zu „Ein Minecraft Film“ – Ein richtiger BLOCKbuster

Bundesweiter Kinostart: 03. April 2025

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Klotzig, pixelig und ein absoluter Kassenschlager in aller Welt? Die Verfilmung des wohl bekanntesten Indie-Games aller Zeiten setzt mit „Ein Minecraft Film“ die sprichwörtliche Krone auf. Regisseur Jared Hess darf mit einem ordentlichen Budget von 150 Millionen Dollar eine extrem verschrobene aber dadurch umso erfrischendere Action-Komödie inszenieren, die humoristisch zwischen Will Ferrell und warmherzige Außenseiter-Story pendelt. Ob sich der Gang ins Kino lohnt, sagt euch unsere Filmkritik zu „Ein Minecraft Film“.

Frage zu Anfang: Was kommt wohl dabei heraus, wenn der Regisseur des Kult-Indiefilms „Napoleon Dynamite“ (2004) für eine Verfilmung des klotzigen Spielehits „Minecraft“ ein echt großes Budget in die Hände kriegt und künstlerische Freiheit, genauso wie im gleichnamigen Spiel, gesetzt ist? Womöglich einer der gewitztesten Mainstream-Filme seit langem! Wenngleich Entwickler Mojang seit rund 13 Jahren Angebote an einer derartigen Verfilmung bekam, aber erst die „richtige Idee“ kommen musste. Nach Jahren der Irrungen und Wirrungen, mal sollte Shawn Levy inszenieren dann scheiterte es mit Rob McElhenney, wurden die Pläne ab 2020 endlich konkreter. Spätestens als 2022 mit „Aquaman“-Schwergewicht Jason Mamoa der Produktion als Produzent sowie Hauptdarsteller beitrat, wurde es ernst. Wobei der unverwechselbare Jack Black als Steve meist das komödiantische Zentrum von „Ein Minecraft Film“ beherrscht. Mit seinem Mix aus Slapstick, Ironie und kindlichem Ernst verleiht er der „rundlichen“ Figur eine herzliche Persönlichkeit.

Momoa mimt hingegen den abgehalfterten Ex-Gamer Champion Garrett Garrison genannt „The Garbage Man“, dessen Videospielladen kurz vor der Pleite steht. Sowie überraschend selbstironisch ist. Gemeinsam tragen sie den Film mit einer Energie, die über viele inhaltliche Schwächen hinwegsehen lässt. Dies ist auch gleich der größte Schwachpunkt des Films – die „Mittel zum Zweck“-Storyline. Hess führt mit viel Detailverliebtheit seine Figuren ein. Sei es das Geschwisterpaar Natalie (Emma Myers) und Henry (Sebastian Eugene Hansen), die einen Neuanfang in ein Kleinstädtchen ziehen, in der sie auf Maklerin Dawn (Danielle Brooks) treffen welche nebenbei noch einen „Zoo auf Rädern“ betreibt. Die Geschichte selbst ist eine klassische Heldenerzählung mit augenzwinkerndem Twist: Steve (Jack Black) war als Kind bereit verrückt nach Minen und findet als Erwachsener einen besonderen Kristall mit dem er sich in die Welt von „Minecraft“ teleportieren kann. Was sich liest wie das Gerüst eines Action-Abenteuers, dient in Wahrheit vor allem als Bühne für eine lose Abfolge skurriler Begegnungen, absurden Slapstick und kreative Referenzen an die Videospielgeschichte wie auch an Filmklassiker von Der Zauberer von Oz bis Herr der Ringe.

Napoleon Dynamite
3.463 Bewertungen

So gelungen der Humor auch ist – oft anarchisch, manchmal fast schon dadaistisch. Die Dramaturgie wirkt wie aus Bauklötzen zusammengesetzt, eher an Sketchlogik als an klassischem Erzählkino orientiert. Dass die dysfunktionale Gruppe irgendwann alle inmitten der mit leichter Klaviermusik versehenen „Minecraft“-Oberwelt finden und sich gegen raffgierige Piglets zur Wehr setzen ist nicht verwunderlich. Überraschend ist jedoch die mit reichlich „Napoleon Dynamite“-Humor versetzte erste Filmhälfte. Sei es die von Jennifer Collidge herrlich gespielte Schuldirektorin, die gerne mal den Sack vom „Gargage Man“ in ihre Tonne gedrückt haben möchte oder sonstige skurille Einfälle – das macht diese Spieleverfilmung in vielerlei Hinsicht einzigartig und höchst unterhaltsam! Auch die Altersfreigabe ab 12 Jahren erscheint recht fragwürdig – einige düstere Szenen und latent anzügliche Gags stellen jüngere Zuschauer zwar vor Rätsel aber überfordern sie keineswegs. Erwähnte Gags zielen eher auf ein erwachsenes Publikum.

Unterm Strich bleibt „Ein Minecraft Film“ eine launige, visuell verspielte Komödie im Geiste des jüngst erfolgreichsten Animationsstreifens „Super Mario Bros. Movie“ (ebenfalls mit Jack Black) und amüsantem Will Ferrell-Unsinn – aber auch ein Film, der sich ganz auf die darstellerische Tatkraft seines Casts verlässt, während die Geschichte nur als grobes Gerüst dient. Kreativität ist der Schlüssel. Trotzdessen geben wir für den ultimativen Klotzbuster unsere wärmste Empfehlung!

Ein Minecraft Film. USA 2025. Verleih: Warner Bros.. Regie: Jared Hess. Mit Jack Black, Jason Momoa, Danielle Brooks. Genre: Action-Komödie. 101 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Ja.

Vielen Dank an Warner Bros. für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Ein Minecraft Film“ gibt es hier.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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