LIVE: Helge Schneider sorgt für herrliches Chaos mit „Ellebogen vom Tich!“
Wie lief der Schneider-Abend in Stuttgart?
Gestern Abend verwandelte sich der Beethoven-Saal in der Liederhalle Stuttgart in einen Ort (un)kontrollierter Anarchie. Helge Schneider kam, sah – und zerlegte den Konzertsaal mit jener Mischung aus Jazz, Klamauk und improvisierter Sprachakrobatik, die man seit Jahrzehnten kennt und doch nie wirklich vorhersagen kann. Wer einen klassischen Songabend erwartete, bekam stattdessen eine Wundertüte. Unsere Eindrücke vom kauzigen Abend mit Helge.
Der Beethoven-Saal ist üppig gefüllt als um kurz nach Acht das Saallicht erlischt. Der Lightspot schwenkt zum linken Bühneneingang und prompt bewegen sich Meisterklamauker und seine drei köpfige Entourage zu ihren festgelegten Plätzen auf der Bühne. Schon der Einstieg setzte ein Zeichen: Kein sofortiger Kalauer, kein überdrehtes „Katzeklo“ zum Warmwerden, sondern ein ruhiger, fast konzentrierter Jazzlauf am Klavier. Erst danach folgte die Begrüßung – mit einem jener schiefen Stadtvergleiche, die Schneider so liebt. Stuttgart wurde kurzerhand in Beziehung zu Paris gesetzt, zumindest in seiner ganz eigenen Logik. Der Saal lachte dankbar, die Richtung war damit gegeben.
Seine vertraute Crew, die weniger Begleitband als Teil der gesamten Inszenierung ist. Gitarrist Sandro Giampietro wurde immer wieder vom Scheinwerfer gesucht wie ein Verdächtiger im Verhör, während das jüngste Mitglied LEO mit stoischer Gelassenheit sein Kontrasbass zupfte oder wahlweise in die enorm große Tube blies. Schneider selbst wirkte wie ein Duracell-Hase auf Koffein: Grimassen, plötzliche Sprints über die Bühne, spontane Posen während seinen abenteuerlichen Geschichten und ein Spiel mit dem Publikum, das irgendwo zwischen Kindergeburtstag und Free-Jazz-Session pendelte.
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Inhaltlich blieb vieles vertraut und doch neu zusammengesetzt. Klassiker wie „Katzenklo“ oder „Texas“ tauchten auf, aber nie als bloße Nostalgienummern. Sie wurden verbogen, umgebaut, mit neuen Pausen versehen, bis sie wieder völlig überraschend wirkten. Dazwischen erzählte Helge scheinbar harmlose Geschichten über Elektrikerlehrlinge, zufällige Begegnungen in Paris und musikalische Weltkarrieren, die immer kurz vor der Logik abbiegen. Dass er dabei behauptete, Beethoven persönlich gekannt zu haben oder fast Duke Ellington in Berlin begegnet zu sein, fügte sich nahtlos ein in dieses Universum, in dem Wahrheit und Unsinn längst friedlich koexistieren.
Musikalisch blieb der Abend bemerkenswert ernsthaft. Schneider spielte ausgedehnte Jazz-Soli auf dem Flügel, ließ Melodien entstehen und wieder zerfallen, griff zwischendurch zur Panflöte und blies ihr Töne ein, die irgendwo zwischen rotzig und poetisch lagen. Man merkte: Das hier ist kein Comedyprogramm mit Musikbeilage, sondern ein ausgebildeter Jazz-Musiker, der den Humor als Werkzeug benutzt, um sich Freiheiten zu nehmen. Seine Improvisationen wirkten nicht zufällig, sondern bewusst schief und bewusst riskant.
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Das gesamte Publikum in der Liederhalle folgte ihm willig durch diese Wechsel. Mal lautes Gelächter über bloße Betonungen einzelner Wörter, mal gespannte Stille bei einem längeren Piano-Intermezzo. Gerade diese Wechsel machten den Reiz aus: Man wusste nie, ob als Nächstes ein Song, ein Monolog oder einfach nur ein minutenlanges Schweigen kam, das plötzlich selbst zur Pointe wurde. Am Ende blieb genau das Gefühl, das ein Helge-Schneider-Abend fast immer hinterlässt: Man kann ihn schlecht nacherzählen. „Tuba bedeutet auf Latein Tuba.“ Zu banal wirken die Worte auf dem Papier, zu absurd die Geschichten ohne seine Stimme, seine Pausen, seine Körpersprache. Gestern in der Liederhalle war Schneider weniger Kabarettist als Gesamtereignis – Musiker, Schabernack-Teiler und Erzähler in Personalunion. Oder wie Helge am Schluss verbindend mit seinen regelmäßigen Tourdaten in den selben Städten treffend meinte: „Alle 12 Monate gibt es von mir die Quatsch-Impfung.“
Weitere Informationen zum aktuellen Live-Programm und Tour-Termine findet ihr unter: https://helge-schneider.de
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