Guy Ritchie ruft – Eiza Gonzáles, Jake Gyllenhaal und Henry Cavill eilen herbei! Im sonnendurchfluteten Actionthriller „In the Grey“ muss das knallharte Trio gestohlenes Geld durch einen halbseidenen Millardär unter allen Umständen zurückholen. Warum das Foreshadowing den rasanten Actiontrip etwas kaputt macht – erfahrt ihr in unserer Filmkritik zum Kinoneustart.
Erklingt der Name Guy Ritchie werden nicht nur Cineasten hellhörig. Blitzartig springen Filmtitel wie „Snatch„, „Sherlock Holmes“ oder „The Gentlemen“ auf, die der gebürtige Brite inszenierte und die Drehbücher selbst schrieb. Während er in den Nullerjahren mit hübsch durchgeknallten Gangsterpossen und wahrlich verrückten Charakteren aufwartete, besinnt er sich seit einigen Jahren auf knackig inszenierte Action mit schönen Menschen an noch schöneren Orten auf dieser Weltkugel. Sein neuester Streich „In the Grey“ bildet hier keine Ausnahme – im Kern ist die Handlung einfach geschildert.
Nachdem ein schwerreicher Despot namens Salazar (Carlos Salazar) ein Vermögen in Milliardenhöhe gestohlen hat, sollen die drei Eliteagenten Bronco (Gyllenhaal), Sid (Cavill) und die Anwältin Sophia (Gonzáles) das Geld für eine Bank zurückholen. Dabei agieren sie im rechtlichen Graubereich. Während die erste Hälfte fast schon den legalen Rechtsweg propagiert und die Action fast schon zu kurz kommt, knallt es dafür in der zweiten Hälfte ordentlich. Wobei uns als Zuschauerschaft zu Beginn extrem viel Exposition zu den Figuren samt Verbindungen in Form von Off-Texte nahe gebracht wird, das verwirrt einen und fühlt sich so an als ob der Film der dritte Teil einer Filmreihe sei. Für eine Handvoll Lines gibt sich übrigens noch Rosamund Pike als zwielichtige Bankerin die Ehre.
- Die Festplatte hat englisches Audio.
Was uns Regisseur und Drehbuchautor Guy Ritchie in recht knackigen 98 Minuten bietet, ist solides Actionkino mit einem gut aufgelegten Cast, in dem alle Figuren jedoch ungefähr so flach wie die Bauchmuskeln von Gyllenhaal und Cavill sind. Gonzales spielt die toughe Anwältin glaubhaft. Dennoch bekommt man das Gefühl nicht los hier eine extrem teure, wenngleich auch modernisierte Folge des „A-Team“ zu schauen. Gerade bei den Planungen von gleich drei Alternativplänen, die wie ihr euch sicher denken könnt im späteren Verlauf relevant werden, kommt unweigerlich das Feeling eines Videospiels hoch. Leider macht dieser Umstand die restliche Spannung dank unnötigem Foreshadowing zunichte. Wenigstens trösten die wunderschönen Sets auf einer nicht näher verorteten Insel im Mittelmeer etwas darüber hinweg. Actionfans müssen zwar etwas länger auf brachiale Shootouts warten, werden jedoch im letzten Drittel nicht enttäuscht. Die beiden Hauptdarsteller verbindet eine amüsante Chemie, sodass Ritchie ihnen vielleicht noch ein weiteres Abenteuer gönnt – für laue Filmabende wurden wir zumindest recht gut unterhalten.
In the Grey. USA 2026. Verleih: Leonine. Regie: Guy Ritchie. Mit Eiza Gonzales, Jake Gyllenhaal, Henry Cavill. Genre: Action. 98 Minuten. FSK: Ab 16 Jahren.
Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.
Disclaimer: Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „In the Grey“ gibt es hier.
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