
Starlink will jetzt auch Mobilfunk – und nein, das ist kein X-Post von Elon Musk nach einer durchtanzten Nacht, sondern eine offizielle Verkündung von SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell bei einer Roadshow für Investoren. Das Vorhaben soll zunächst nur für den amerikanischen Markt realisiert werden. Das Unternehmen möchte dies mit einer Kombination aus Satelliten- und irdischen Netzwerken bewerkstelligen.
Was bedeutet dies für die aktuellen Big Player am Mobilfunkmarkt?
Die aktuell großen Namen am amerikanischen Mobilfunkmarkt, namentlich Verizon, T-Mobile und AT&T, dürfte diese Ankündigung sicher nicht ganz kalt lassen. Ist doch der damals lange noch als unrealistisch eingestufte Plan, globales Internet über Satelliten zu schaffen, mit einer Entwicklung von 10.000 Nutzern zum Start von Starlink, auf knapp 12 Millionen Nutzer aus etwa 160 Ländern (zum aktuellen Stand Juni 2026), mehr als „nur aufgegangen“. Und das in „nur“ 5 Jahren, inklusive Startschwierigkeiten aufgrund der damaligen Chip-Knappheit. Die Köpfe bei SpaceX scheinen sich also durchaus mit Netzwerken auszukennen, was spricht dagegen, dass dies nicht auch auf Mobilfunknetze ausgeweitet werden kann?
Mit einer Investitionssumme von 19,6 Milliarden US-Dollar in Spektrumlizenzen vom bisherigen Konkurrenten EchoStar zeigt SpaceX, wie ernst die Pläne am US-Markt genommen werden.
Europa wird mit Sicherheit auch ein Auge auf die Geschichte behalten
Auch wenn, wie bereits erwähnt, das Ganze (zumindest bisher) nur für den amerikanischen Markt geplant ist, wird hier der europäische Markt und seine Regulatoren mit Sicherheit ganz unauffällig mit ein bis eineinhalb Augen auf die Entwicklung schielen. Sollte der Plan von Hybridnetzen von einem potenziell eigenständigen Carrier, der quasi eine grenzüberschreitende Verbindung herstellen kann, tatsächlich aufgehen, kann dies das Mobilfunk-Geschäftsmodell wie es im europäischen Bereich bisher vorhanden ist ordentlich durcheinander wirbeln. Womöglich müsste man komplette Regulatorien auch neu überdenken. Hier nur einige Denkanstöße:
- Kategorien-Verwirrung: Bisher gibt es zum Beispiel nur separate Frequenzbänder für Satelliten und Mobilfunk, würde Starlink dann als Mobilfunkbetreiber oder als Satellitenbetreiber gelten? Hier müsste die EU potenziell komplett neue Regelwerke schaffen.
- Viele Vorschriften (z.B. Frequenzvergaben, Mastenausbau usw.) werden aktuell noch national unterschiedlich geregelt, bei einem Anbieter, der fast wortwörtlich die Grenzen verschwimmen lässt, müssten hier potenziell europaweite Regelungen statt nur noch national gefunden werden.
Es bleibt also abzuwarten, ob Starlink erstmal nur den drei Playern auf dem amerikanischen Markt den Kampf ansagt oder ob früher oder später auch der Mehraufwand betrieben wird um Brüssel Kopfschmerzen aufgrund neuer Regulatorien zu bereiten und den Dienst auf weitere Kontinente auszuweiten.
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