
Es gibt Geräte, die sieht man und hört sofort innerlich wieder dieses ganz spezielle Klackern einer alten Tastatur. THE A1200 zielt genau auf diesen Nerv. Retro Games Ltd. und Plaion Replai bringen den Amiga 1200 als moderne Full-Size-Neuauflage zurück. Kein Mini-Spielzeug, keine Deko-Schachtel mit Nostalgie-Aufkleber, sondern ein Nachbau in Originalgröße mit funktionierender Tastatur, HDMI-Ausgang, USB-Anschlüssen und 25 vorinstallierten Amiga-Klassikern. Kurz gesagt: Der 90er-Heimcomputer kommt zurück ins Wohnzimmer, nur ohne Röhrenmonitor und ohne das Fluchen über störrische Disketten.
Der Preis liegt in Europa bei 189,99 Euro, die Veröffentlichung ist aktuell für den 4. Dezember 2026 geplant. Vorbestellungen laufen bereits über Plaion Replai. Ursprünglich war der Juni 2026 im Gespräch, inzwischen nennt die offizielle Produktseite aber klar den Dezember-Termin.
Full Size, volle Tastatur, volle Nostalgie
THE A1200 ist keine reine Retro-Konsole im hübschen Plastikgehäuse. Das spannendste Detail ist tatsächlich die vollwertige funktionierende Tastatur. Genau daran scheitern viele Retro-Neuauflagen für Heimcomputer: Sie sehen aus wie früher, fühlen sich aber nicht wirklich so an, weil die Tastatur fehlt oder nur Attrappe ist. Dazu kommen ein moderner HDMI-Ausgang mit 50/60 Hz, USB-Anschlüsse, eine mitgelieferte Maus im Retro-Stil und ein neuer 8-Button-Controller im CD32-Stil. Im Karton liegen außerdem ein HDMI-Kabel und ein USB-C-Stromkabel. Ein Netzteil ist allerdings nicht dabei, was 2026 offenbar weiterhin als kleine Hersteller-Sportart gilt.
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25 Klassiker sind direkt dabei
Vorinstalliert sind 25 Amiga-Spiele, darunter einige Namen, die bei alten Heimcomputer-Kindern sofort etwas auslösen dürften. Genannt werden unter anderem Defender of the Crown, Defender of the Crown II, Settlers II, die Turrican-Trilogie, Beneath a Steel Sky, Lure of the Temptress und Ruff ’n’ Tumble. Besonders schön: Eigene Spiele sollen sich per USB nachladen lassen. Plaion spricht dabei von WHDLoad-Unterstützung sowie Speicher- und Fortsetzungsfunktionen. Pro Spiel sind vier Speicherstände vorgesehen. Gerade bei alten Amiga-Titeln ist das nicht nur Komfort, sondern manchmal die Grenze zwischen Spaß und Controller durch die Wand.
Workbench ist mit an Bord
THE A1200 will nicht nur eine Spielesammlung sein. Laut Hersteller ist auch Workbench enthalten, also die klassische Amiga-Oberfläche. Damit rückt das Gerät näher an das ursprüngliche Heimcomputer-Gefühl heran und nicht nur an das übliche Retro-Menü mit Spiele-Karussell. Retro Games verspricht Emulation für den A1200 mit AGA sowie frühere Amiga-Systeme mit OCS und ECS. Plaion nennt außerdem A500 und A600 als unterstützte Systeme. Kurz gesagt: Das Gerät soll nicht nur A1200-Titel bedienen, sondern einen breiteren Amiga-Katalog abdecken.
Kein echter Amiga, aber vielleicht der bequemste
Natürlich ist THE A1200 kein originaler Amiga 1200 und auch keine FPGA-Lösung für Puristen mit Lötstation im Nachttisch. Es handelt sich um ein modernes Emulationssystem in einem klassischen Gehäuse. Und genau da liegt wahrscheinlich der Reiz. Wer maximale technische Authentizität will, wird weiter bei Originalhardware, Gotek-Umbauten, MiSTer und ähnlichen Lösungen landen. Wer aber einfach einen großen Amiga-ähnlichen Rechner auf den Tisch stellen, HDMI einstecken, Maus anschließen und loslegen will, bekommt hier eine deutlich bequemere Nummer. Plug and play statt Kabelkiste des Grauens.
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