
xTool O1 Omni Printer: Ein Drucker für fast alles, was nicht schnell genug wegläuft
xTool bringt mit dem O1 Omni Printer ein neues Desktop-System auf den Markt, das deutlich mehr sein will als ein weiterer UV-Drucker für Maker mit zu viel Platz auf dem Schreibtisch. Der Hersteller spricht vom weltweit ersten echten Omni Printer und meint damit ein Gerät, das mehrere Druckwelten in einer Maschine zusammenzieht. UV-Druck, DTG, DTF und UV-DTF sollen künftig nicht mehr zwingend mehrere Geräte, Kabel, Workflows und Flüche benötigen.
Die Vorbestellung startet ab sofort, die weltweite Markteinführung und die Möglichkeit zur Restzahlung sollen Mitte Juli 2026 folgen. Preislich beginnt der xTool O1 Omni in der Vorbestellung bei 1.549 Euro, je nach Ausstattung geht es bis 2.549 Euro hoch.
Von Holz bis Stoff: xTool will die Materialgrenzen aufweichen
Der spannendste Punkt am O1 Omni ist nicht, dass er druckt. Das machen Drucker manchmal, wenn sie nicht gerade beleidigt blinken. Spannend ist, worauf er drucken soll. xTool nennt unter anderem Holz, Acryl, Glas, Metall, Textilien und UV-DTF-Transferaufkleber. Damit zielt das Gerät nicht nur auf Bastler, sondern sehr klar auf kleine Unternehmen, Designer, Etsy-Shops, Creator und alle, die personalisierte Produkte in Kleinserie herstellen wollen.
Bisher bedeutete so ein Setup oft: ein Gerät für feste Materialien, ein anderes für Textilien, dazu Zubehör für Transfers, eventuell noch ein Laminator und irgendwo dazwischen ein nervöser Blick auf die Marge. Der O1 Omni soll diese Lücke schließen und verschiedene Druckverfahren in einem Desktop-System bündeln.
Herzstück ist eine flexible Architektur mit zwei Druckköpfen. Je nach Konfiguration lässt sich der O1 Omni als Dual-UV-System nutzen oder als Hybridlösung mit UV- und Textildruck. Die Dual-Head UV Edition soll vor allem mehr Tempo und besondere Effekte bieten, während die UV + Fabric Edition zusätzlich Textildruck-Workflows abdeckt.
Pixel-Scan soll den Drop-&-Print-Moment bringen
Damit das Ganze nicht nur auf dem Datenblatt nach Zukunft riecht, setzt xTool auf das neue Pixel-Scan-System. Dabei kombiniert der Drucker eine laserbasierte Höhenmessung mit einem CIS-Scan. Der Laser erkennt den höchsten Punkt eines Objekts, stellt die passende Druckhöhe ein und soll so Kollisionen mit dem Druckkopf verhindern.
Das CIS-Scanning ist besonders interessant, weil xTool hier bewusst nicht auf eine klassische Weitwinkelkamera setzt. Statt verzerrter Vorschau soll es einen 1:1-Scan ohne tote Zonen geben. In der Praxis bedeutet das: Objekt einlegen, scannen, Motiv ausrichten, drucken. Zumindest ist das der Traum. Und ja, genau so muss sich moderne Hardware anfühlen: weniger Messschieber, mehr machen.
Noch spannender wird es mit dem Rotationsaufsatz. Für viele gängige zylindrische Objekte soll der O1 Omni automatisch ein 3D-Modell erstellen und eine präzise Vorschau liefern. Becher, Flaschen oder Tumbler könnten damit deutlich einfacher personalisiert werden, ohne dass man vorher drei Testobjekte opfert und danach den Hersteller der Tasse beleidigt.
Vier Druckverfahren in einem Gerät
Der xTool O1 Omni vereint UV-Druck, DTG, DTF und UV-DTF. UV-Druck ist vor allem für harte Materialien interessant, weil die Tinte direkt per UV-Licht ausgehärtet wird. Damit lassen sich Motive auf Oberflächen bringen, die für normale Drucker schlicht sagen würden: nö.
DTG steht für Direct to Garment und richtet sich an den direkten Textildruck. DTF, also Direct to Film, arbeitet dagegen mit Transferfolien, die anschließend auf Textilien übertragen werden. UV-DTF wiederum ist spannend für Transfersticker auf festen oder unregelmäßigen Oberflächen. Damit lassen sich etwa Logos, Labels oder Dekore auf Objekte bringen, die nicht unbedingt direkt in den Drucker wollen oder sollten. Ein Design kann theoretisch auf mehreren Produktarten landen: Schild, Glas, T-Shirt, Sticker, Verpackung. Genau hier wird der O1 Omni interessant, denn er verkauft nicht nur einen Drucker, sondern einen Workflow-Baukasten für personalisierte Produkte.
Software, KI und 3D-Effekte
Auch bei der Software will xTool den üblichen Frust reduzieren. Das xTool Studio-Ökosystem soll Laser- und Druck-Workflows miteinander verbinden. Ein Werkstück kann also zunächst mit einem Laser zugeschnitten und anschließend zum O1 Omni übertragen werden. Die Software soll das Objekt automatisch erkennen und ausrichten, ohne dass alles mühsam neu kalibriert werden muss.
Dazu kommt eine KI-gestützte Konturerkennung, die auch unregelmäßige Formen identifizieren und Designs automatisch passend einfügen soll. Aussparungen, Öffnungen oder Kameralöcher sollen dabei berücksichtigt werden. Gerade für Handyhüllen, Acrylteile, Verpackungen oder personalisierte Objekte könnte das viel Handarbeit sparen.
Für die kreative Spielerei gibt es außerdem eine Bibliothek mit über 2.000 Texturen für 3D-Reliefs. Laut xTool sind Strukturen mit bis zu 7 mm Höhe möglich. Dazu kommt ein Lenticular-3D-Generator für Effekte, die ohne zusätzliche Hilfsmittel sichtbar sein sollen. Das ist genau die Sorte Funktion, bei der man zuerst sagt braucht kein Mensch und fünf Minuten später eine leuchtende 3D-Katze auf Acryl druckt.
Wartung: Der langweilige Teil, der am Ende alles entscheidet
Bei UV- und Textildruck ist Wartung kein Nebenthema. Weiße Tinte setzt sich gern ab, Druckköpfe mögen keine längeren Pausen und wer schon einmal mit verstopften Düsen gekämpft hat, weiß: Das ist kein Hobby, das ist eine Charakterprüfung.
xTool setzt deshalb auf SmartCycle 2.0. Das System soll weiße Tinte rühren, aktiv zirkulieren lassen, Temperaturen stabilisieren und den Druckkopf während längerer Standzeiten schützen. Eine automatische Wartungsfunktion soll den Drucker auch bei bis zu 14 Tagen Abwesenheit betriebsbereit halten. Dazu kommen ein geschlossenes Tintensystem, GREENGUARD-zertifizierte Tinten und ein integriertes Luftfiltersystem, das Gerüche im Heimstudio oder Arbeitsraum reduzieren soll.
Zubehör macht aus dem Drucker ein kleines Studio
Der O1 Omni ist modular angelegt. xTool nennt unter anderem Rotationsaufsatz, DTG-Druckplatte, Laminator und Roll-to-Roll-Feeder. Damit lässt sich das Gerät je nach Einsatzbereich erweitern. Wer Becher und Flaschen bedrucken will, braucht andere Werkzeuge als jemand, der T-Shirts, UV-DTF-Sticker oder Kleinserien von Labels produziert.
Das ist clever, aber auch ein Punkt, den man beim Preis realistisch sehen muss. Der Einstiegspreis betrifft den Drucker selbst. Wer den O1 Omni wirklich als Mini-Produktionsstudio nutzen will, wird je nach Workflow vermutlich Zubehör, Tinten, Folien und Verbrauchsmaterial einplanen müssen. Aus dem günstigen Einstieg kann also schnell ein erwachsener Warenkorb werden. Willkommen im Maker-Leben, bitte halten Sie Ihre Kreditkarte bereit.
Preise und Versionen
xTool bietet den O1 Omni in drei Konfigurationen an. Die O1 Omni UV Edition startet zur Vorbestellung bei 1.549 Euro, die reguläre UVP liegt bei 2.299 Euro. Die O1 Omni Dual-Head UV Edition kostet in der Vorbestellung 2.499 Euro, später sollen es 3.099 Euro werden. Die O1 Omni UV + Fabric Edition liegt zur Vorbestellung bei 2.549 Euro, die UVP beträgt 3.199 Euro.
Damit positioniert xTool den O1 Omni klar über klassischen Basteldruckern, aber unter vielen spezialisierten Profi-Setups, die mehrere einzelne Maschinen benötigen. Für reine Gelegenheitsnutzer ist das vermutlich zu viel Gerät. Für kleine Shops, Maker mit Verkaufsabsicht oder Designer mit konkreten Produktideen könnte es dagegen sehr interessant werden.
Nicht billig, aber verdammt spannend
Der xTool O1 Omni Printer ist kein Gerät, das man mal eben kauft, weil man am Wochenende ein paar Sticker drucken möchte. Dafür ist er zu spezialisiert, zu modular und am Ende auch zu teuer. Aber er trifft genau einen Nerv: Viele kleine Kreativ- und Maker-Setups wollen nicht mehr nur ein Material bearbeiten, sondern komplette Produkte bauen, veredeln und verkaufen.
Wenn xTool die versprochenen Workflows stabil hinbekommt, könnte der O1 Omni eine ziemlich spannende Maschine für alle werden, die Personalisierung nicht nur als Spielerei, sondern als kleines Business betrachten. Holz, Glas, Metall, Stoff, Sticker, Becher, 3D-Texturen, Neon-Effekte und Transfers aus einem Ökosystem heraus: Das ist nicht einfach ein neuer Drucker. Das ist eher der Versuch, ein komplettes kleines Kreativstudio auf den Tisch zu stellen. Und genau deshalb ist der O1 Omni so interessant. Nicht, weil er angeblich alles kann. Sondern weil er ziemlich viel davon in eine Form bringt, die nicht sofort nach Industriegelände, Staplerführerschein und drei Tagen Einweisung schreit.
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