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xTool legt bei seinem DTF-Drucker nach und bringt mit dem xTool Apparel Printer Plus eine überarbeitete Version seines Apparel Printers auf den Markt. Statt einfach nur mehr Geschwindigkeit draufzukippen, hat sich der Hersteller dabei ausgerechnet eines der nervigsten Themen beim DTF-Druck vorgenommen: Wartung, Weißtinte und verstopfte Druckköpfe.
Der grundsätzliche Workflow bleibt erhalten. Motive werden zunächst auf DTF-Folie gedruckt und anschließend mit Klebepulver versehen, geschüttelt und ausgehärtet. Zusammen mit dem entsprechenden Shaker-Oven kann xTool diese Schritte weitgehend automatisieren. Laut Hersteller soll ein Motiv innerhalb von rund fünf Minuten als fertiger Transfer bereitstehen. Danach muss es lediglich noch mit einer Heißpresse auf das Textil übertragen werden.
Automatische Luftfeuchtigkeit direkt am Druckkopf
Eine der größten Neuerungen des Apparel Printer Plus ist ein integriertes Feuchtigkeitsmanagement. Direkt im Bereich der Druckköpfe soll eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 65 Prozent gehalten werden. Dabei arbeitet das System mit zwei Sensoren. Ein zusätzlicher Temperatur- und Feuchtigkeitssensor sitzt in der Nähe der Druckköpfe und soll Veränderungen laut xTool innerhalb von etwa fünf Sekunden erkennen.
Das klingt zunächst nach einem ziemlich unspektakulären Detail, dürfte bei einem DTF-Drucker aber durchaus wichtig sein. Gerade trockene Luft kann dazu beitragen, dass Tinte an den Düsen schneller eintrocknet und aus dem eigentlich gemütlichen Druckabend eine kleine Reinigungsorgie wird. xTool gibt auf Basis eigener Labortests sogar eine bis zu doppelt so lange kontinuierliche Druckdauer bei trockenen Bedingungen an. Diesen Wert sollte man allerdings mit etwas Vorsicht betrachten, da er aus internen Tests des Herstellers stammt.
HydraFlow soll die Weißtinte besser im Zaum halten
Der zweite größere Umbau betrifft die Weißtinte. Wer schon einmal mit DTF gearbeitet hat, weiß: Weiß ist gerne die Farbe, die einem irgendwann gepflegt den Mittelfinger zeigt. Beim sogenannten HydraFlow-Damper ersetzt xTool die bisherige Konstruktion aus vier schmaleren Tintenkammern durch einen einzelnen größeren Kanal. Dadurch soll mehr Weißtinte zirkulieren können und es entstehen weniger Stellen, an denen sich Pigmente absetzen können.
Verstopfungen und Reinigungsaufwand sollen dadurch reduziert werden. Komplett wartungsfrei wird aus einem DTF-Drucker deswegen natürlich trotzdem kein Toaster.
Wet Capping greift nach 24 Stunden ein
Interessant wird es auch, wenn der Drucker einmal nicht täglich benutzt wird. Nach 24 Stunden Inaktivität aktiviert der Apparel Printer Plus automatisch das sogenannte Wet Capping. Dabei werden die Druckköpfe abgedichtet und die Düsen mit Feuchtigkeitsflüssigkeit vor dem Austrocknen geschützt. Gleichzeitig überwacht das System weiterhin Temperatur und Luftfeuchtigkeit und kann automatisch Reinigungszyklen sowie die Zirkulation der Weißtinte starten.
Dafür muss der Drucker allerdings weiterhin eingeschaltet beziehungsweise mit Strom versorgt bleiben. Ganz in den Urlaub fahren, Stecker ziehen und drei Wochen später fröhlich weiterdrucken ist also weiterhin keine brillante Strategie.
Drucker lässt sich jetzt auch per Smartphone überwachen
Neu beziehungsweise ausgebaut wurde außerdem die Integration in die xTool Studio App. Über das Smartphone lassen sich Druckstatus und Gerätezustand kontrollieren. Bei Problemen kann die App Benachrichtigungen verschicken. Innerhalb desselben lokalen Netzwerks sollen sich zudem Druckaufträge direkt vom Smartphone an den Drucker senden lassen.
xTool integriert dabei auch KI-Funktionen zur Bearbeitung von Designs. Damit positioniert der Hersteller den Apparel Printer Plus ziemlich deutlich für kleine Shops, Events und Print-on-Demand-Anwendungen, bei denen beispielsweise ein Foto aufgenommen, bearbeitet und kurz danach auf ein Shirt gepresst werden soll.
Der eigentliche DTF-Workflow bleibt gleich
Wer bereits den bisherigen Apparel Printer kennt, bekommt beim Plus-Modell keinen komplett neuen Drucker. Der bekannte Ablauf aus Drucken, Schneiden, Pulverauftrag, Schütteln und Aushärten bleibt bestehen. Die Änderungen konzentrieren sich hauptsächlich darauf, den Drucker zuverlässiger und weniger pflegeintensiv zu machen.
Das ist vermutlich auch die sinnvollere Baustelle. Ein paar Minuten schneller drucken ist nett. Ein DTF-Drucker, der morgens nicht plötzlich beschließt, dass heute Weißtinten-Streik ist, dürfte für gewerbliche Nutzer deutlich wertvoller sein. Die Verarbeitung erfolgt weiterhin mit wasserbasierten DTF-Tinten. Eigene PNG-, JPG- und SVG-Dateien lassen sich über die xTool-Software importieren. Laut xTool liegt die maximale kontinuierliche Drucklänge aktuell bei 460 Millimetern.
Auch Besitzer des bisherigen Apparel Printers bekommen ein Upgrade
Interessant ist die Lösung für Bestandskunden. Besitzer des bisherigen xTool Apparel Printers sollen von xTool ein kostenloses Upgrade-Kit erhalten können. Dieses umfasst unter anderem ein internes Feuchtigkeitsmodul und das überarbeitete Weißtinten-Damper-System. Die Berechtigung wird über die beim ursprünglichen Kauf verwendete E-Mail-Adresse beziehungsweise den xTool-Support geprüft.
Allerdings sollte man das Upgrade-Kit nicht automatisch mit einer vollständigen Umrüstung auf einen Apparel Printer Plus gleichsetzen. Einige Funktionen des neuen Modells sind direkt in dessen Hardware und Sensorik integriert.
Kein Schnäppchen für ein paar selbst bedruckte Shirts
Der Apparel Printer Plus richtet sich weiterhin ziemlich eindeutig an Creator, kleine Unternehmen, Merchandise-Shops und ambitionierte Maker und weniger an jemanden, der zweimal im Jahr ein Shirt für den Junggesellenabschied bedrucken möchte. In den USA nennt xTool für den Apparel Printer Plus einen Einstiegspreis von 5.399 US-Dollar. Zusätzlich werden ein Versatile Bundle sowie ein All-in-One Bundle angeboten. Preise und Verfügbarkeit für Deutschland können davon abweichen.
Der bisherige Apparel Printer wird im deutschen xTool-Shop ebenfalls weiterhin geführt. Das Standalone-Modell bewegt sich dort bereits deutlich oberhalb der 5.000-Euro-Marke.
xTool greift beim Plus-Modell genau die richtigen Probleme an
Auf dem Papier wirkt der xTool Apparel Printer Plus deshalb zunächst weniger spektakulär als irgendein komplett neuer Drucker mit noch mehr DPI und gigantischer Geschwindigkeitsangabe. Für den Alltag könnten die Änderungen allerdings wesentlich wichtiger sein.
Automatische Feuchtigkeitsregelung, verbesserte Zirkulation der Weißtinte, Wet Capping und die Überwachung per Smartphone greifen genau dort an, wo professionelle DTF-Systeme gerne Arbeit verursachen: zwischen den eigentlichen Druckaufträgen.
Ob xTool damit tatsächlich die Diva aus der Weißtinte geprügelt hat, müsste natürlich ein Praxistest zeigen. Die Richtung gefällt mir aber deutlich besser als ein reines Datenblatt-Upgrade.
Technische Daten xTool Apparel Printer Plus
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Produkt | xTool Apparel Printer Plus |
| Druckkopf | 2 × Epson I1600 |
| Druckbreite | 356 mm |
| Maximale Druckfläche | 356 × 600 mm |
| Druckauflösung | 720 × 1.800 dpi |
| Tintentröpfchengröße | 3,8 pL |
| Druckgeschwindigkeit | Bis zu 50 sq ft/h (ca. 4,65 m²/h) |
| Farbsystem | CMYK + WWWW |
| Materialien | Baumwolle, Polyester, Denim, Canvas, Spandex, Nylon und weitere Textilien |
| Software | xTool Creative Space |
| Betriebssysteme | Windows, macOS, Android und iOS |
| Leistungsaufnahme | 350 W |
| Standby-Verbrauch | 23,5 W (ca. 0,5 kWh pro Tag) |
| Abmessungen | 905 × 365 × 356,5 mm |
| Gewicht | 34 kg |
Wer mehr als Textilien bedrucken will: xTool O1 Omni
Wer sich nicht ausschließlich auf Shirts, Hoodies und andere Textilien festlegen möchte, sollte auch einen Blick auf den xTool O1 Omni werfen. Den haben wir uns bereits in einem eigenen Artikel genauer angesehen. Während der Apparel Printer Plus klar auf den DTF-Textildruck spezialisiert ist, verfolgt der O1 Omni einen deutlich vielseitigeren Ansatz und soll verschiedene Materialien und Druckverfahren abdecken. Hier geht es zu unserem Artikel über den xTool O1 Omni.
Quelle: xTool – Apparel Printer Plus
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