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Wer regelmäßig 3D druckt, kennt das Problem irgendwann ziemlich gut: Die Filamentsammlung wächst schneller als der verfügbare Platz und manche Rollen saugen Feuchtigkeit aus der Luft, als gäbe es dafür Bonuspunkte. Einzelne Dryboxen helfen zwar, werden bei zehn, zwanzig oder noch mehr Spulen aber schnell unübersichtlich. Genau hier setzt der SUNLU FilaDC i10 an. Gemeinsam mit INSLOGIC hat SUNLU einen Entfeuchtungsschrank gebaut, in dem bis zu zehn handelsübliche 1-kg-Filamentrollen dauerhaft trocken gelagert werden können. Statt das Filament ständig mit heißer Luft zu bearbeiten, entzieht das Gerät der Luft aktiv Feuchtigkeit.
Der FilaDC i10 will einen klassischen Filamenttrockner nicht ersetzen, sondern löst das Problem danach: Wie bleibt bereits trockenes Filament dauerhaft trocken?
SUNLU FilaDC i10: Technische Daten
| Merkmal | SUNLU FilaDC i10 |
|---|---|
| Kapazität | bis zu 10 × 1-kg-Spulen |
| maximale Spulengröße | 200 × 67 mm |
| Luftfeuchtigkeit einstellbar | 10–55 % rF |
| Anzeige | 10–90 % rF |
| Genauigkeit | ±5 % |
| Innenraum | 385 × 258 × 488 mm |
| Abmessungen | 395 × 300 × 508 mm |
| Gewicht | 6,3 kg |
| Umgebungstemperatur | 10–35 °C |
| Entfeuchtungsleistung | 1 Watt |
| Standby | unter 0,2 Watt |
| Regeneration des Trockenmittels | automatisch |
| Geräuschentwicklung | maximal etwa 35 dB |
| stapelbar | ja |
| Vorbestellung | ab 15. September 2026 |
SUNLU nennt einen einstellbaren Bereich von 10 bis 55 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Das System arbeitet dabei mit einem regenerierbaren Molekularsieb und benötigt für die eigentliche Entfeuchtung laut technischen Daten lediglich etwa ein Watt.
Kein klassischer Filamenttrockner
Das ist der wichtigste Punkt am FilaDC i10. Wer eine völlig durchnässte Rolle Nylon hineinwirft und erwartet, dass sie zwei Stunden später druckfertig herauskommt, verwendet schlicht das falsche Werkzeug.
Klassische Geräte wie der SUNLU FilaDryer S4 Pro erhitzen Filament gezielt und treiben die bereits im Material gespeicherte Feuchtigkeit heraus. Der FilaDC i10 verfolgt dagegen einen anderen Ansatz. Die Luft im geschlossenen Innenraum wird kontinuierlich durch ein Molekularsieb geleitet. Dort wird Feuchtigkeit gebunden. Ist das Material gesättigt, regeneriert das Gerät das Molekularsieb automatisch durch Erhitzen und führt die gespeicherte Feuchtigkeit nach außen ab. Anschließend beginnt der Kreislauf erneut. Das Filament selbst wird dabei nicht dauerhaft auf hohe Temperaturen gebracht. Für die Langzeitlagerung ist das durchaus sinnvoll.
Zehn Rollen verschwinden hinter einer Tür
Der Innenraum besteht aus zwei Ebenen mit jeweils fünf Spulenplätzen. Insgesamt passen damit zehn normale 1-kg-Rollen hinein.
SUNLU gibt als maximale Spulengröße 200 Millimeter Durchmesser und 67 Millimeter Breite an. Damit passen die üblichen Filamentrollen hinein. Bei besonders breiten oder großen 2-, 3- oder 5-kg-Spulen würde ich dagegen vorher genau nachmessen. Die Tür ist transparent, wodurch man schnell erkennt, welches Filament gerade wo liegt. Gleichzeitig ist das natürlich auch ein kleiner Nachteil: Steht der Schrank direkt in der Sonne, erreicht weiterhin Licht die Rollen.
Die Bedienung ist angenehm simpel
Auf der Vorderseite sitzt ein Display, das Temperatur und aktuelle Luftfeuchtigkeit anzeigt. Zusätzlich lässt sich der gewünschte Feuchtigkeitswert einstellen. Mehr braucht das Gerät eigentlich auch nicht.
Der FilaDC i10 arbeitet anschließend weitgehend selbstständig und zeigt an, in welcher Phase sich das System gerade befindet: Entfeuchten, Regenerieren beziehungsweise Feuchtigkeit abführen und Abkühlen. Genau diese Einfachheit gefällt mir. Bei einer Langzeitaufbewahrung möchte ich keine zwölf Programme einstellen und auch nicht jeden dritten Dienstag daran denken, irgendwo Silica-Gel in den Backofen zu werfen. Spulen rein, Luftfeuchtigkeit einstellen, Tür zu. Fertig.
Wie gut funktioniert die Entfeuchtung?
In einem Test sank die relative Luftfeuchtigkeit im Innenraum von 41 auf etwa 15 Prozent innerhalb ungefähr einer Stunde. Dabei lag die Raumtemperatur bei rund 28 Grad Celsius, während sich der Innenraum auf ungefähr 33 Grad erwärmte.
Der relevante Punkt dabei ist weniger die leichte Erwärmung als die Geschwindigkeit, mit der der Innenraum auf einen niedrigen Feuchtigkeitswert gebracht wurde. Für eine Lagerbox ist das stark. Das Gerät soll nicht eine nasse PA-Rolle innerhalb von Stunden vollständig durchtrocknen, sondern verhindern, dass trocken eingelagertes Filament überhaupt wieder größere Mengen Wasser aufnimmt. Und genau dafür passt das Konzept.
Besonders interessant für PETG, TPU und Nylon
Bei PLA kann man das Thema Feuchtigkeit je nach Umgebung noch eine Weile ignorieren. Bei PETG, TPU, PA beziehungsweise Nylon und diversen technischen Materialien sieht das schon ganz anders aus. Hygroskopische Filamente nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebung auf. Beim Drucken kann sich das durch Blasenbildung, Knacken an der Düse, Stringing, schlechtere Oberflächen oder reduzierte Layerhaftung bemerkbar machen. Wer solche Materialien regelmäßig verwendet, kennt deshalb normalerweise das Ritual:
Rolle trocknen, in eine Box packen, Beutel schließen, Silica prüfen und das Ganze irgendwann wieder von vorne. Mit dem FilaDC i10 kann ein großer Teil dieses Gerödels entfallen. Bis zu zehn Rollen bleiben einfach dauerhaft im kontrollierten Innenraum.
Der Stromverbrauch ist ein echtes Argument
Besonders interessant wird das Ganze beim Dauerbetrieb. SUNLU nennt einen Verbrauch von etwa 0,23 kWh innerhalb von 24 Stunden. Zum Vergleich werden für einen dauerhaft betriebenen klassischen Filamenttrockner rund 2,88 kWh genannt. Das lässt sich nicht komplett eins zu eins vergleichen, weil beide Geräte unterschiedliche Aufgaben erledigen.
Der Punkt bleibt trotzdem: Ein beheizter Filamenttrockner wäre eine ziemlich ineffiziente Lösung, wenn man zehn Rollen einfach nur monatelang trocken halten möchte. Auch akustisch sollte er in einer Maker-Ecke nicht besonders nerven. Während meinem Testzeitraum stand Schrank neben mir im Büro und bis auf ein leises „Säuseln“ hat man eigentlich nichts gehört, da sind hochgezüchtete Gaming-Rechner wesentlich lauter.
FilaDC i10 oder FilaDryer S4 Pro?
Eigentlich lautet die bessere Antwort:
Beides.
Der kürzlich von uns getestete SUNLU FilaDryer S4 Pro eignet sich hervorragend dafür, feuchtes Filament aktiv zu trocknen. Bis zu vier Spulen passen hinein, die beiden Kammern lassen sich getrennt auf Temperaturen bis 85 Grad Celsius bringen. Der FilaDC i10 übernimmt anschließend. Das ist wesentlich sinnvoller, als jede Rolle alle paar Wochen erneut aufzuheizen.
Warum das Molekularsieb interessanter als Silica-Gel ist
Natürlich könnte man zehn Spulen auch in große Kunststoffboxen werfen und ordentlich Silica-Gel dazuschütten. Funktioniert. Bis das Trockenmittel gesättigt ist. Dann steigt die Feuchtigkeit in der geschlossenen Box langsam wieder an und irgendwann beginnt das Spiel von vorne.
Beim FilaDC übernimmt das Gerät diese Arbeit selbst. Das Molekularsieb regeneriert sich automatisch, wenn es genügend Wasser aufgenommen hat. Die gespeicherte Feuchtigkeit wird aus dem System geführt und anschließend steht das Material erneut zur Verfügung. Genau dadurch wird aus einer simplen Drybox eine aktive Filamentlagerung.
Ein bisschen Platz sollte man allerdings haben
Mit 395 × 300 × 508 Millimetern ist der FilaDC i10 kein winziges Kästchen. Er benötigt ungefähr die Stellfläche eines kleineren 3D-Druckers und ist über einen halben Meter hoch. Dafür ersetzt er eben auch eine ordentliche Sammlung aus Einzelboxen. Das Gewicht von 6,3 Kilogramm bleibt noch überschaubar. Praktischerweise lässt sich das Konzept außerdem erweitern.
Mehrere FilaDC i10 lassen sich stapeln
Und damit wird die Kiste für echte Filament-Messies erst richtig interessant. Der FilaDC i10 ist stapelbar. SUNLU sieht also vor, mehrere Schränke übereinander zu platzieren. Mit zwei Geräten lassen sich damit bereits 20 Spulen kontrolliert lagern, ohne zweimal die Stellfläche zu benötigen.
Gerade für Print-Farmen, kleine Werkstätten oder Maker mit mehreren Druckern ist die Stapelbarkeit und der eingesprte Platz aber ein echtes Argument.
Was mir gefällt
Das Konzept des FilaDC i10 trifft ein reales Problem ziemlich genau. Zehn Spulen Kapazität sind groß genug, damit sich die Anschaffung gegenüber einzelnen Dryboxen wirklich bemerkbar macht. Gleichzeitig bleibt das Gerät noch kompakt genug, um neben einem Drucker oder auf einem Regal zu stehen.
Besonders gut gefallen mir:
- Platz für zehn 1-kg-Spulen
- sehr niedriger Energieverbrauch im Dauerbetrieb
- automatische Regeneration des Molekularsiebs
- einstellbare Luftfeuchtigkeit
- Display für Temperatur und Feuchtigkeit
- leiser Betrieb
- keine dauerhafte Erwärmung der Filamente
- stapelbares Gehäuse
Was mir weniger gefällt
Perfekt ist das Konzept trotzdem nicht. Die transparente Kunststofffront scheint relativ empfindlich gegenüber Kratzern zu sein. Direkt aus dem Schrank heraus drucken ist ebenfalls nicht das zentrale Konzept. Dafür sind klassische Dryboxen beziehungsweise Filamenttrockner mit Filamentausgängen praktischer.
Und nochmal: Der FilaDC i10 ersetzt keinen richtigen Filamenttrockner, wenn bereits größere Mengen Feuchtigkeit im Material stecken. Wer das versteht, wird mit dem Gerät deutlich glücklicher.
Für wen ergibt der SUNLU FilaDC i10 Sinn?
Für jemanden mit drei angebrochenen PLA-Rollen? – Eher nicht. Dafür wäre der FilaDC i10 mit Kanonen auf Benchys geschossen.
Interessant wird das Gerät für:
- Nutzer mit größerer Filamentsammlung
- Besitzer mehrerer 3D-Drucker
- Print-Farmen
- Maker mit häufig wechselnden Materialien
- Nutzer von PETG und TPU
- Anwender von PA, PC und technischen Filamenten
- Werkstätten und Makerspaces
- alle, die keinen Bock mehr auf Vakuumbeutel und Silica-Gel-Tetris haben
Besonders bei teuren technischen Filamenten kann eine kontrollierte Lagerung schnell sinnvoll werden. Eine angebrochene 60-Euro-Rolle PA-CF möchte ich jedenfalls ungern wochenlang offen im Regal vergammeln lassen.
Preis und Verfügbarkeit
Hier bleibt aktuell noch ein kleiner Haken. Die Vorbestellungen starten am 15. September 2026. Bis zum 14. September bietet SUNLU einen Early-Access-Pass für einen Euro an. Dieser soll einen zusätzlichen Gutschein über zehn Euro für die spätere Vorbestellung bringen. Der reguläre UVP soll später bei 199 Euro liegen, kein Schnapper, aber durchaus sinnvoll.
Fazit: Genau das fehlt zwischen Trockner und Regal
Der SUNLU FilaDC i10 gefällt mir vor allem deshalb, weil er kein weiterer Filamenttrockner sein möchte. Trockner gibt es genug.
Das eigentliche Problem entsteht meistens danach: Die Rolle ist trocken, landet wieder im Regal und beginnt dort langsam erneut Wasser aus der Luft aufzunehmen. Der FilaDC i10 schließt genau diese Lücke. Zehn Rollen passen hinein, die Feuchtigkeit wird aktiv niedrig gehalten und das Molekularsieb regeneriert sich automatisch. Gleichzeitig bleibt der Stromverbrauch niedrig genug, dass ein dauerhafter Betrieb sinnvoll erscheint. Für jemanden mit zwei Rollen PLA ist das unnötiger Luxus.
Wer dagegen mehrere Drucker betreibt, regelmäßig PETG, TPU oder Nylon verarbeitet oder inzwischen selbst nicht mehr genau weiß, wie viele angebrochene Spulen im Regal stehen, bekommt hier ein ziemlich überzeugendes Aufbewahrungssystem.
Und wenn zehn Rollen nicht reichen, stellt man eben die nächste Box oben drauf. Das ist vermutlich entweder genial oder der Anfang eines sehr teuren Filament-Turms. Ich tendiere zu genial.
Sinnvolle interne Links
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SUNLU FilaDC i10
Der FilaDC i10 löst das Problem der langfristigen Filamentlagerung deutlich eleganter als ein Berg aus Dryboxen und Silica-Gel. Zehn Rollen, automatische Entfeuchtung, geringer Stromverbrauch und die Möglichkeit, mehrere Schränke zu stapeln, ergeben vor allem für Vielverdrucker und technische Materialien ein starkes Gesamtpaket.
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