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Auf der anderen Seite – Drohnen für Newbies

Ich hatte letztes Jahr die bezaubernde Julia von Karmajob gebeten mir ihre Sichtweise auf das Thema „Drohnen“ zu schildern, einfach um mal zu sehen was andere so darüber denken. Hier ihre Geschichte:

Es ist noch gar nicht so lange her, da klangen Drohnen für mich nach Militär, nach Kriegsgebieten und Terrorismusbekämpfung. Als Pazifistin war ich dagegen, wie gegen jede Art von militärischem Einsatz. Dass sich diese Wahrnehmung einmal ändern würde, hätte ich noch vor drei Jahren nicht gedacht. Dann flog die erste Drohne in nur einem Meter Abstand auf der republica an meinem Kopf vorbei. Amazon erwog die Paketauslieferung mit Drohnen. Und der erste meiner Bekannten brachte einen Quadrocopter zu einer Veranstaltung mit. Die fliegenden, summenden und merkwürdig anmutenden Maschinen brachen sich Bahn – erst unter Technikfreaks, dann sogar in meiner schwerfälligen Wahrnehmung. Das Zeitalter der Drohnen, wir sind mittendrin! Und die Zwecke, in denen Drohnen eingesetzt werden, sind richtig vielfältig. So dienen sie als Ersthilfe in schwer zugänglichen Bereichen, helfen bei der Personensuche und werden in der Landwirtschaft eingesetzt. Mit Drohnen lassen sich einfach und kostengünstig Gebäude auf Schäden untersuchen. Und alle, die sich mit dem Thema besser auskennen, versichern mir immer wieder: Drohnen machen Spaß. Ob ich
das glauben sollte? Oder stelle ich das lieber gedanklich in die „Männer-und-ihre-Spielzeuge“-Ecke? ;)

Vor zwei Jahren schrieb ich einen Artikel über Technikangst. Anlass waren Diskussionen über das Internet of Things, anlasslose Überwachung und die Skepsis der Menschen vor selbstfahrenden Autos. Meine eigene Skepsis eingeschlossen. Mittlerweile bin ich absolut begeistert von den Möglichkeiten selbst fahrender Autos und Lastwagen, und kann es eigentlich kaum erwarten, bis endlich keine Menschen mehr hinter dem Steuer sitzen.
Künstliche Intelligenz und Robotertechnologie zum Beispiel im Krankenhaus? Hell, yeah! Wo kann ich unterschreiben? Aber Drohnen … Drohnen haben für mich bis heute etwas Gruseliges, etwas irgendwie Unberechenbares. Wenn ich heute eine Drohne im Einsatz sehe, bin ich hin- und hergerissen zwischen großer Faszination und echter, nicht wegzuleugnender Angst. Ob das an den Geräuschen liegt? Rührt das Summen an Urinstinkte? Denke ich, ich werde im nächsten Moment von einer überdimensionierten Heuschrecke angefallen? Das würde meine Berührungsängste zumindest teilweise erklären.

DJI Phantom 3 Professional

Da Technikangst vor allem Angst vor dem Fremden und dem Unbekannten ist – wie die allermeisten Ängste – gehört sie konfrontiert. Und ich dachte: Wenn ich etwas über Drohnen lernen und mich mit dem Thema beschäftigen möchte, wo sollte ich anfangen?
Wie findet sich eine völlig unbedarfte Newbie im Thema zu Recht? Wo fange ich an mit der Suche nach Modellen, Marken, Bedienung, Regularien und vor allem: Wer erklärt mir den Spaß dahinter?
Wikipedia zumindest nicht, stelle ich nach meiner Anfrage fest. Wäre ja auch zu einfach gewesen.
Meine erste Recherche ergibt, dass alles, was unbemannt fliegt, als Drohne bezeichnet wird. Das können sowohl selbst fliegende, also programmierte Maschinen sein, als auch ferngesteuerte. Man unterscheidet zwischen militärischer und ziviler Verwendung, wobei unter die zivile Verwendung neben den oben genannten Zwecken auch die Jagd, Vermessungstechnik, und der Tier- und Umweltschutz fällt. Die Hobby-Drohnen, lese ich weiter, werden anhand ihrer Propeller („Copter“) benannt. Je nach Anzahl der kleinen Propeller, die sie abheben lassen, habe ich Quadrocopter, Hexacopter oder sogar Octocopter vor mir (also: 4-propellig bis 8-propellig). Diese Maschinen können auch unter dem Begriff „Multicopter“ zusammengefasst werden. Die unterschiedliche Anzahl und Anordnung der Propeller sorgt für das sehr verschiedene und zum Teil wirklich insektenhafte Aussehen der Drohnen. Eine kleine Faustregel scheint zu sein: Je mehr Propeller, desto stabiler verhält sich die Drohne beim Flug. Die vielen Propeller gehen allerdings auf Kosten der Flugzeit und damit der Reichweite.

Multicopter mit Kamera scheinen am beliebtesten zu sein. Kann ich verstehen! Für mich ist der eigentliche Reiz auch nicht unbedingt das Fernsteuern der Drohnen, sondern die ungewöhnlichen Aufnahmen, die sie versprechen. Natürlich hat nicht jede Drohne eine Kamera. Und wenn man etwas wie in diesem Video mit den Drohnen anstellen möchte, dann braucht man wohl auch keine.

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Ich kann mir das Video immer noch nicht ansehen, ohne mich zu schütteln. Aber weiter:

Bei den Multicoptern gibt es einfach zu bedienende Einsteigermodelle bis hin zu sehr professionell aussehenden Maschinen mit hervorragenden Kameras und stolzen Preisen. Wichtig für Newbies: Die Abkürzungen „RTF“ bzw. „ARF“. Das bedeutet, die Drohne ist entweder direkt einsatzfähig („Ready to fly“), oder muss nur mit geringem Aufwand flugfähig gemacht werden („Almost ready to fly“). Aufwändige Installationen oder eigenes Zusammenschrauben entfällt, und das schont Nerven. Außerdem zentral für Hobbyfotografen: Die Bildqualität der Kamera. Dafür gibt es Testberichte, die einen guten Überblick geben. Die Abkürzung „FPV“, die in diesem Zusammenhang immer mal wieder auftaucht, heißt „First Person View“. Dabei wird eine Art Pilotensicht der Drohne via Tablet oder Smartphone übermittelt.

DRL - FPV Brille
Die FPV Brille der DRL Piloten

Jetzt fühle ich mich schon mal ein wenig informiert. Allerdings ärgert es mich, dass über die Handhabung der einzelnen Drohnen so wenige Informationen gegeben werden. Scheint sich von selbst zu verstehen, wie man die Dinger in die Luft kriegt, herumsteuert und auch wieder sicher landet. Hier sehe ich Nachholbedarf, Internet! Zumindest wenn sich auch Menschen für das Thema interessieren sollen, die nicht schon mit einem ferngesteuerten Auto in der einen und einem Modellflugzeug in der anderen Hand geboren wurden. Außerdem bräuchte ich jetzt ein paar handfeste Tipps – einen möglichst aktuellen Vergleich der günstigsten Einsteigerdrohnen, zum Beispiel.

Und mir fehlen noch ein paar wichtige Angaben. Denn das Fliegen einer Drohne unterliegt einigen Bestimmungen. Kaufen, Auspacken, Ausprobieren ist also eher eine mäßige Idee. Wird sie nicht-kommerziell, also rein als Hobby genutzt, gilt eine Drohne unter 5 kg als „Flugmodell“ – vorausgesetzt, sie hat einen elektrischen Motor. Will ich also rein privat eine Drohne fliegen, brauche ich keine Aufstiegsgenehmigung. Überall fliegen darf ich aber trotzdem nicht! Hobbydrohnen dürfen nur im sogenannten unkontrollierten Luftraum fliegen, und auch in diesem zum Beispiel nicht über Menschenansammlungen, Unfallstellen und Wohngebiete. Über die vielen Verbotszonen für die geplanten Flüge sollte man sich vorab informieren. Außerdem muss eine ausreichende Versicherung her, falls mal etwas schief geht.

Wie steht ihr zu dem Thema, brauchen Muticopter eine Art Lobby die sich dafür einsetzt? Gefühlt war es ja bei den Handys ebenso…Zuerst wurden die „Teufelsstrahlen“ der Dinger verflucht, heute hat sie (fast) jeder. Sind in 20 Jahren Drohnen für uns zum normalen Alltagsbild geworden? Was meint ihr?

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Torsten

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

ein Kommentar

  1. Wie ist das eigentlich mit dem „nicht-kommerziell“? Ich meine etwas gehört zu haben, das der Flug schon allein dann kommerziell wird, wenn man die dabei entstandenen Fotos oder Videos im Internet (YT, FB, etc.) zeigt. Stimmt das?

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