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Call of Duty: Vanguard im Test – Plan B muss reichen

Weltkrieg im Blockbuster-Gewand

Federführend darf sich Sledgehammer Games nach dem gelungenen „WWII“ einmal mehr im 2. Weltkrieg austoben und dank abwechslungsreicher Storykampagne bleibt es nicht beim obligatorischen Ballerfest ohne viel Anspruch. Liebhaber des Multiplayer-Parts dürfen sich über flotteres Gameplay auf vielschichtigen Maps freuen. Unser Test zu „Call of Duty: Vanguard“.

Kein schlechtes Konzept

Im Rahmen der jährlich anstehenden Fortsetzungen von bekannten Videospiel-Marken, steht der Shooter-Reihe von Activision eine Sonderrolle zu. Aufgrund drei kooperierender Studios dürfen sich Fans stets über brandneue Serienteile freuen. Verschiedene Settings wie Weltkriege in mehreren Zeitebenen wechseln sich mit abgeschlossenen Geschichten ab, die sogar gesetzte Grenzen in Form der Military-Shooter durchbrechen. Siehe das letztjährige „Cold War“. Mittlerweile fanden die Studios in ihre Spur. So konzentriert sich Treyarch seit Jahren auf seine futuristische „Black Ops“-Serie während Altmeister Infinity Ward eine gegenwärtige Ausrichtung wie etwa „Modern Warfare“ von 2019 fährt. Kein schlechtes Konzept, weil garantiert jeder Shooter-Spieler hier spätestens alle drei Jahre ein Setting finden könnte, das ihn anspricht. Statt, dem von Fans heißersehnten Auflug in den Vietcong-Konflikt, geht es zwar wieder in den 2. Weltkrieg – aber mit vielen Perspektiven.

„Call of Duty: Vanguard“ erzählt nämlich die recht launige Geschichte von einem zusammengewürfteln Team aus internationalen Kriegsheld:innen, die unter Führung des Briten Arthur Kingsley 1945 den Auftrag erhalten jegliche Dokumente des ominösen „Projekt Phönix“ zu stehlen, um so die Nazis samt laufenden Krieg aufzuhalten. So konsequent die Methoden sind, so eigenbrötlerisch agieren die Figuren. Die Rahmenhandlung findet weitgehend in einem Gefängnistrakt eines Nazi-Quartiers von Berlin statt, lockert sich aber durch Erinnerungen in moderner Episodenform auf. Zu den hervorragenden Aufträgen zählt die Geschichte von Polina Petrowa. Als Krankenschwester in Stalingrad erlebt sie den Schrecken des Krieges hautnah mit, zuweilen auch weil sich ihr Bruder dem Untergrund anschließt. Mit ausreichend Zeit für die emotionale Einführung der Hauptfiguren schafft Sledgehammer Games zwei geteilte Episoden, in denen klassische Shooter-Action nicht zu kurz kommt, aber nicht den Kernstück ausmacht. Gleiches gilt für Fallschirmjäger Kingsley, wenngleich die Idee ohne Waffengewalt hinter feindlichen Linien überleben zu müssen natürlich kaum innovativ ist, verpacken die Entwickler:innen es mit getimten Momenten wie plötzliche Soldatenangriffe aus dem Dunkeln so gut, dass das ballerreiche Finale leider umso schwächer abschneidet. Sowieso fällt auf, verlassen die Entwickler altbekannte CoD-Gefilde entstehen weitaus bessere Passagen. Plant knapp sieben Stunden für die knackige Kampagne ein.

Vorsicht! Zerstörbare Wände

Das Gameplay orientiert sich stark an „Cold War“. Weiterhin dürft ihr auf flachen Oberflächen eure Waffen zur besseren Kontrolle anlehnen. Takedowns bei Feinden werden hingegen nicht so wuchtig wie sonst ausgeführt. Wunderbar fügt sich das Schießen durch dünne zerstörbare Wände ein, spezielle Lamellen landen regelrecht ein Gegener dahinter zu erwischen oder mit Schmackes gleich selbst durchzubrechen. Gefühlt tausende Splitter fliegen durch den Raum. Brachiale Schusswechsel bekommen dadurch einen leicht cinematografischen Look. Gilt auch für den orchestralen stimmungsvollen Soundtrack. Trotz offeneren Gebieten bleibt natürlich weiterhin der gewohnt enge Levelschlauch. Immerhin sind geschlossene Räume dank Etagen vertikaler gestaltet. Euer Arsenal besteht aus Primär- und Sekündärwaffe sowie einer Nahkampfkeule. Granaten mit Blendeffekten oder Sprengstoff halten euch am Leben. Das Balancing wird an Stellen mit besonders vielen Gegnern recht frustig, was einige Neustarts zur Folge hat. Grafisch glänzt die IW Engine in Zwischensequenzen, im Gameplay selbst hat sie trotz angepasster PlayStation 5-Version mit Probleme zu kämpfen dazu unten ausführlicher.

Quasi Hand in Hand rutscht ihr im Hauptmenü in die Multiplayer-Gefechte, dort läuft wie in den vorherigen Teilen alles wie gehabt. Im horizontalen Reiter wählt ihr bestimmte Multiplayer-Arten z.B Team-Deathmatch, Capture the Flag oder „Champion Hill“ aus. Der aus „Modern Warfare“ und „Cold War“ bekannte Prinzip lautet als letzter Mann durch ein Squad-basiertes Deathmatch-Rundenturnier zu kommen. Waffen sind entweder im Besitz oder auf der Map aufsammelbar. Bis auf kleinere Verzögerungen funktioniert das Matchmaking schnell. In unserer Vorschau lobten wir den Modus „Patrouille“, einer hektischen Abwandlung von „Stellung“, wo es darum geht mehr Zeit in einem beweglichen Kreis zu verbringen als das Gegnerteam. Wie in der Beta als auch im fertigen Spiel macht der Modus weiterhin großen Spaß, eben weil er unvorhergesehen ist. Im weiteren Verlauf steigt ihr von Stufe um Stufe auf. Zahlreiche Freischaltungen sind neben kompletten Waffen wie Maschinengewehre á la Uzi oder brachialere Schrotgewehre natürlich bessere Visiere etc. Zumal sich jeder geneigte CoD-Spieler dank übersichtlicheren Setup-Menüs problemlos zurecht findet. Weit über 20 Maps stehen ab Release zur Verfügung. Seit Jahren setzt Activision auf seinen kostenlosen Battlepass, um alle Spieler mit neuen Karten, Motto-Skins oder Schießeisen zu versorgen.

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  • In Call of Duty: Vanguard kehrt der Spieler zurück, in packende Kämpfe bislang unbekannten globalen Ausmaßes des 2. Weltkriegs
  • In einer fesselnde Einzelspielerkampagne erhebt sich eine Gruppe Soldaten aus verschiedenen Ländern gegen die größte Bedrohung der Welt
  • Hinterlasst im unverwechselbaren Mehrspieler-Erlebnis und einer von Treyarch entwickelten, aufregenden, neuen Zombies-Erfahrung eure Spuren

Grafisch macht „Call of Duty: Vanguard“ aufgrund herausragender Inszenierung wirklich viel her, dafür sorgt unter anderem die aufgebohrte IW-Engine welche mit Mimik, Dialogen, Storytwists sowie angelegter Kameraführung auf einer Ebene mit kostspieligen Kino-Blockbuster steht. Die Animationen sind ebenso flüssig. Texturen in unserer PS5-Version, einzig das Nachladen scheint ein tradionelles Problem der Shooterreihe zu sein. Besonders gelungen sind leuchtende Feuereffekte gepaart mit gut eingefangener bedrückender Stimmung.

Unser Fazit zu „Call of Duty: Vanguard“

Bewährte Ballerkost von Activision! Die Kampagne geizt zwar nicht an Stereotypen, kitzelt aber noch aus seinen Figuren das gewisse Etwas heraus, um sie reizvoll erscheinen zu lassen. Dem spannungsbefreiten Einstieg zum Trotz entwickelt die Storyline rund um eine widerwillig zusammengetrommelte Einheit ihren Reiz durch spaßige Dialoge. Spielerisch bleibt das Meiste altbekannt, darf aber manchmal im Setting ausbrechen. Mit spektakulären Partien darf der Multiplayer seine Muskeln zeigen. Nett: Gleich 20 Maps sind ab Start für alle verfügbar. Am Schluss ist „Call of Duty: Vanguard“ besser als man vermuten könnte, jedoch auch so konventionell geraten.

Entwickler: Sledgehammer Games | Preis: 69,99 Euro | Für PlayStation 4|5, Xbox One|Series und PC | USK: ab 18

Call of Duty: Vanguard (PlayStation 5)

Spielspaß - 79%
Gameplay - 77%
Grafik - 85%
Technik - 72%

78%

Empfehlung!

Cineastischer Shooter mit bekannten CoD-Zutaten, die jedoch spielerisch weitgehend überzeugen und selbst eiserne Multiplayer-Veteranen neue Perspektiven vermitteln.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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