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Creality legt beim kommenden K3 noch einmal nach und nennt jetzt deutlich konkretere Daten zum neuen KliTek-System. Der geschlossene CoreXY-Drucker arbeitet mit vier separaten Düsen, soll einen Düsenwechsel in nur 4,8 Sekunden schaffen und beim Multicolor-Druck erheblich weniger Filament vernichten als klassische Systeme mit nur einem Hotend. Genau dort setzt Creality an, wo Mehrfarbdruck bislang gerne zur kleinen Kunststoff-Schredderanlage mutiert.
Ganz neu ist der K3 für uns allerdings nicht: Ende August hatten wir bereits über das KliTek-System und den angekündigten Wechsel in weniger als fünf Sekunden berichtet. Inzwischen nennt Creality auf der offiziellen Produktseite aber weitere technische Details und konkrete Vergleichswerte.
Vier Kanäle, vier Düsen und kein ständiges Spülen
Der wichtigste Unterschied zu vielen aktuellen Multicolor-Systemen steckt direkt im Druckkopf. Statt mehrere Filamente immer wieder durch dieselbe Düse zu ziehen, besitzt der K3 vier voneinander unabhängige Filamentkanäle mit jeweils eigener Düse. Beim Material- oder Farbwechsel wird also nicht erst zurückgezogen, neu geladen und anschließend eine gefühlte halbe Rolle durch die Düse gespült.
Creality nennt für den automatischen Düsenwechsel exakt 4,8 Sekunden. Weil das vorherige Material nicht aus einer gemeinsamen Düse herausgedrückt werden muss, fällt der typische Purge-Abfall weitgehend weg. Ein kleiner Prime Tower bleibt allerdings bestehen – komplett müllfrei ist der Druck also nicht.
Der Hersteller spricht inzwischen von bis zu 85 Prozent weniger Filamentverbrauch und bis zu 80 Prozent kürzerer Druckzeit gegenüber einem Einzeldüsensystem. Das sind allerdings Werte aus Crealitys eigenem Labor und sollten entsprechend behandelt werden. Unabhängige Tests des fertigen K3 stehen noch aus.
Ein Herstellerbeispiel zeigt ziemlich drastisch, woher die Zahlen kommen: Ein vierfarbiges Modell mit 1.358 Düsenwechseln benötigte auf dem K3 laut Creality 24 Stunden und 53 Minuten. Ein klassisches Einzeldüsensystem kam im Vergleich auf 90 Stunden. Beim Abfall stehen 125 Gramm inklusive Support und Prime Tower gegen 1.608 Gramm inklusive Support, Prime Tower und Purge-Material. Beim zweiten Test mit 3.494 Wechseln sind es 240 statt 2.417 Gramm Abfall. Das ist schon eine ziemlich große Menge Plastik, die künftig vielleicht nicht mehr dekorativ neben dem Drucker liegen muss.
Unterschiedliche Düsendurchmesser gleichzeitig
Interessant wird das System nicht nur bei Farben. Die vier Positionen können auch mit unterschiedlichen Düsendurchmessern bestückt werden. Creality nennt 0,2, 0,4, 0,6 und 0,8 Millimeter. Damit könnte beispielsweise eine 0,4-mm-Düse die Außenwände übernehmen, während eine 0,8-mm-Düse den Infill deutlich schneller druckt. Creality spricht hier von bis zu 30 Prozent höherer Effizienz. Die passenden Einstellungen sollen direkt in Creality Print konfiguriert werden können. Ab Werk sind allerdings zunächst vier 0,4-mm-Düsen vorgesehen. Das Set mit unterschiedlichen Durchmessern verkauft Creality separat.
Auch bei Materialien will Creality mehr ermöglichen als gewöhnlichen PLA-Farbwechsel. Der K3 soll beispielsweise PLA und PETG so kombinieren können, dass eines der Materialien als leicht lösbarer Support dient. Außerdem nennt der Hersteller TPU von Shore 85A bis 95A. Für TPU sind allerdings zusätzliche Zubehörteile notwendig.
CMYK-Druck mit vier Filamenten
Ein weiteres interessantes Thema ist der angekündigte CMYK-Druck. Mit Cyan, Magenta, Gelb und Weiß beziehungsweise Schwarz sollen durch unterschiedlich dick aufgetragene und übereinanderliegende Materialschichten zusätzliche Farbtöne entstehen.
Das ist nicht mit klassischem Farbdruck auf Papier gleichzusetzen. Creality weist selbst darauf hin, dass sich Farben nicht exakt reproduzieren lassen. Trotzdem könnte die Technik bei dekorativen Modellen deutlich mehr Spielraum bieten, ohne gleich acht oder 16 Filamentspulen anschließen zu müssen.
Creality K3: Technische Daten
| Merkmal | Creality K3 |
|---|---|
| Druckverfahren | FFF/FDM |
| Bauraum | 260 × 260 × 260 mm |
| Düsen | 4 unabhängig wechselbare Düsen |
| Düsenwechsel | 4,8 Sekunden |
| Düsendurchmesser | 0,2 / 0,4 / 0,6 / 0,8 mm |
| Standardbestückung | 4 × 0,4 mm |
| Max. Druckgeschwindigkeit | 500 mm/s |
| Beschleunigung | bis 20.000 mm/s² |
| Schichthöhe | 0,08–0,35 mm mit 0,4-mm-Düse |
| Extruder | Direct Drive, Zahnräder aus gehärtetem Stahl |
| Sensoren | 37 |
| Wiederholgenauigkeit | unter 25 µm laut Hersteller |
| Abmessungen | 420 × 482 × 536 mm |
| Gewicht | 22 kg |
Quelle der technischen Daten: Creality.
Zusätzlich besitzt der K3 eine integrierte Kamera für KI-Funktionen wie Fremdkörper-, Druckplatten- und Spaghetti-Erkennung. Creality bewirbt außerdem nativen Root-Zugriff und damit ausdrücklich ein vergleichsweise offenes System. Die Düsenbaugruppe selbst ist modular aufgebaut und wird über zwei Schrauben sowie einen USB-C-Anschluss verbunden, was Wartung und Austausch vereinfachen soll.
Preis und Deutschlandstart bleiben offen
Creality hatte den K3 ursprünglich für das dritte Quartal 2026 angekündigt. Auf der inzwischen veröffentlichten Produktseite nennt der Hersteller weiterhin keinen konkreten deutschen Verkaufspreis. Einen endgültigen Termin für Bestellungen oder Auslieferung gibt es ebenfalls noch nicht. Damit bleibt ausgerechnet die spannendste Frage offen: Was kostet der Spaß?
Technisch ist das Konzept jedenfalls interessant. Multicolor-Druck ist längst kein Hexenwerk mehr, die absurden Druckzeiten und teilweise beeindruckenden Plastikberge sind aber weiterhin einer seiner größten Schwachpunkte. Wenn KliTek im Alltag tatsächlich ähnlich effizient arbeitet wie in Crealitys eigenen Beispielen, dürfte das System deutlich relevanter sein als die nächste Marketingrunde mit noch mehr Filamentrollen an einem einzigen Hotend.
