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„Die Croods 2“, „Godzilla vs. Kong“ & „Cash Truck“ im Kino-Flash | Juli 21

Nach einer viel zu langen kino-freien Zeit kommt am Ende des Monats endlich wieder unser – Kino-Flash! Hier besprechen wir Filme, für die es keine große Beurteilung bei uns gab. Heute prall gefüllt für jeden Filmgeschmack etwas dabei u.a. mit “Die Croods 2”, “Conjuring 3 – Im Bann des Teufels” und „Cash Truck“.

Die Croods – Alles auf Anfang

Steinzeitfamilie trifft auf klassische Hipster-Stamm im farbenfrohen Berlin-Mitte Abklatsch hinter einer überhohen Mauer aus Gestrüpp. Sippe von Grug begegnet den Bessermans. Die Fallhöhe wird durch den sofortigen Aufstieg zur nächsten Evolutionsstufe erzeugt. So könnte man den neuesten Streich aus dem Hause Dreamworks abkürzen. Leider sind die Zeiten mit Maßstab-setzenden Animationsfilmen á la „Shrek“ oder „Madagaskar“ größtenteils vorbei und man besinnt sich auf simpelste Storystränge. Für die Kleinen ist der Film dank gut getimten Slapstick-Einlagen verlässlich witzig, bleibt für Erwachsene durch die zahlreichen Seitenhiebe auf Pluralismus von vermeintlich besser lebenden Artgenossen und flotten Gags, die man zwar alle schon kennt, aber trotzdem ansprechend. Regisseur Joel Crawford büßt durch das hohe Tempo etwas die Sympathie seiner (neuen) Figuren ein, schafft aber auch die ein oder andere selbstrefenzielle Note. In technischer Hinsicht kommt man aktuell Disney Pixar-Filmen mit schönen Lichteffekten recht nahe, jedoch ohne an den Detailreichtum geschweige denn subtil erzählerische Meta-Ebenen solcher Werke des Hauptkonkurrenten heranzureichen. Die deutsche Antwort auf Nicolas Cage lautet Uwe Ochsenknecht, denn in Deutschland übernehmen wieder einige Promis wie Janin Reinhardt oder Chris Tall die Synchronrollen. „Die Croods – Alles auf Anfang“ wird das große Publikum für kurze Zeit annehmbar unterhalten, aber wegen merklicher Mutlosigkeit keinen großen Fußabdruck in der Filmhistorie hinterlassen.
Release: 08. Juli. 2021 | FSK: ab 6 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Ja.

Kino-Flash
© DreamWorks Animation

Catweazle

Salmei, Dalmei, Adomei – Otto ist zurück! Der kalauernde Ostfriese und Humorgarant unser aller Kindheit wird auch mit über 73 Jahren nicht müde den Zuschauern ein Lachen ins Gesicht zu zaubern. Nach Jahren voller Rechte-Hickhack um die englische Vorlage gab es letztlich grünes Licht und heraus kam eine stellenweise witzige aber viel zu bemühte Fantasy-Komödie. Unter Leitung von „7 Zwerge“-Regisseur Sven Unterwaldt Jr. verkommt die unfreiwillige Zeitreise des großen Zauberers „Catweazle“ nicht zur seelenlosen Blödelroutine aber nutzt nicht gänzlich das vorhandene Potenzial. Mit Julius Weckauf (Der Junge muss an die frische Luft) erhält „Catweazle“ zwar eine menschliche Note, wird aber durch das halbgare Drehbuch samt Uralt-Witzen immer wieder von guten Momenten im Ansatz weggerissen. Agiert Otto alleine zünden wiederum viele Ideen während recht plakative Figuren wie eine gänzlich overactingte Katja Riemann als Antagonistin spätestens nach 5 Minuten anstrengt. Der Filminhalt ist simpel gestrickt: Zauberer Catweazle landet fälscherweise in der Gegenwart, verliert seinen Zauberstab und muss mit Benny (Weckauf) alle Hebel in Bewegung für das Wiedererlangen setzen. Die Handlung ist temporeich ins Szene gesetzt, durch einige kreative Einwürfe entstehen märchenhafte Momente mit deren visuell teils ansehnlichen Effekte der Gang ins Kino durchaus Spaß macht. Aber keine Spannungshöhepunkte erwarten.
Release: 01. Juli. 2021 | FSK: ab 0 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

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© TOBIS FILM

Conjuring 3: Im Bann des Teufels

Conjuring 3 – Im Bann des Teufels ist gut mit River Cola zu vergleichen. Sie versucht den vollmundig würzigen Geschmack der originalen Cola nachzuahmen, scheitert jedoch spätestens nach einem gnadenlosen Sinnestest. Denn der dritte Teil der eigentlich äußerst sehenswerten Gruselfilm-Reihe überzeugte mit kreativen Kamerafahrten, frischen Ideen und James Wan im Regiestuhl. Diese Aufgabe übertrug man nun aber an Michael Chaves, der schon mit dem mäßigen „Lloronas Fluch“ nicht gänzlich überzeugte und hier einmal mehr enttäuscht. Trotz der großartigen Chemie zwischen Patrick Wilson und Vera Farmiga entsteht nur selten eine dichte Atmosphäre. Für echten Horror wirkt allzu viel beliebig, wobei die Einstreung von leichten Thriller-Elementen erfrischend daher kommt, aber im Drehbuch kaum etwas daraus gemacht wird. Einige Sequenzen funktionieren überraschend gut, wenn beispielsweise plötzlich Tische von Geisterhand umgeworfen werden und Schatten gar Fürchterliches prophezeien. Problematisch wird es nur, wenn bereits schon ab Mitte der Handlung zu viele Spoiler unübersehbar vorhanden sind, die allen halbwegs aufmerksamen Zuschauern das komplette Ende im Ansatz verrät. Ab und zu lassen sich kleine technische Spielereien wie verschiedene Realitäten erkennen, in denen Lorraine Warren visuell wandelt, aber generell ist dies eher selten. Leider. Gerade der Erstling besaß herrlich böse Ideen wie das ikonische Klatschen aus dem Keller oder „Insidious“ belebte im Alleingang regelrecht das totgeglaubte Gruselkino wieder. Nein, hier wird einzig auf vorhandene Stärken gesetzt, die selbst nicht mal richtig erfüllt werden.
Release: 01. Juli. 2021 | FSK: ab 16 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Ja.

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© Warner Bros. Entertainment

Cash Truck

„Cash Truck“ beweist wieder wie sinnlos hirnrissig deutsche Filmtitel sind – denn der Originaltitel „Warth of Man“ übersetzt „Zorn des Mannes“ passt deutlich besser zur langsam sich entfaltenden Handlung. Diese als Kurzversion: Harry (Jason Statham) fängt bei einer Geldtransporterfirma an, seine neuen Kollegen finden den verschlossenen Einzelgänger seltsam, da er scheinbar eigene Pläne verfolgt. Nachdem er einen Überfall brutal verhinderte erklären sich langsam die Hintergründe, zu denen auch der Tod seines Sohnes zählt. Guy Ritchie inszenierte dieses Remake eines französischen Thrillers von 2004 und wer jetzt denkt, nach dem ironisch-amüsanten „The Gentlemen“ folgt jetzt ein ähnliches Kaliber von Film – den muss ich enttäuschen. Während man anfangs noch den typischen Witz á la Ritchie in Form von Dialogen oder Charakteren sieht, verflüchtigt sich dieser spätestens ab Mitte der Handlung, sobald der ungemein drückende Soundtrack von Christopher Benstead hinzukommt. Düster blickt der Zuschauer in menschliche Abgründe, Rachegelüste und kompromisslosen Aktionen durch einen kernig spielenden Statham, dem man diese Rolle ohne zu Zögern abnimmt. Die vierte Zusammenarbeit von Regisseur und Hauptdarsteller markiert einen merklichen Wendepunkt, da auch der Gewaltgrad für FSK 16 zwar noch im Rahmen aber deutlich ist. Die größte Schwäche ist seine beliebige Präsentation, denn wie oben beschrieben ist „Cash Truck“ kein typischer Guy Ritchie-Film – dafür fehlt der rotzige englische Look, geschliffene Dialoge sowie den einzigartigen britischen Style. Dafür überzeugt er als bedrohlicher teils blutiger Actionfilm mit packend in Szene gesetzten Shootouts ohne Kompromisse.
Release: 29. Juli. 2021 | FSK: ab 16 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

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© Metropolitan FilmExport

Godzilla vs. Kong

Ich gebe es gerne zu – auf diesen Monsterkloppe-Film im XXL-Format freute ich mich seit der sanften Ankündigung in der Post-Credit Scene von „Godzilla 2: King of the Monsters“. Natürlich auch, da „Kong: Skull Island“ durch gute Schauspieler wie Samuel L. Jackson oder Brie Larson neben CGI-Action auch menschliche Momente beeinhaltete. „Godzilla vs. Kong“ streicht derartiges, ersetzt Sie durch fadenscheinig bekloppte Mini-Handlungsstränge, die allesamt an Klischees überquellen – wie Millie Bobby Brown mit einem Podcaster für Verschwörungstheorien nach dem Grund für Godzilla’s Angriffe in unterirdischen Laboren ermittelt. Aufgelockert durch Referenzen an Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ sind leider Kyle Chandler und Rebecca Hall für die Storyline ebenso unnötig wie eine Bleistiftrückgabe im IKEA. Man holt sich die Eintrittskarte ganz klar wegen den monströsen Actionszenen. Allesamt, sofern man das sagen kann, recht schlüssig ins Drehbuch platziert und technisch recht beeindruckend. Mal mitten auf dem Ozean und am Schluss wird sogar eine japanische Metropole im Fight Club der Monster bis auf die Grundmauern zerstört. Regisseur Adam Wingard (You’re Next) platziert ganz ansehnliche Easter Eggs an die vergangenen rund 60 Filme der Riesenechse und gefühlvollen Primaten. Typisches Popcorn-Kino ohne Sinn aber spaßiger Action.
Release: 01. Juli. 2021 | FSK: ab 12 | 3D: Nein. | Post-Credit Scene: Nein.

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© LEGENDARY AND WARNER BROS. ENTERTAINMENT

Vielen Dank an CinemaxX für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für alle besprochenen Filme gibt es hier.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Facebook. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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