KinoKritiken

Filmkritik zu „Mr. No Pain“ – Der gefühligste Streifen seit Crank

Bundesweiter Kinostart: 20. März 2025

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Mr. No Pain mit Shootingstar Jack Quaid ist einer dieser speziellen Fälle von Streifen, die rein auf dem Papier generisch klingen aber in der filmischen Umsetzung einen verdammt hohen Spaßfaktor nach sich ziehen. Die Hauptfigur, wie der Deutsche Filmtitel schon suggeriert, hat keinerlei Schmerzempfinden. Daraus macht das Drehbuch keine peinliche Witzparade sondern peppt die Handlung mit frischen Ideen und Thrillerelementen auf. Unsere Kritik zum actionreichen Kino-Neustart.

Bestimmt fragte sich jeder Mensch einmal während seines Lebens: „Wie herrlich muss es sein keine Schmerzen zu empfinden?“, vermutlich nach Ereignissen, die ebensolche verursachten wie unglückliche Messerschnitte oder Zahnarztbesuche. Für die Hauptfigur Nate Caine (Jack Quaid) ist dies jedoch Alltag. Durch einen äußerst seltenen Gendefekt besitzt er keinerlei Schmerzempfinden. Was sich wie die Superhelden-Fähigkeiten schlechthin anhört, ist für Nate jedoch eine merkliche Zäsur im Gegensatz zum Rest der Menschheit. Dies zeigt bei kochend heiß verschütteten Kaffee auf die Hand oder an den mit Tennisbällen abgedichteten Ecken seines Bürotischs in einer Bank. Dort hat er sich in die seit wenigen Monaten angestellte Sherry (Amber Midthunder) verguckt. Nachdem sie sich näher gekommen sind, passiert das Undenkbare: Bankräuber überfallen die Filiale und nehmen Sherry als Geisel – im Eifer des Gefechts bleibt Nate nichts anderes übrig als sie mit allen Mitteln zurückzuholen.

Die Regisseure Dan Berk und Robert Olsen (Significant Other) beweisen mit ihrem fünften Film ein feines Händchen für Humor ohne dabei zu albern zu werden und eine Krankheit nicht der Lächerlichkeit preiszugeben. Analgesie exisitiert als Krankheitsbild tatsächlich, aber neben den filmischen Stilmitteln nehmen die Beiden die Krankheit ernst und zeigen damit eingehende Probleme auf. Im weiteren Verlauf der Geschichte werden die Absurditäten zahlreicher, weil es einerseits eine Actionkomödie und eine FSK 18-Freigabe hat, welche recht üppig ausgereizt wird. Entweder greift Nate während eines Kampfes in siedendheißes Frittierfett um eine Knarre rauszuholen oder bricht sich den Daumen um aus einer Fessel zu entkommen. Die Gewalt bzw. Darstellung ist explizit, passt hierdurch wunderbar zur Prämisse. Zumal Quaid einen charmant-tapsigen Helden gibt, der nur aus Liebe und Opferbereitschaft so handelt wie er handelt und dabei die Sympathien stets bei sich hält. Als Antagonisten dienen leider recht eindimensionale Figuren. Wobei Anführer Simon (Ray Nicholson) durch seine durchgeknallt-brutale Art im Kopf bleibt. Zudem erhält Sherry eine interessante zweite Ebene, sodass der Thrillergehalt deutlich höher ist als erwartet.

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Die 110 Minuten Lauflänge vergehen hingegen wie im Flug. Seit langem hielt mich eine Kinoproduktion nicht mehr so lange am Ball wie „Novocaine“ (US-Titel). Der Score von Lorne Balfe und Andrew Kawczynski unterstreicht das Gesehene gut, verliert sich nach Verlassens des Kino wieder. Dank seinen teils absurden Ideen, aus Spoilergründen natürlich nicht verraten, gelingt dieser harten Actionkomödie das Kunststück mehr mit der Hauptfigur mitzuleiden als es sie selbst überhaupt fühlt. In der Vorstellung gab es neben lautem Gelächter auch oftmals mitleidende Ziehgeräusche. Übrigens bewirbt sich der in Lederjacke bekleidete Quaid gegen Ende auch inoffiziell als perfekte Besetzung für Max Payne, nur nebenbei angemerkt. Ansonsten ist „Mr. No Pain“ eine Aspirin-klare Empfehlung an jegliche Action-Fans und in der ersten Filmhälfte sogar für Romantiker.

Mr. No Pain. USA 2025. Verleih: Sony/Paramount. Regie: Dan Berk & Robert Olsen. Mit Jack Quaid, Amber Midthunder, Ray Nicholson. Genre: Action / Komödie. 110 Minuten. FSK: Ab 18 Jahren.

Gibt es eine Post-Credit-Szene? = Nein.

Vielen Dank an den Verleih für die freundliche Bereitstellung des Tickets. Kinotickets für „Mr. No Pain“ gibt es hier.

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Benny Illgner

Nachname hielt schon Fußbälle auf. Ich bisher nur virtuell. Sitzt seit 2005 in Digitalien fest und wartet auf den Pannendienst. Steht in fester Beziehung mit Twitter und Instagram. Schreibt Gags fürs Netz und Fernsehen. Nimmt gedeckte Schecks und Pizza gerne auf Twitter unter @IamIllgner an.

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