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Google Fitbit Air: Fitness-Tracker ohne Display, aber mit KI-Coach

Google holt Fitbit wieder aus der Schublade. Nicht mit einer neuen Smartwatch, nicht mit einem weiteren Display fürs Handgelenk, sondern mit einem Fitness-Tracker, der genau darauf verzichtet. Das neue Google Fitbit Air ist ein schlankes Armband ohne Bildschirm und ohne klassischen Smartwatch-Anspruch. Stattdessen sammelt es Gesundheits- und Aktivitätsdaten im Hintergrund und schiebt die eigentliche Arbeit in die neue Google-Health-App. Dort soll ein KI-Coach auf Basis von Gemini aus den Messwerten konkrete Empfehlungen machen.

Weniger Display, mehr Daten

Das Fitbit Air richtet sich an Nutzer, die nicht noch ein Gerät wollen, das ständig blinkt, vibriert und nach Aufmerksamkeit schreit. Der Tracker sitzt am Handgelenk, misst Werte und bleibt ansonsten still. Google spricht selbst von einem minimalistischen Design, das beim Arbeiten, Schlafen und Sport möglichst wenig stören soll. Im Gerät stecken Sensoren für Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz, Blutsauerstoff und Schlaftracking. Auch Aktivität, Schritte, Kalorien, Distanz und Cardio-Belastung werden erfasst. Das Fitbit Air soll kein Ersatz für eine Pixel Watch sein, sondern eher das unauffällige Datensammel-Band für alle, denen eine Smartwatch zu groß, zu teuer oder zu nervig ist. Laut Google lässt sich sogar tagsüber eine Pixel Watch tragen und nachts auf das Fitbit Air wechseln, ohne dass Gesundheitsdaten verloren gehen.

Google Health übernimmt die eigentliche Arbeit

Spannend wird Fitbit Air erst durch die neue Google-Health-App. Die bisherige Fitbit-App wird in Google Health überführt. Nutzer müssen die App nicht neu installieren, wenn Fitbit bereits vorhanden ist; beim nächsten Softwareupdate wird daraus Google Health. Für die Nutzung braucht es ein Google-Konto sowie ein kompatibles Smartphone mit Android 11 oder höher beziehungsweise iOS 16.4 oder höher.

In Google Health landen dann die Daten des Trackers. Dort werden sie nicht nur angezeigt, sondern mit dem Google Health Coach verbunden. Dieser Coach basiert auf Gemini und soll Trainingspläne, Schlafempfehlungen und Hinweise zur Erholung erstellen. Wer seine Ziele und Routinen einträgt, bekommt laut Google längerfristige Fitnesspläne und tägliche Empfehlungen, die sich an Fortschritt, Belastung und Regeneration anpassen.

KI-Coaching mit Abo-Haken

Natürlich kommt der spannendste Teil nicht komplett kostenlos. Das personalisierte Coaching mit Gemini steckt in Google Health Premium. Beim Kauf des Fitbit Air gibt es drei Monate Premium kostenlos dazu. Danach wird der Dienst kostenpflichtig. Google weist außerdem darauf hin, dass Health Coach, Google-Konto, Health-App und Internetverbindung nötig sind. Die Funktionen seien nicht für medizinische Zwecke gedacht, die Ergebnisse könnten variieren und Antworten sollten geprüft werden. Das ist der kleine Beipackzettel, den man bei KI-Gesundheitsfunktionen verdammt ernst nehmen sollte.

Bis zu sieben Tage Akku

Beim Akku nennt Google eine Laufzeit von bis zu einer Woche. Für ein so kleines Gerät ist das ordentlich, aber kein Hexenwerk. Fünf Minuten Ladezeit sollen für rund einen Tag Nutzung reichen. Wasserschutz bis 50 Meter wird ebenfalls genannt.

Preis und Verfügbarkeit

Für Deutschland ruft Google einen Preis von 99,99 Euro auf. Aktuell bekommt ihr zusätzlich einen Gutschein über 45 Euro um euch ein weiteres Armband kaufen zu können. Google Eone Nutzer erhalten weitere 10 % zusätzlich. Google Health Premium soll beim Kauf für drei Monate kostenlos enthalten sein. Der Start der Premium-Funktionen wird im Store mit dem 26. Mai angegeben. Die Armbänder lassen sich tauschen. Google nennt unter anderem Performance Loop Bands, Active Bands und Modern Elevated Bands.

Fitbit wird mehr Google als Fitbit

Mit Fitbit Air geht es nicht nur um neue Hardware. Google baut seine Gesundheitsstrategie sichtbar um. Die Fitbit-App wird zu Google Health, Fitbit Premium wird zu Google Health Premium, und der KI-Coach rückt in den Mittelpunkt.

Für wen das Fitbit Air interessant ist

Das Fitbit Air dürfte vor allem für Nutzer spannend sein, die Gesundheitsdaten erfassen wollen, aber keine Smartwatch brauchen. Kein Display, keine Apps, keine Benachrichtigungsflut. Nur Sensorik, Schlaftracking, Aktivitätsdaten und ein KI-Coach, der daraus hoffentlich mehr macht als hübsche Diagramme mit erhobenem Zeigefinger. Wer dagegen beim Sport direkt Uhrzeit, Pulszonen, Musiksteuerung oder Benachrichtigungen am Handgelenk sehen will, ist mit einer Smartwatch oder einem klassischen Fitness-Tracker mit Display besser bedient. Fitbit Air ist eher das Gegenmodell: weniger Show, mehr Hintergrundarbeit. Ob der Gemini-Coach daraus wirklich brauchbare Empfehlungen macht, muss sich im Alltag zeigen.

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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