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House of the Dragon Staffel 3: Mein spoilerfreies Fazit

So stimmen unsere Leser ab:

Nach acht Episoden ist House of the Dragon Staffel 3 vorbei. Und nachdem Staffel 2 für meinen Geschmack stellenweise etwas zu sehr damit beschäftigt war, Figuren auf dem großen Westeros-Schachbrett herumzuschieben, bekommt die Serie diesmal deutlich mehr Zug. Das bedeutet allerdings nicht, dass HBO plötzlich nur noch Drachen aufeinander loslässt. Zum Glück. Staffel 3 bleibt im Kern eine Serie über Menschen, die Macht wollen, Macht haben oder ziemlich beschissene Entscheidungen treffen, weil sie glauben, Macht zu besitzen. Nur werden die Konsequenzen inzwischen wesentlich größer.

Die dritte Staffel lief in Deutschland ab dem 22. Juni 2026 und umfasst acht Folgen. Das Finale erschien hier am 10. August. International war die Staffel bereits einen Tag früher abgeschlossen.

Endlich zahlt sich der langsame Aufbau aus

Spoilerfrei lässt sich Staffel 3 wahrscheinlich am besten so beschreiben: Jetzt passiert das Zeug, auf das House of the Dragon zwei Staffeln lang hingearbeitet hat.

Die politischen Intrigen sind weiterhin wichtig, stehen aber nicht mehr so häufig einfach nur herum und warten darauf, irgendwann relevant zu werden. Entscheidungen haben schneller Konsequenzen, Figuren treffen häufiger direkt aufeinander und die Handlung entwickelt deutlich mehr Dynamik. Genau diesen Punkt haben auch mehrere internationale Kritiken hervorgehoben: Während Staffel 3 einerseits für ihre großen Schlachten und Charakterentwicklung gelobt wurde, gab es zugleich Kritik daran, dass die acht Episoden dadurch teilweise fast schon zu vollgepackt wirken.

Ich würde mich eher auf die positive Seite schlagen. Nach dem teilweise arg gebremsten zweiten Durchgang darf House of the Dragon ruhig mal aufs Gas treten. Trotzdem funktioniert die Staffel gerade dann besonders gut, wenn nicht irgendwo ein Drache durch die Gegend fackelt. Die stärksten Szenen entstehen erneut zwischen den Figuren. Emma D’Arcy, Olivia Cooke und Matt Smith tragen große Teile davon, aber auch das inzwischen ziemlich umfangreiche Ensemble bekommt deutlich mehr Gelegenheit, miteinander zu kollidieren.

Die Drachen dürfen trotzdem endlich Drachen sein

Keine Sorge: Wer wegen Feuer, Schlachten und imposanten Viechern eingeschaltet hat, bekommt davon wesentlich mehr als zuvor.

HBO zeigt erneut ziemlich eindrucksvoll, warum House of the Dragon momentan kaum Konkurrenz hat, wenn es um Fantasy in dieser Größenordnung geht. Einige Sequenzen dürften finanziell ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt eines kleineren Königreichs entsprechen. Der wichtigste Unterschied zu purem Effektkino: Die großen Szenen haben meistens Gewicht, weil wir inzwischen wissen, wer dort gegeneinander kämpft und warum.

Dadurch fühlt sich Staffel 3 endlich wie der Krieg an, den die ersten beiden Staffeln angekündigt haben.

Ganz perfekt ist Staffel 3 trotzdem nicht

Der Preis für das höhere Tempo ist offensichtlich. Einige Handlungsstränge bekommen weniger Luft, manche Entwicklung wirkt etwas hektischer als nötig und gelegentlich hat man das Gefühl, dass HBO schon sehr deutlich auf die Ziellinie schaut.

Staffel 4 wird definitiv die letzte Staffel von House of the Dragon. Showrunner Ryan Condal bezeichnet die Serie als von Anfang an auf vier Staffeln ausgelegte Geschichte. Auch die finale Staffel soll voraussichtlich wieder acht Episoden umfassen.

Damit ist Staffel 3 im Grunde gleichzeitig Eskalation und Vorbereitung auf das Finale.

Staffel 4 soll noch größer werden

Zum Inhalt verrate ich bewusst nichts. Wer George R. R. Martins Fire & Blood kennt, kann sich ohnehin ungefähr ausrechnen, welche Richtung die Geschichte einschlägt.

Offiziell gibt es noch keinen Starttermin für Staffel 4. Condal sprach zuletzt von einem möglichen Produktionsbeginn im Frühjahr 2027. Aufgrund der aufwendigen Produktion wird derzeit vielfach mit einer Veröffentlichung 2028 gerechnet – bestätigt ist dieses Jahr als konkreter HBO-Starttermin bislang jedoch nicht. Klar ist dagegen der Anspruch. Condal bezeichnet Staffel 4 bereits als die größte Staffel, die das Team bislang produziert habe.

Die entscheidende Frage ist für mich allerdings weniger, wie viele Drachen HBO gleichzeitig durchs Bild prügeln kann. Viel wichtiger wird, ob die Serie ihre zahlreichen Figuren zu einem befriedigenden Ende bringen kann. Der Vorteil gegenüber dem ursprünglichen Game of Thrones: Die Geschichte des „Dance of the Dragons“ besitzt in Martins Vorlage bereits ein festes Ende. HBO muss diesmal also nicht ohne Landkarte ins Finale marschieren.

Nach House of the Dragon ist Westeros lange nicht vorbei

Wer nach Staffel 4 bereits wieder Westeros-Entzug befürchtet, kann ziemlich entspannt bleiben. Warner und HBO arbeiten an einer ganzen Reihe weiterer Projekte.

A Knight of the Seven Kingdoms ist ohnehin bereits Realität und wurde um eine zweite Staffel verlängert. George R. R. Martin bestätigte Anfang 2026 zudem, dass Staffel 2 bereits in Belfast gedreht wurde. Sie basiert auf der Dunk-&-Egg-Geschichte The Sworn Sword.

Darüber hinaus nennt ein aktueller Überblick von Pop Culture News insgesamt sieben weitere Projekte, wobei man bei einigen davon noch sehr vorsichtig mit dem Wort „kommt“ umgehen sollte. Laut dem Bericht befinden sich drei Realfilm- und vier Animationsprojekte in verschiedenen Entwicklungsstadien.

Zu den derzeit bekannten Kandidaten gehören:

  • Aegon’s Conquest – die Eroberung Westeros‘ durch Aegon den Eroberer.
  • 10,000 Ships – über Nymeria und die Geschichte der Rhoynar.
  • ein bislang unbetiteltes Game-of-Thrones-Sequel, bei dem zuletzt unter anderem eine mögliche Geschichte um Jon Snow und Arya Stark im Raum stand.
  • Nine Voyages – ein animiertes Projekt über Corlys Velaryon und seine Reisen.
  • Golden Empire – eine Animationsserie rund um Yi Ti.
  • dazu zwei weitere noch nicht näher benannte Animationsprojekte.

Gerade beim möglichen Sequel und den beiden namenlosen Animationsserien gilt allerdings: Entwicklung bedeutet in Hollywood noch lange nicht, dass die Dinger tatsächlich irgendwann auf unserem Fernseher landen.

Fazit

Staffel 3 ist für mich bislang die stärkste Staffel von House of the Dragon.

Nicht unbedingt, weil sie größer ist – obwohl sie definitiv größer ist –, sondern weil sich endlich vieles auszahlt, was zuvor teilweise verdammt lange vorbereitet wurde. Politik, persönliche Konflikte und die großen Schlachten greifen wesentlich besser ineinander.

An manchen Stellen merkt man allerdings auch, dass nur noch acht Folgen bis zum endgültigen Ende bleiben. Die Serie rennt inzwischen deutlich schneller durch ihre Geschichte.

Wenn Staffel 4 dieses Tempo kontrolliert und sich genügend Zeit für ihre Figuren nimmt, könnte House of the Dragon tatsächlich genau das bekommen, was Game of Thrones damals nicht allen Zuschauern liefern konnte: ein Finale, auf das die gesamte Serie sauber hingearbeitet hat.

Und danach? Westeros wird offensichtlich weiter ausgeschlachtet. Solange dabei häufiger etwas wie A Knight of the Seven Kingdoms herauskommt und weniger der Eindruck entsteht, HBO wolle einfach nur jedes letzte Drachenei zu Geld machen, darf das von mir aus gerne so bleiben

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Torsten Schmitt (Pixelaffe)

Geboren 1976 im schönen Schwetzingen und nicht weggekommen. Ich habe somit den Aufstieg des Internet miterlebt und beruflich auch vorangetrieben. Hier schreibe ich über all die Technologien die mir auf meiner Reise durch das "Neuland" auffallen. Wenn ihr mir was für einen Kaffee oder neue Gadgets zukommen lassen wollt, könnt ihr das gerne über www.paypal.me/pixelaffe tun

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